Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1862-04-02 · Heft 14 (2.4.1862) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 14 (2.4.1862)
Date
1862-04-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2446951-2447036-2447051--01231-2456472
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Or. I. hätte, wir find dessen fest übeweugt, keinem seiner Schüler die Verfolgungssucht in- Herge« pflanzt. — Daß aber die Religion Israels die Der» vrecher innerhalb ihrer eigenen Bekenner bestraft wissen will, darod trifft sie wahrlich nicht der Borwvrs der Verfolgungssucht; da könnte man jeden Gerichtshof der VerfolgungSsucht zeihen, und der Staatsanwalt, dessen Aufgabe die Anklage des Der drecherS ist, wäre der vcrfolgungSsüchtigste Mensch. „Aber, könnte man uns cinwenden, darin liegt eben die VerfolgungSsucht, daß da- Judenthum so strenge Gesetze hat, welche die Freiheit de- Glauben- und Denkenverhindern." Das Unwahre diese- EinwandeS habe» wir bereits häufig in diesen. Blättern auseinanderzusetzen versucht. Das Judenthum ist allerdings kein bloßes philosophisches System; eS be schränkt allerdings, zwar nicht die Freiheit, aber doch die Willkür des Denken-; sein innerstes Wenn zugleich mit der äußeren Form seines Auftretenist das Gesetz, denn es ist die Wahrheit, die absolute Wahrheit, und kann daher seinen Belennern kein Abmerchen von dieser Wahrheit gestatten; daher die strengen Gesetze gegen jene von Herrn von B.-H. namhaft gemachten schweren Verbrechen, die entweder ein Abfall find oder einem solchen gleichstehen (die Entweihung de- SabbatL ist, wenn solche durch eineu Juden geschieht, Leugnung der Weltenschöpsung durch Gott, folglich GötzeMenst). klebrigen-irrt Herr von B.-H. sehr, indem er behauptet, daß, „der Abfall vom Glauben, der leichtsinnig ausgestoßene Fluch, die geringste Verletzung de- Sabbats rc. mit dem Tode bestraft wurden." AL' diese Verbrechen mußten in Gegenwart dön Zeugen, nach erfolgter Warnung und trotz derselben geschehen sein, wenn sie mit dem Tode bestraft wurden. Nicht eine leichtsinuige Uebertremng, sondern eine wohlüberlegte, auf Auf. lehnung gegen Gott und sein Gesetz beruhende Uebertretnng zog die Todesstrafe nach sich. Ueherhauvt wurde bei unfern Voreltern das Criminalrecht so milde geharrdhabt, daß kaum einmal in siehenzig Jahren eine Todesstrafe vollzogen wurde; ja, wir können es dreist behaupten, baß von all den Todes urtkeilen, wie sie selbst bei den gebildetsten Völkern noch heute vollzogen werden, unter toOL) Verbrechern kaum einer von einem jüdischen Gerichtshöfe nach jüdischem Rechte rum Tode vermtheilt werden würde; und diese mildePraxis schreibt darjüdische Religio ns gesetz vor (Tnp.i noch mehr, es werden uns nur zwei Fälle angegeben, daß überhaupt wegen Sabbatverletzung ein TodeSurtheil vollzogen worden; der eine ist der von Herrn von B.-H. citirte. der andere in vachbiblischer Zeit, bei dem sogar der Vorgang nicht ein gesetzmäßiger, sonder« Lurch die Zeitumstände erforderter (Tyw rwin) war; ferner werden uns nur zwei Falle angegeben» i, denen die Gotteslästerung mit dem Tobe, durch Menschenhand bestraft worden; ähnlich verbält esich mit der Bestrafung „de- Abfallvom Glaube»" oder vielmehr de- Götzendienste-. ' r' Las ist die Bersolguugssucht de» JudeuthvmL Israel hat von Anbeginn an friedlich unter hq» Stationen gelebt, fern, fern von aller Proselytenmacher«, allen Menschen ihren Glauben belassen^ froh, wenn ein der Bekenmmg beeigenen unbehelligt blieb. Aber wie selten ist «s unbehelligt geblieben! Nebukadnezar zwang unsere Vätern vor seinem Götzenbilde zu knieen, Hamau wollte d^ch Volk vernichten, „dessen Gesetze verschieden pon denen aller Völker", AntiochuS EpiphaneS versuchte gewaltsam den CultuS „der Götter Griechenland»* in Judäa einzusühren, die römischen Lasser verlangten abgöttische Verehrung und als erst die ans J^ rael selbst hervorgegangeue Religion zur . Herrschaft gelangte, da.doch, wir walle» ja jene mitternächtliche Schatten nicht heraufbeschwören wollen freudig all jene furchtbaren Leiden vergessen, die wir erdulden mußten, da wir ja in einer schöneren Zeit leben und uns im Vergleiche mit .de» Vorfahren nur wenig zu beklagen haben. Freilich, freilich, auch heute noch hat unser Volk Manchepr erdulden. Wenn jedoch erneS irregeleitete« und bornirten Pöbel- Geschrei uns schrecken will, uns höhnt und verfolgt, da schweigen wir gern. Wenn aber ein Mann ln hervorragender Stellung , von hervorragendem Wissen, von hervorragend edlem Charakter wie Herr von B.-H. so vorurtheilsbefangeu unaegenübertrttt, da ist es heilige Pflicht zu reden, da gilt eS, daedle Selbstbewußtsein innerhalb der eigenen Stämmesgenoffen z» wahren, da müsse» mir es aussprechen, daß wir unsere Fahne hochzuhaltea entschlossen find, die Fahne unsereheiligen Glazp den-, an der kern Makel tz-stet. — Dsu zLMtzrr Arma- und WlgtrdmdmwM jy. zrrrlnl-N. -i? Ungenannter in Mainz 2 fl. Durch Lehrer Mayer Löwenberg in WupStors bei Gelegenheit der Verlobung des Herrn L. A. Löwenberg z mit Fr .lein PHUippine Spanier, dahier mit dev j Motto: neH ivwn cm l dp ri« isn er< vnvV. Für die Armen in Von M. A. Löwenberg 1 Thlr.; L. A. Löwenberg 1 Thlr.; Wasch Spanier 1 Thlr.; Frau Wittwe E ^panle^r

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.