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Der Israelit · 1862-04-30 · Heft 18 (30.4.1862) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 18 (30.4.1862)
Date
1862-04-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
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139 im angrenzenden Staate Oregon gibt es Juden und in der Hauptstadt desselben, Port! and, hat sich bereits eine Gemeinde mit allem Zubcbör organisirt; ebenso in Victoria und in der Stadt Carson im Bezirk Nevada Möge Vorstehendes für heute genügen, unfern Glaubensbrüdern in Europa ein schwaches Bild von den Zuständen der Israeliten im fernsten Westen zu bieten und ihnen die Urberzeugung zu verleihen, daß der Jude, wohin er auch kömmt, Jude bleibt und die heiligsten Institutionen des jüdischen Gemeinde lebens nicht aus dem Auge verliert. — Jetzt haben Sie in Europa Winter, zwei Monate w-rd dieser Bericht brauchen, bis er in Ihre Hände gelangt, und wiederum zwei Monate, bis er zu mir zurückkehrt; aber gerade diese große Entfernung ist doch für alle jüdischen Herzen ein Trost und ein Unterpfand, daß wie jetzt ein Geist, ein Streben alle wahrhaften Juden vereint , wir dereinst auch wieder in dem Lande vereinigt sein werden, nach dem die Augen aller Jsrac liten in aller Welt Enden gerichtet sind; und damit Gott befohlen. — GlMerungen rruß verMeäene äss NeligionsgeMliclie oller äie TrrulilLon üderkrurxt LelrcAenäe riHonniMcke Gutachten von vr. «l. ÄrlässkvLWor. So unendlich wichtig und dringend notwendig ein Ahtt wie das. Ihrige zur Besprechung gegenwärtiger Verhältnisse und zum Kampfe, gegen alle Versuche, welche im praktischen Leben von den Feinden des überlieferten Judenthums gegen dasselbe gerichtet werden, istmindestens ebenso wichtig ist die Aufgabe des Organs soviel als möglich gegen Intentionen anznkämpfen, welche mittelbar dasselbe Ziel, Lockerung und Gefährdung des traditionell jüdischen Lebens, Unterwühlung des feststehenden Ritus, mit von der Casuistik erborgten Waffen anstreben. Sie werden gewiß mit mir übereiustimmcn, daß wie anderswo auch unter uns die Jesuiten die gefährlichsten Feinde sind, und daß vor Allem theoretische Blendwerke als das, was sie wirklich sind, bloßgelegt werden muffen. Ihrer Zustimmung gewiß, bin ich daher Willens, von Zeit zu Zeit moderne, in casuistische Form gehüllte, im Ben Ehananja veröffentlichte (ein anderes Ncformblatt bekomme ich nicht zu Gesichte) specielle und allgemeine, die Tradition betreffende Gutachten und Abhandlungen neuerer Nabbinen?c., welche durch vermeinllicht Belesenheit und ein schmeichlerisches Flitterwerk'Viele zu blenden, angethan sind, einer Kritik zu unterziehen. — Der Dringlichkeit der Sache gemäß, sollte dies allerdings sofort nach dem Erscheinen eines solchen literarischen Produktes geschehen, da wirklich Gefahr im Verzüge, und man sich keineswegs mit dem bequemen Tröste beruh gen darf, daß solche gleißnerische Worte nur von denjenigen günstig ausgenommen werden, welche selbst über solche Gutachten hinaus sind. Es liegt immerhin in solchem gelehrten Spuk viel Gefahr, ja dringende Gefahr. Leider aber verhindert mich die Berufsthätigkeit, regelmäßig literarischen Arbeiten obzuliegen, und kann ich solches nur zur außerordentlichen Mußezeit, die ich aber selbstverständlich, mit Freuden dieser heil. Pflicht opfere, unternehmen. „Ich beginne mit einem Leitartikel in Nr, 23 des vorigen Jahrgangs des B. CH. über Anlegung der Tephillin und Verrichtung deS pflichtmäßigeu Morgeng'.betes vorzüglich des pvo und der w'sr», vor Tagesanbruch von (?) denjenigen, die sich auf Reisen begeben muffen vom Oberrabb. I. Kahn; und schicke nur zu Ihrer und Ihrer Leser Beruhigung die Bemerkung voraus, daß ich mich bei der Refutation dieses Lügengewebes so wie etwaiger spätem gleichen Geballes (?) der möglichsten Kürze befleißigen werde, was schon deßhalb geboten erscheint, weil streng genommen jede Zeile einer Erwiderung devürfte, welche aber des beschränkten Raumes halber unmöglich gegeben werden kann. Das Beste an der ganzen Arbeit ist eigentlich die Einleitung, in welcher sich der Herr Oberrabbiuer ununterbrochen als das zeigt, was man in ihm sucht, nämlich als einen sogenannten Priester, der die jüdische Praxis nach der sogenannten modernen Verlegenheit zuschnciden will, und den etwa doch Stutzigen, die bekannten Mittelchcn eingibt, daß man um zu retten, nb-r Bord werfen müsse, u. s. w. Doch ich will den V.rfasser selbst sprechen lassen:. „Schon öfters wurde mir von gebildeten couservativen Israeliten ihre große Verlegenheit mitgetheilt, in welche sie sich versetzt fühlen, wenn sie vor Tagesanbruch sich auf die 3!eise begcbril müssen, und zur Zeit des Gebetes noch im Postwagen , Dampfschiffe :c. sich befinden. Es widerstrebe ihrem Anstands- und auch ihrem religiösen Gefühle an diesen öffentlichen Orten .... die Tephillir an- und abzulegen . . .; da hierdurch diese .... Verrichtung und auch unsere ganze Religion verhöhnt und v.r spottet wird, was sie auch schon oft rS wahrgenommen Härten. Auch konnten sie hierbei unmöglich die nöthige Sammlung und Andacht haben ... Es wäre dringend nöthig, daß die Rabbiner . . . hierin ein Anskunstsmittel nngeben, damit .... die solche noch gern beobachten wollen, es mit Andacht und Würde auch können, ohne ihr religiöses- und Anstandsgefühl Zn verletzen. Diesem zeitgemäßen . . . . Wunsche zu entsprechen, halte ich mich

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