Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1862-02-26 · Heft 9 (26.2.1862) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 9 (26.2.1862)
Date
1862-02-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2447036-2447046--01187-2456423
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

70 StckerShausen bei Altzkngrn i fl. 45 kr. unter dem Motto ^-72 Dmch Lehrer I. Ln ß in Spangenderg: in froher Abendgesellschaft gesammelt 24 Thaler, abz. Porto 4 fi. 64 kr. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschlasd.! Vom badischen Mittelrbern, 15 Febr. : Sicherem Vernehmen nach sind sammtliche 9 Mits gNeder der Commission für das Emancipationsgesetz demselben günstig gesinnt. Die vorzüglichste Abans derung wird Erweiterung des Nebergangsstadium- I bezüglich des Allmendgennsscs von 5 ans 10 Jahre! sein. Es fragt sich nun, welchen Einfluß der eben- > begonnene Petitionssiurm auf die Kammer üben wird. Die Mittel, welche von den anonymen Urhebern der lithographirtcn Petitionen zur Anwendung - gebracht werden, sind nicht geeignet, ihren sittlichen Einfluß zu erhöhen. ES ist aller Grund zu der Erwartung vorhanden, daß sich die badische Volksvertretung in dieser Frage in Vertretung der geläuterten öffentlichen Meinung des Landes als selbstbewußte, charaktervolle Stütze dcS liberalen Ministeriums erweist. Karlsruhe, 14. Frb. Die heutige Sitzung der zweiten Kammer ist vorzugsweise merkwürdig durch den ersten Anprall der Petitionen gegen vollständige bürgerliche Gleichstellung der Inden. Es mögen gegen 30 Petitionen in diesem Betreffe verlesen worden sein, darunter eine ganze Reihe, die von dem Sekretariat als „lithographlrt" bezeichnet wird. Ucbergeben find dieselben von verschiedenen Abgeordneten; zum Theil find sie auch bei dem Sekretariat eingelaufen. Der SeekreiS hat sich besonders stark drtheiligl. Preußen. Berlin, 15. Feb. In der heutigen Sitzung des HauseS der Abgordneten brachte der Abgeordnete von Rönne (Glogan) einen Antrag ein, betreffend die Eide der Juden (Aushebung deS Eidemors Königsberg, 16. Feb. In diesem Augenblick beschäftigt eine öffentliche Polemik eines russischen Necphyten gegen seinen ursprünglichen Mischen Glauben unsere ganze Gemeinde. Der falsche Ankläger ist ein gewisser M. Iwano witsch, dem der Literat vr. M. Freystadt unermüdet cntgegcntritt. DaS Sach', erhältniß ist Folgendes. In fortwährendem Verkehr mit Rußland bringt undies Land gute und schlechte Verbindungen, diesmal also eine der schlechtesten, die sich je unserer Grenze genaht Haber. Der Fall ist besonders für Rrßtand sehr wichtig: es gilt daS Böse mit Rumpf nud Stil au-zmotten -,2p Der Genannte, M. Iw., ass Podolien zu Hause, kau», zum griechisch-katholischen Glauben bereits in der Heimath übergetreteu, vor mehreren Jahren nach Preußen, erwarb das Bürgerrecht, ward hier wieder Jude, ging später zur evangelischen Religion über und betreibt gegenwärtig beb unin Königsberg das Mäkler-Geschäft mir Polen und Rußland, von wo Jahr auS Jahr ein Kausleute hier verkehren. Oft schcn trat derselbe als Denunciant auf, ohne daß ihm beizukommen war, bis ihn endlich die Nemesis erre cht hat. Vorigen Sommer nahm er einem armen jüdischen Ehepaare aus Rußland die Pässe nebst Geld ab, angeblich jene jdasür nach Berlin visiren zu lassen, in der That aber fälschte er sie nnd beschuldigte jeae unbescholtenen Leute selbst des FalsumS. Es fanden mehrere öffentliche Verhandlungen statt, er Nage geradezu das ganze Judenthum des Meineideau, er brachte de» Talmud mit vor Gericht; doch es endigte mjt sein r Verurteilung wegen Betrugs und Fälschung. Man sollte nun glauben, mit der Sache wäre es auS. Aber nein, jetzt wird sie gründlich in der „Ostpreußischen Zeitung" einem Ableger der reaktionären Berliner Kreuzzeitung ventilirt. Der Denunekant citirt den Talmud und MaimonidrS, um je ne früheren Glaubensgenossen zu verdächtigen, er cppelltrt an die öffentliäe Meimmgj, er beschimpft seine Landsleute, seine Wohlthäter — umsonst, er Llamirr sich immer mehr, wie er die Achtung seiner Mitbürger bereitverloren hat. vr. Freystadt trat in jener Zeitung ihm nnd seinem Verteidiger zuerst mlt einem »offenen Briese" entgegen, der mit den Worten schloß: die ganze Verhandlung versetzte den Leser indunkle Mittel-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.