Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 18 (30.4.1862)
- Date
- 1862-04-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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141 und nicht durch Lockerung derselben erhalten. 5) Von dem vermeintlichen »großen Unfuge* und unverzeihlicher Entweihung „der Religio» seitens Viehändler,* wenn solche in gewöhnlichen Schenkstuben oder auf öffentlicher Landstraße, das Vieh vor sich hertreibend oder führend p^'3»i legen und mit entblößtem Arme beten, — verspürt der, welcher auf solche Nadomontaden nicht hört, auch gar nichts. Freilich seitdem diese modernen Priester dagroße weite Judenthum in die Zwangsjacke der Synagoge einzwängen wollen, seitdem man eifrigst bestrevt ist, Alles vom Judenthume biauf oen Theatercoup von Orgelklang und Chorgesang, Lied und Hkedigt zu abroairen; seitdem muß es allerdings für frechen Unfug und unverzeihliche Entweihung der Religion gelten, wenn ein Laie und nun gar ein Viehhändler sich unterfängt auch unter freiem Himmel, wo die großmachtige Natur einen ganz andern Gesang anstimmt, als alle Chorknaben und Mädchen zusammengenommen, sein Gebet zu verrichten; sich unterfängt, in gewöhnlichen Schenkstuben, mitten im Getümmel der rohesten und ungebildetsten Mensche» dem prachtvollen O'^2p 111 ^2p einen praktischen Ausdruck zu geben; freilich ist eS r eine ungeheure Frechheit so ganz ohne Priester, ohne Arien und Duette, so für sich selbst auf! eigene Faust seinen Gottesdienst zu halten; der > Geist des ",,ip hingegen sagt: ein Jeder soll so viel als irgend möglich pb'3i und ib'3i üben. Kann er cs aber nicht anders. find cs z. B. die einzig geeigneten, oder gar die letzten Momente der zum Obigen rituell vorgeschriebenen Zeit, so möge er cs, wenn er keinen bessern Ort hat, getrost an obigen vom Herrn Oberrabbiner perhorrefcirten Orten thun. Von dem Hindernisse, Thiere vor sich herzutreiben oder gar zu führen als solchem, weiß der liip nichts; sie können wohl zu wirklichen in den Codices berührten Hindernissen führen; da hat man sich nur immer streng an die Vorschriften zu halten. Die Eile und das „andachtslose Herplaudern" aber sind keine nothwendige Consequenzen.*) Doch kommen wir zur eigentlichen Sache. Der Herr Oberrabbiner schickt das schon von vornherein fertige Resultat voraus, daß man ausschließlich bei Nacht i'^'3i mit den »11212 legen dürfe, daß ib'311 unabhängig von p!?'s»i sei. *) Anm. Was der Hrrr Ober-R. mit d'm Verwürfe und „lezen alsdann die 1'^'31 wieder ab" elzentltch will, begreife ich eigentlich nicht; behalt er sie vielleicht Len ganzen Tag an? — welches MPIL t Betrachte» wir erst die Argumente und dm» die Darstellung derselbe». Die Beweisführung des Verfasserredueirt fich auf Folgendes: pis 11.1 angeführt im Sch. R. 30 gestattet nöthigen FalldeS Nachtpb'SN mit.1212 anznlegen; aber allerdings fordert er, daß man sie bis in den Tag hinein anbehalte. Der Herr Oberrabb. I- Kahn jedoch geht einen Schritt weiter und »empfiehlt* den Reisenden die pb'sn nur ganz dreist ausschließlich des Nachts anzulegen; und damit Punktum. Mit dieser Spiegelfechterei verhalt esich folgendermaßen. Menachoth 36. a. heißt ein einer ui"i2: Wer früh aufsteht, um zu verreisen, und fürchtet, daß er dieverliere, möge sie legen und zur eigentlich'vorgeschriebenen Zeit dieselbe» augreifen und .1212 sprechen. Bezüglich der Bafidieser n»i"i2 ist eine Meinungsverschiedenheit zwischen alle» übrigen cniVrei und dem j»is '11.1, indem die festeren annehmen, daß d!ese xi"i2 die recipirte Ansicht i'^'sri;2i nv'v angenommen habe, folglich auch uns die 1212 nicht gestattet ist;?i3 11.1 aber meint, diese r^i"i2 beruhe auf dem Grundsätze 1^'31 121 irr!, .1^ und schließt dann weiter, daß da 121 1^'v, auch die 1212 zulässig sek. Nu» ist bereits Anfangs erwähnt, daß die x»i"i2^ vor allem eine Gefahr für die pd'sn als Motiv annimmt >2» 112X' '2v rri"»i2 (was einem O. R. der größkeutheils mit dem 2v'.i 1x2 zu thun hat, de» er auch am Fleißigsten citirt, vielleicht gleichgiltig ist); ohne diese dringende Nothwendigkeit gibt diese erste und ausschließliche Quelle keine Erlaubniß, weßhalo auch wir sie nicht haben können. Dies sagt auch (siehe '2') ausdrücklich und schon 1 rnrr 21*2"^ bemerkt, daß es nach unserer Lesart gar nicht andermöglich sei, ja mir will scheinen, daß selbst nach der ander» des i'i wo diese Worte fehlen, dasselbe stillschweigend vorausgesetzt wird (Bergl. Thoß. Beza 1ü » Schkgw. .111) wenigstens ist dieau- ^2 deutlich zu ersehe». Die Ansicht der von ''2 daselbst recipirten .11.1. welche obige Bedingung nicht nöthig hält, steht daher ganz vereinzelt da, und ist es Pflicht, sie mit der Ansicht der übrigen Casuisten in Uebereinstimmung zu bringen. Dies geht nun sehr leicht. '2 p'o 1*2 setzt nämlich voraus 1112 22prvk 11121, womit p»i2.i'v 121» xbre 2'"^1 x"32"2 1112 Iv also eine unüberwindliche Verzögerung, die aber heutzutage in der Regel durchaus nicht staltfindet. Hiemit kann diese 1:1 sehr gut übereinstimmen. Abgesehen von diesem Allem beweist schon 12 -2 x'r? daß diese übrigens nicht angenommene Ansicht des ^13'm gegen alle maßgebende« ll'NLNi, '2'11 2'2"21 1"1 ist unser Forüchrittsman» nun (auch ein;>i3 aber nicht als, Ggenname) springt zum graden Gegentheile, das er „Consequenz* nennt, über, und gestattet, ja empfiehlt, die pb'3i