Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 10 (5.3.1862)
- Date
- 1862-03-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2447036-2447047--01195-2456432- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
77 kommensten und reinsten Sinne des Wortes — in der Praxis kund gibt: Hier sehen wir einen jüdischen Minister, da einen jüdischen KriegSfekretär, dort einen Juden im Oberhause sitzen; nur in Preußen, dem vielgepriesenen Staate der Intelligenz und des Liberalismus, da kostet jeder Schritt vorwärts sür unser Recht harten und sauren Kampf. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 18. Febr. Schmerling beantwortet die Interpellation Mühlfeld's betreffs israelitischer Lehrer für christliche Kinder. Der Gegenstand werde bei einer baldigen Revision des Schulcodex in Betracht gezogen «erden. Ans Ungarn, Ende Februar. Der um die Erstarkung und Kräftigung echt jüdischen Geistes und jüdischer Gesinnungsiüchtigkeit hochverdiente Herr Rabbiner I)r. Hildesheimer in Eisenstadt sucht in Nr. 7 dieser geschätzten Blätter in einer eingehenden Erörterung die Aufmerksamkeit der gesammten Judenheit, insbesondere aber die der orthodoxen Partei imJudenthume aus zwei der vorzüglichsten, dringendsten Angelegenheiten Palästina'- ftu lenken: die regelmäßige Unterstützung und den Bau jüdischer Armen- und Pilgerwohnungen in Jerusalem. Derselbe fordert daher in begeisterten Worten auf, mit gesteigerter Theilnahme ans Werk zu gehen und durch allseitige Concentrirung der vorhandenen Kräfte die Realisirung dieses gottgefälligen Projektes ehethunlichst zu ermöglichen. — Es dürste unsres Erachtens kaum einen redlichdenkenden Israeliten geben, der die Ansicht des Herrn H. nicht mit vollem Herzen und aus eigener Ueberzeugung theilen würde. Was vereinte Kraft vermag, hat die Geschichte der Menschheit, hat die tägliche Erfahrung sattsam dargethan. Da indeß die betreffende Auseinandersetzung, wie dieß Herr Rabb. H. selbst angibt, in Folge eines in Nr. 3 des „Israelit" erschienenen Korrespondenz-Artikels hervorgerufen wurde, können wir nicht umhin, im Interesse des in demselben ventilirten Unternehmens auf diesen Gegenstand hier noch einmal zurückzukommen. Vielleicht gelingt eS uns, Hrn. H. mit diesem neuen Vorhaben mindestens theilweise auszusöhnen. Me bereits bekannt, macht Herr Boß eine Rundreise im Lande, um dem neuen Gotteshause kr Jerusalem zwei nmn ''»so nebst werthvolleu «np Hz zuzuführen. Als dieser vor einigen Wochen zu diesem Behufs auch hierorts mehrere Tage verweilte, unterließen wir eS nicht, ihm über das Unpraktische seines Vorhabens die wohlmeinendsten Vorstellungen zu machen. Wir sagten ihm, daß sein Berdienft unsres Erachtens ein ungleich größeres wäre, so er sich entschlösse, die bereits gesammelte Summe'—- fl. 600 in ö. W. —an drnv' "V zu vertheile». Doch derselbe eröffnet« u»S, daß dies seinerseits ein '»nz sei, «ovou er unter keine« Verhältnissen de- Lebens zurücktreten dürfe. — Nun entsteht aber dia Frage, ob sich dieser -ni wohl dahin modificire» ließe, daß die zum bezeichnten Zwecke gesammelten Gelder einer anderweitigen, wichtigeren Bestimmung zugeführt würden? Dürste in ähnlichem Falle etwa das zur Geltung gebracht «erden? — Wir wagen dies kaum zu glauben! (Wir ersuche» den geehrten Referenten inl Jore Deah 259, 2, Lure Sahab 3. daselbst nachzusehen. Die Redaction.) WaS übrigens die Besorgniß des Hrn. Rabb. H. betrifft, wonach durch ähnliche Seperatunternehmungen die Kräfte nur zersplittert würden und sohin den wesentlicher« Bestrebungen empfindlicher Abbruch geschähe — so muffen wir diese als nicht ganz begründet bezeichne«. Die Gelder für den Bau der Pilgerwohmmgen werden bekanntermaßen nicht durch eigene hiemit betraute Sendboten gesammelt. Das Hauptverdienst hiebei gchührt imstceitig der löbl. Redattiorr dieser Blätter. Die Aufrufe, die von Zeit zur Zeit in den Spalten deS „Israelit" erscheinen, verfehle» die beabsichtigte Wirkung nur selten. Gottbegeisterte Männer, vom Jammer- und Hilferufe unserer Brüder im h. Lande mächtig durchvibrirt, veranstalten im Schooße ihrer Gemeinden zu diesem Zwecke Lolletten, deren Ertrag an die löbl. Red. d. Bl. Übermacht wird. Die Namen der menschenfreundlichen Spender nebst ihren milden Gaben werden behufs einer genauen Kontrole in einer eigenen Rubrik regelmäßig veröffentlicht. — Nun ist dies gewiß die würdigste, allein gleichzeitig die entschieden minder erfolgreiche Weise. Denn — sprechen wir offen — hat sich wohl der „Israeli!," hat sich die jüdische Preffe