Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 15-16 (9.4.1862)
- Date
- 1862-04-09
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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118 thruer i!st, Haren, und putzte sich mit allzugroßem LusVaBch so daß die Leute sich darüber wunderten, wo A. so viel hernahme, den Aufwand seiner Gattin m bestreiten, und da A. selbst oft bei mir über die Lebensweise seiner Gattin sich beklagte, stellte ich sie einmal darüber zu Rede, erhielt aber zur Antwort, daß dies mich nicht angehe, ihr Gatte müsse herschaffen, waS sie brauche. — Alle Vorstellungen des A., daß er hiedurch an den Bettelstab kommen muffe, rügten nicht, weßhalb er auch im Jahre 1854 sich veranlaßt fand, von ihr sich scheide» lassen zu wollen. Einige Zeit hierauf ersuchte mich R., bitterlich weinend, ich möchte für sie Fürsprache thun bei ihrem Gatten, daß er sie wieder ausnehme, indem sie vollkommene Besserung feierlichst angelobte. — Ich ließ mich dazu bewegen, und ermittelte nach schwerer Mühe die angesuchte Versöhnung unter dem Bedingniffe, daß R. ein schriftliches Bekenntüiß ihrer bisherigen Untugenden nebst Zusicherung gründlicher Besserung und Verzichtleistung auf ihre zugebrachte Mitgift, indem sie selbe »bereits vergeudet hatte, in die Hand ihres Gatten A. niederlege, und dabei ihm das Recht einräume, sie aus seinem Hause zu verabschieden, sobald sie den schriftlich übernommenen Verpflichtungen nicht pünktlich Nachkommen sollte. — Me in diesem Sinne verfaßte Schrift gab ich ihr zur Hand, mit dem Bemerken, daß sie sich diese von Jemand Anderem gut erklären lasse, und dann erst zur Unterfertigung derselben sich entschließe. Dieß geschah, und einige Tage später meldete sie mir die Untersertigung und die Wiederaufnahme im Hause > ihres Gatten. Allein es dauerte nicht lange und sie fing an, wieder ihre frühere Lebensweise fortzusühren, ja sie wurde noch stürmischer und zänkischer wie zuvor, obwohl ihr Gatte wie früher auch jetzt sich hütete, irgend welchen Anlaß dazu zu geben. Und war ich nicht einmal (mehrmals) selbst Auge- und Ohren- Zeuge davon, wie sie ihren Gatten sowohl als seine ehrwürdigen alten Eltern und sämmtliche Familie mit allerlei erdenklichen Schimpf- und Schmähnameu belegte, so daß ich nur von Herzen bereuen konnte, zu der früheren Versöhnung beigelragen zu haben. — L. k Etnhlgencht G—es. 7. Deccmber 186V. Zeuge H. R. Ich kenne A. H. seit seiner Kindheit und R. seit ihrer Herrath. A. war immer sehr friedlich, R. aher stürmisch, trotzig und zanksüchtig. Sie zankte nicht nur mit ihrem Gatten ohne Veranlassung, sondern auch mit anderen Leuten. Auch führte sie eine Haushaltung und putzte sich reichlicher, als ihr Vermögen es gestattete, und wenn ihr Gatte auf die schlechten Folgen sie aufmerksam zu machen wagte, schimpfte und fluchte sie auf ihn sammt seiner ehrwürdigen Familie in derartigen außerordentlichen Ausdrücken, daß er davon laufen mußte. — Bei solcher Gelegenheit geschah eS auch oft, daß sie ihm Gläj ser, Töpfe oder sonstiges Geschirr, wie sie es in die ' Hand bekommen konnte, nachwarf, und zertrat sie ihm einmal sogar einen neuen Hut mit den Füßen. Oft-! mals mußte er, 'auch zur Nachtzeit, sein Bett verlassen und aus dem Hause gehen, weil sie ihm keine Ruhe ließ; er pflegte dann zu mir zu kommen, weil ich in seiner Nachbarschaft wohnte. In Folge dessen geschah es auch im Jahre 1854, daß er sich von ihr , scheiden lassen wollte, weil er es mit ihr nicht > länger auShalten konnte. — Nachdem sie jedoch von > einigen heimischen Gemeindegliedern über ihre Lebens- ' und VersahrungSweise derben Verweis bekommen batte, versprach sie Besserung und ersuchte einige derselben, sie möchten ihren Gatten dazu bereden, daß! er ihr verzeihe und sie wieder zurücknehme. Rach j vieler Mühe kam die Versöhnung zu Stande, indem sie ihre Fehler eingestanden und sich verpflichtet hatte, besser, friedlicher und folgsamer zu sein, sowie »och - mehrere Punkte eingewilliget, die darüber ausgestellte! Schrift eigenhändig unterfertiget und vor Zeugen, darunter auch der k.k. Gensdarmerie Postenormmandant. dort bestätiget hatte. Mein der Friede dauerte nicht lange, sie war bald in jeder Beziehung noch schlechter wie zuvor, und wen» ,ch sie, auf Ansuchen ihres Gatten, an ihre Schrift erinnerte, lachte sie und sagte, sie bekümmere sich um diese nicht, und er gehe auch Niemanden an, was sie Ihne. A. beklagte sich sehr oft bei mir, daß erdaS Benehmen seiner Gattin durchaus nicht ertragen könne, und daß er auch im Vermögen zu Grunde gehen müsse. WaS im Jahr 1858 und später geschah, weiß ich nicht, denn ich wohnte nicht mehr in G. S. k. Stuhlgericht G. IS. Lctob. 14- Nod. 186V. Zeugin E. E. Ich wohnte in der Nachbarschaft der Eheleute A. H. und R. H. geh. S. und sah oft die tadekvolle Handelsweise der R. ihrem friedlichen Gatten A. gegenüber. Sie hatte nämlich bei ihrem Hau^e eine Grerslerei vnd anch vom Gewölbe ihres Gatten und seines Bruders S. wmde ihr Vieles in die HauShaltnug geschickt, auch baares Geld behändiget, und dennoch geschah es oft, daß sie, selbst aus Sabbath nicht Loche« und nicht backen wollte. Auch traktirre sie ihn einmal zu MMag mit Kaffeebohnen, Pfefferkörnern «ad Zwirn, welche sie mir als sonderbare Speisen, wie selbe in Teller» angeordnet waren, zeigte. — Nachmittag erzSHUe sie mir, daß ihr Grtte über diese Mahlzett nur lachte, ein Stück Brod genommen und ins Gewölbe gegangen wäre. — Als ich ihr Verfahren mißbilligte^ sagte sie, sie werde für ihn nicht eher kochen und backe», als tis er sie darum bitte» werde.—Auch pthrte sie eine sehr unordentliche HauSwirthschaft und verkaufte oft st» Manches, was ihr in die Hanshattung gegeben wurde. Das Geld hiesür verwendete sie aus ihre eigene Person, obwohl ihr Gatte mit alle» Erforderlichkeiten