Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1862-04-09 · Heft 15-16 (9.4.1862) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 15-16 (9.4.1862)
Date
1862-04-09
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2447036-2447052--01249-2456491
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

1S4 Hamburg, 24. März. Wir hattest Gelegenheit, verflossenen Sonntag dem öffentlichen Examm an der hiesigen Talnnrd-Thora-Schule/beizuwohnen, und wir können mit Bestimmtheit behaupten, vollkommen befriedigt von diesem Acte weggegangen zu sein. Die sich ergebenden Resultate machten den Leitern der Anstalt sowie den Lehrern derselben alle Ehre, denn sie können mit vollem Rechte als „vorzüglich" bezeichnet werden. Man mußte wahrhaft staunen, über die raschen und doch so trefflichen Antworten der Kinder, sowie über daS freie und taktvolle Benehmen derselben, wenn man bedenkt, wie diese Freischule früher so wenig den Ansprüchen der Zeit genügte. Die Anstalt selbst steht auf ganz orthodoxem Standpunkte und wird von einer Direktion von 7 Mitgliedern geleitet. An der Spitze derselben steht der Herr Oberrabiner Stern als Ephorus der Anstalt, der mit der aufopferndsten Theilnahme und mit der unermüdlichsten Thätigkeit seit seinem Hiersein die Anstalt zu heben und zu befördern sucht. Sie berechtigt zu den schönsten Hoffnungen, doch bleibt noch Manches, die Leitung betreffend, zu wünschen übrig. - Hannover, im März. Wenn wir Ihrem Wunsche für Ihr wertheS Blatt über hannoversche Verhältnisse zu berichten, so. lange nicht nachgekommen, so war der hauptsächlichste Grund hierzu der Stillstand, der in allen Regionen deS jüdischen Lebens an hiesigem Orte um sich gegriffen und der keine Bewegung, keine Regsamkeit aufkommen ließ. Was hatte daher ein hannoverscher Correspondent mitzntheilen, was für auswärtige Leser von Interesse und Bedeutung hätte sein können? Desto mehr aber freut eS uns jetzt, unsere Korrespondenz mit etwas höchst Erfreulichem beginnen und gleich in unserem ersten Berichte Ihren geschätzten Lesern zeigen zu können, wie auch unsere Gemeinde beginnt, sich aus dem langen Stillstand aufzuraffen und durch daeinzige Mittel zum wahren Fortschritt, Verbreitung und Hebung der Thorakenntniß, ein neues und frische- Leben anzubahnen. Als nämlich, wie auch in diesen Blättern berichtet wurde, am 1. Jan. d. I. die hiesige n'z ihr hundertjährige- Bestehen durch ein großes Festmahl feierte, da sprach ein hiesiges Gemeindemitglied, Herr Kaufmann, dm Wunsch aus, daß sich jenem Vereine bald ein anderer anschließen möge, der, während jener die heilige Pflicht der v'ion nw'vr erfülle, seinerseits eS sich zum Ziele setze, die Grundlage aller jüdischen Pflichten und des ganzen jüdischen Leben-, Kenntniß unserer heiligen Thora, zu fördern und zu verbreiten. Derselbe Gedanke wurde etwaspäter bei Gelegenheit eines Jubelfestes, das die hiesige Religionsschule beging, vom Landrabbiner Herrn Vr. Meyer, ausgenommen, und ln beredten Worten wurde die Nothwendigkeit einer Fortbildung im jüdischen Wissen auch für Erwachsene hervorgehoben. Und sa hatten wir denn schließlich die Freude, daß einige Wochen nach diesem letzten Fest eine Reihe von Vorträgen über die verschiedenen Zweige jüdische« IW sens eröffnet wurde, und daß ein sehr zahlzercher Besuch zeigte und noch zeigt, wie die Liebe zur Thora hier noch nicht erstorben und wie es oft eben nur des Anklopsens bedarf, um sie z« erwecken. Die Vorträge eröffnet« Herr vr. Meyer, der aus MaimonideS Jad Hachasakr liest und dessen Bor* träge uns im vollsten Maaße befriedigen. Ein« kurzen Einleitung folgt Lei ihm eine grÜMLch e «nb genaue Besprechung MeSAbschWeS a«K d«HNtzD deS großen Gesetzeslehrers mit beständiger Hinwäsirstg ans verwandte Gegenständes eine Besprechung, die aber nie die Grenzen des Populären mü» Gemeinverständlichen überschreitet, so daß schwerlich wohl der Geist unseres großen MaimonideS in ansprechend derer Weise unserem Publikum vorgesührt, werden könnte. ' - Herr vr. Frensdorfs, der sich Mischnejoth, TL Sanhedrin, zum Gegenstände seiner Vortrages gewählt, besitzt ebenfalls im vollste» Maaße die Gabh den von ihm behandelten Stoff Wem Publikst» ans ziehend zu machen und wer überhaupt mve Sinn situ unsere heilige Lehre hat, den Md die Gründlichkeit mit der Herr vr. FrenLdorff Mischnajoth auffaßt, und der aus tiefster Seele stammende heilige Grus^ mit dem er sw behandelt, in vollstem Maaße befriedige». j -t! Dm dritten Gegenstand der Vorträge.bilden Psalmen, deren Vortrag Herr vr. Kayserlivg Über« nommm. Gewiß sind Psalms» ein höchst schwierige» Gegenstand zur Behandlung vor einem größeren Publikum und je gewisser der Jdeeeuschatz ist, den uusere heiligen Sänger in ihnen niedergelegt, desto schweren

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.