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Der Israelit · 1862-03-12 · Heft 11 (12.3.1862) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 11 (12.3.1862)
Date
1862-03-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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84 tt. Die Feier unserer Fester, unsere Freude und unser Genuß an ihm, zeige uns die Pflichten eines jeden Einzelnen, daß er zu leben und zu weben habe in der Gotteslehre, daß ec sich erkenne als einen Jsrael'Ssohn, als Träger des göttlichen Namens Als in Persien sich uns umwandelle das Leid in unendlichen Jubel, da ward unseren Patern Licht, Freude, Wonne und Würde ip'i posi .11221 mx. mx, sagen unsere Weisen, das Licht m.i n, das ist die Gotteslchre, das Gotteslicht war unseren Voreltern wieder geschenkt nach jenen Leiden, durch jene Leiden. Sie hatten erkannt, daß alles Irdische vergänglich, daß keine irdische Macht, nicht Gold, nicht Silber, nicht Ehre und Größe sie geschützt hätten, daß bei Gatt allein ist die Hilfe. Die Tbora, deren Erfüllung ihnen früher eine Last geschienen 12'p sie beugten sich jetzt freudig ihrem himmlischen Joche .1x1 1711 Lv'z, '2ii2i, und Mardechai sah ein? neue Welt erstehen, eint Welt des Lichts und der Erleuchtung, der Erkenntniß und der Pflichterfüllung. Wie gern weiheten die Eltern nunmehr die ihnen neugeschenkten Kinder dem Studium der Gott^slehre, wie froh suchten die Kinder ihrem Lehrer Mardechai zu folgen, mit dem sie Leid und Kummer getheilt hatten. AuS diesen Kindern gingen jene Männer hervor, auf welche wir noch heute und mit Recht stolz sind, die Träger und Stützen der mündlichen Lehre. Wollen wir demnach das Purimfest recht fröhlich feiern, so müssen wir uns vor Allem bewahren das Licht, die Gotteslehre, müssen in sie einführen unsere Kinder, durch die Thorah wird uns wahrhaft pooi .ii2l7 Freude und Wonne erblühen. oi' ir iivLk Das ist der Genuß, der irdische Genuß; denn auch genießen soll der Jude. Nicht ist dem Juventhume die Erde ein Jammerthal, eine Welt ununterbrochenen Kummers, nein, 2"', .1122? Freude, Festtag erblüht dem Juden. Ihre Festtage hatte ihnen Haman mißgönnt, darod hat er sie verleumdet beim König i2vb oi2pv rv.ii7 .12 >2 bix nbpvb '3'0 aber, daß sie ihre Festtage gehalten, darob schützt sie Gott. Aber auch der irdische Genuß sei uns ein nicht bloS irdischer, sondern eine 11217 uso bv, ein zum Geiste hinführender, deßhalb erschallen am Fcsttische der Juden Lieder, die den allgütigen Geber verherrlichen, deßhalb gehe dem Mahle vorher die.1212, der Segensspruch, der uns hinweist auf den Spender alles EigenthumS. deßhalb beschließe das Mahl 11,2.1 N2i2, der Dank für das Genossene; eS sei ausgesprochen von uns, daß wir uns nicht gesättigt haben, um unsere Begierde zu befriedigen, sondern um Kraft zu gewinnen zum Gottesdienste — es darf daher .11111 i'i3, die Erwähnung des GotteSbundeS und der heiligen Lehre nicht fehlen im Danke für die Sättigung. — , .ib'2 11 sil7i7i, und Wonne, das ist das JsraelSzeichen, sie Milah; wonnig durften wiederum unsere Väter nach den Tagen der Schmach als Inden sich fühlen und wissen. O, daß auch wir uns vncchdringen von dem wonnigen Bewußtsein, Erben zu sein de- Abrahamsbuudes, anzugehören dem von Gott erkorenem Volke! ipn, und Würde ward den Vorfahren in reichem Maaße, s'ixi '2^ bv 1x11 12x1s? 0x1 bs 21 ir xipe '1 217 '2 das ist die Tephillin-Kcone, denn also heißt's: Sehen sollen alle Volker der Erve, daß der Name Gottes auf Dir ruhet! Ja, stolz trugen wiederum unsere Eltern den Tephilliu-Schmuck. ES war wiederum eine beneidete Ehre aus Juda'g Volk zu stammen, Gottes Gebot zu erfüllen. Möchten doch auch wir stolz sein darauf, daß des Allherrn Name auf uns ruht, oaciu finden uaseru Ruhm und unsere Ehre. Schon strecken Feinde aus unserer eigenen Mitte die Hand aus, diese Krone von unserem Haupte zu reißen. Bewahren wir sie uirS «M aller unserer Kraft, denn was wäre Israel ohne den Namen seines Gottes? Setzen wir unS lieber nieder zum Purim-Mahle, durchdrungen von hohen, heiligen Gesinnungen, und bei der Freude des Mahle-, da wollen wir mahnen unsere Kinder und unsere Umgebung, daß sie bleiben auf dem geebneten Pfade der göttlichen Lehre Dann wird uns erblühe» für immer, Licht, Freude, Wonne und Würde — die Gotteslehre, die Festesfreude, der Abrahamsbund und die Tephillinkroue. — m. Aber nicht nur als Einzelner für sich selbst, nicht nur für seine nächste Umgebung hat der Jude pr sorgen — die Erfüllung der übrigen Purim-Pflichten, 2'11'IXV 12121 1.1212 17'X 1102 1Ö17 weise uns darauf hin, daß der Jade nur Jude zu sein vermag innerhalb seines Voltes, daß er sich nicht adschließe» darf von seinem Volke, daß er nur in Verdi« - düng mit seinen Brüdern Großes zu leiste« i» Stande ist. Unsere Voreltern nähme» es auf sich rmv mb» i.ipib v'x daß sie am Purimfeste Freundschaftsgeschenke senden wollen Einer dem Andern. Unterschätzen wir sie nicht, diese Pflicht, sie stellt uns da- Höchste und Schönste dar, was der Mensch erlange» kann, wodurch er Alles zu erlangen vermag; sie ift ein Symbol der Freundschaft und Bruderliebe. Eintracht und Einigkeit, Hingebung de- Eine» für de» Andern, edle, beglückende Geselligkeit - das ist d« Sieg der Menschenwürde über die Selbstsucht und Selbstliebe, die nichts Höheres kennt als sich uad sich und wieder sich, die in jedem Mitmenschen eise» geborenen Feind erschaut, der ihren GeWrß zu schmälern gekommen ist. Diese Schlange der Selbstsucht; die sich mit ehernen Ringe» um Alles schlingt, und

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