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Der Israelit · 1862-04-02 · Heft 14 (2.4.1862) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 14 (2.4.1862)
Date
1862-04-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
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sind sicherlich begründet; wir möchten noch die Bitte hinzufügen, daß man auch darauf achte, wer die Aussteller der wison sind; es wird mit diese» sehr viel Mißbrauch getrieben, und da Spiritus im Wein als ivpv.i zu betrachten ist, so gesellt sich zu den andern v'iW'rr noch der nvsi yvn i,2ri -nv'rr Die Redaktion.) Oesterreichischer KaLserstaat. Bo« der Donau, am Purimfeste. Kaum dürste es einen Tag im ganzen Jahre geben, der zur Abfassung eines Berichtes minder geeignet märe, als d?r Purim tag. Ein Referat, mit diesem Datum an der Stirne, wird bei der aufrichtigsten Anstrengung, eine ernsthafte Mene an,unehmen, bei den geehrten Lesern kaum mehr gelten denn ein — gemüthlicher Purim-Schwank.! Wie wenig Jnclination zum Scherzen ich von jeher bekundet, werden alle jene gerne bezeugen, die mich näher kennen zu lernen genügende Gelegenheit hatten. Doch auch in jenen achtbaren Zirkeln, wo mehre Persönlichkeit unglücklicherweise bis auf den heutigen Tag eine unbekannte Größe geblieben, dürste der prosaische Emst dieser Zeile» bald außer allem Zweifel gesetzt werden. In der That, ich befinde mich in vollkommen normaler Verfassung. Was könnte wohl auch geeignet sein, mein Gemüth in eine schwunghaftere Stimmung zu versetzen? — Die bunten Masken etwa, die zu Ehren dieses denkwürdigen Tages auf offener Straße in den mannigfachsten Gestalten und Formen aufttetend, die Aufmerksamkeit eines schaulustigen Publikums auf sich ziehen? — Aehnliche Erscheinungen und Aufzüge wiederholen sich ja im Leben deheutigen Israels gar zu oft, als daß sie noch irgend eine Wirkung hervorzubringen im Stande wären. Romanschreiber, Korrespondenten politischer Journale geriren sich als Träger jüdischer Wissenschaft und gelingt eS der Gewandtheit ihrer Zungen gar oft, sich der lukrativsten und bedeutendsten Rabbinate zu bemächtigen. Blätter antijüdischer Tendenz suchen unter der Firma „Jüdisch-theologische Wochenschrift" < bei einem leichtgläubigen Publikum Geschäfte zu! machen. Konfirmations-Feierlichkeiten, unmittelbar dem Bode» des ChristenthnmS entnommen^ suchen sich unter dem Mantel echt jüdischer Religion^ lehre auch in der Synagoge ein bescheidenes Pütz* chen zu usurpiren. An der Stelle de- Schofar soll eine kunstvolle Orgel treten. Der Almemmor soll sich ebenfalls des Rechteder Freizügigkeit ersteuen u. s. w. «. s. w. — Nun ist dies wohl doch eine vollendete Maskerade! Wären diese rrNst ähnliche Erscheinungen nicht gar so trauriger Natur, man könnte wohl das ganze Jahr — P»ri» haben! Im „Pesther Lloyd" und sonstigen hierländische» Journalen erschienen für das nächste Sommersemester kaum mehr, denn circa 199 Konkurse zur Wiederbesetzung vakanter Lehrerstellen. Der Grund dieser vechältnißmaßig geringen Anzahl von Konkurse» ist leicht erklärlich, so man erwägt, daß viele sonst recht achtbare Gemeinden auf dem Gebiete der Schulstagen noch so wenig Takt bekunden, daß sie ihre Lehrer nicht mit jedem halben, sonder« erst mit Ende eines ganzen Schuljahres wechseln. Diese bedauernswerthe Stagnation auf einem Gebiete, wo bekanntlich reges Le den unerläßlich, dürste theikweise durch den unliebsamen Umstand «ttschutt»igt sein, daß die Gemeinden bei jedem Lehrerwechsel die Neifespesen der Lehrer zu tragen habe«. Daß aber die arme Gemeinde und nicht der betreffende Herr Lehrer die UebersiedelungSkosten trägt, geschieht aus rein praktischem Gesichtspunkte. Der ehr« Herr Schulmeister würde ja sonst dem ehrenvolle» Rufe nicht folgen — könne»! ES hatte vor Kurzem bereits den Auschei», <ckS drohe der Kostenpunkt der Reisespesen das ganze herrlich complicirte Lehrer-Wechsel-Geschäft aus de« Schooße der jüdischen Gemeinden zn verbanne». Gottlob! Das schöne System ist gerettet! Den Gemeinden wurde nämlich mittlerweile daS SelbstverwaltungSrecht zuerkannt. ES ist aber leicht ersichtlich, daß die nächste Pflicht eines neugewahlten CultnSvorstandeS keine andere sein könne,,als um jede» Preis ehethunlichst seine Lehrer anzustellen. WaS würde aber auch eine Gemeindeautonomie ohne Lehrerwechsel sein? — Nichts gar nicht-; ein unbeweglicher Koloß ohne Geist, ohne Leben! Wie diese Blätter bereits gemorst, hat der iS», magyar'sche Tempel in Großwardein vor Kurze«

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