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Der Israelit · 1862-02-26 · Heft 9 (26.2.1862) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 9 (26.2.1862)
Date
1862-02-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
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alter, nicht nach dem intelligenten Preußen, wo Juden alS Geschworne fungiren und ihr einfacher Eid: so wahr mir Gott helfe! über Lebe» und Tod rhrer christlichen Mitbürger entscheidet. Die Majorität habe immer die Minorität verketzert u. s. w. Doch der Neophvt ruhte nicht und trat noch zweimal ans, zuletzt vorigen Mittwoch, dem unser Apologet in zwei „Nach, schristcn« energisch antwortete. Der Hauptgegenstand des Streites ist Talmud Baba-Kamma Fol. 113! 1i» dar Israel äsjaäa saänsso rc., wobei ihm Dr. Fr. nachgewiesen hat, daß er einen vierfachen Fehler begangen hätte: cr lasse Worte im Originale fort, er übersetze falsch, er mache unrichtige Schlüsse und verfehle endlich ganz den Sinn drs Satzes Er führt ihm ferner zu Herzen, wie die Schmähung seines ursprünglichen Glaubens seinem jetzigen Christenthume wenig Ehre mache: der Talmud wenigstens verbiete, in einen Brunnen, aus den» man Wasser geschöxst bat, einen Stein zu werfen. E r werde dem Zudenthume keinen Schaden zufügen, wohl aber durch fortgesetzte Verleumdungen desselben sich wohl noch um den letzten Rest der Achtung bringen u. s. w. Wird nun der Gegner schweigen? Wie wir hören, wird der hartnäckige Widersacher an die höhere Instanz appclliren, aber waS wird ihm das helfen? Ein solcher Skandal ist noch nicht in Königsberg gewesen, daß so zu .sagen aus der Mitte des JudenthnmS ein Ankläger gegen dasselbe vor das Publikum tritt, nachdem mau selbst in Rußland nicht mehr mit dergleichen Verketzerungen sein Glück macht. Beim unwissenden Volke schadet die Sache doch immer, so gut st«' auch vertheidigt wird (somper LÜijuiä bueret). Ich hielt es aber für um so nöthiger, den Gegenstand in Jhrrm Blatte zur Sprache zu bringen, (wie denn auch die Königsb. Hartung. Ztg. eine Notiz davon gab) als der Ncophyt noch immer große Verbindungen in seiner früheren Heimath Rußland unterhält, ja sich auch hier bei uns fortwährend unter Juden, namentlich denen aus seinem Vaterlande Geschäfte und Denunciation halber bewegt. Hat er doch sogar im vergangenen Jahre eine kurze Zeit hindurch einen hebräischen „Handels-Anzeiger« (1V22.1) herausgegeben und darin eine fromme Miene angenommen, bloß um zu täuschen und Abonnenten anzulocken. Doch auch dieser Schwindel mißlang ihm bald und der Anzeiger ging den Weg alles Fleisches, wie seine fortgesetzten Anfeindungen des JudenthumS auch nur ihm selber Schimpf und Schande bringen werden. Ich warne hiermit drik handeltreibende Publikum vor diesem gefährlichen Menschen, vor dieser wahren Plage Königsbergs, de« die Juden früher mit Wohlthaten überhäuft haben, als er arm und verlassen hieher kack, dem auch der Bet» theidiger des Judenthums gegen ihn zur Unterstützung und Belehrung verhals. — Unserm Cantor, H. Weiatraub, ist eine große Ehre wiederfahren. Se. Majestät, der König Wilhelm I. von Preußen, dem er seine „Israelitischen Tempelgesänge« übersandt hatte, verlieh ihm in Anerkennung seiner musikalischen Leistungen die goldene Medaille für Kunst. Wir freue» uns um so mehr über diese Auszeichnung des Manne-, als sie ihm für die ihm hin und wieder in der Presse entgezenzetretenen feindlichen Stimmen eine wahre Grnugthuung gewährt. — Es hat sich hier in der Gemeinde eine sogenannte Cultus-Commisflon kgebildet die mit allerlei Reformprojekten schwanger geht. Sie wallte Anfangs, wie wir hören, eine Orgel und deutschen Gesang einführen. Aus der Orgel wird schon" bestimmt nichts, nachdem ein achtungSwertheS Mitglied, der praktische Arzt vr. Samuelfon in der Conmüsfio» die Ansicht vercheidigte: dieses christliche Instrument würde nur dazu dienen, die Frommen zaus der S?» nagoge herauszntreiben, und die Indifferenten würde es doch nicht kerbeizusocken im Stande sein. Dies« praktische Ansich drang durch. Heil dem Manne! Wir haben ihm schon persönlich unfern Dan! ausgesprochen, er empfange .ihn hier öffentlich! Der wackere Men» ist nicht nur ein Meister in feinem Fache, sonder» auch in der Wissenschaft des JudenthnmS nicht unerfahren eine Art Er ist in seiner Präzis besonders ein Liebling der polnisch russischen Jude». Die deutschen Gesänge werden wohl auch ein todtgebornes Sind bleiben. — Ein neuer Religtonslehrer, wie ih» unsere Gemeinde anzustellen beabsichtigt, ist noch immer nicht gtsunden. Dieselbe ist sehr wählerisch. — El» christlicher Schneldcrgeselle ist hier förmlich zum Judenthum übergetreten und heirathet eine Jüdin. M. Almsm. Oesterreichischer Kaiserstaat. Prag. „Nächst den Deutschen müssen die Jude» herbalten, gegen welche in demselben Maße, in welche»

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