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Der Israelit · 1862-02-26 · Heft 9 (26.2.1862) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 9 (26.2.1862)
Date
1862-02-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Normt es nunmehr darauf an, die Hindernisse, die sich demselben entgegcnstellen, hinwegzuräumen. p2pe>o O'2^7I '21U ^2 P!X 1'VI^I v'v.1 mxipo NM 2'221N NX Die öffentlichen Wege haben im Winter gelitten, die RcinigungSbäder sind verschlammt und manches allgemeine Bedürfnis; ist in winterlicher Zeit unvollendet geblieben. Gleich nach dem Adarmonate kömmt Nissan und mit ihm das Pcßachfcst; an ihm mußte ganz Israel erscheinen vor seinem Gotte; die Wege für die zum Wallenden mußten gebahnt werden. Wir können nicht mehr hinaufziehen nach Jerusalem; dennoch aber wollen wir erscheinen am Feste vor unserem Gotte. Um vor seinem heiligen Antlitze zu erscheinen, müssen wir die Wege zur Tugend uns bahnen; aber diese sind schwer zu wandeln und die Hohen find mühsam zu erklimmen. Ach, wie viele Hindernisse treten uns entgegen auf diesen Pfaden! Bald ist cs die Gewohnheit, die uns abzieht, bald die Umgebung, die uns nicht ziehen lassen will, bald wird unser Fuß gefesselt durch den Schlamm der Lüste, bald sucht die Habsucht uns auf Abwege zu führen, bald erlahmt unsere Kraft und den Gipfel im Auge wandeln wir nur zu gern in der Ebene. Die Höhe möchten wir schon gerne erreichen, aber die Stufen sind so mühsam zu ersteigen! Auf, lasset uns die Wege bahnen, lasset uns die Hindernisse besiegen, unfern Willen zur Ausdauer kräftigen. Wir haben einen treuen Führer in der Lehre unseres GotteS: cndvk swi2'.-u >2; 252 '211 .i'2ii lieblich sind ihre Wege und friedvoll all ihre Pfade. — rnrnp2 px Die Nc-inigungLtädcr sind wahrend des Winters verschlammt; am Pcßachfeste mußte ganz Israel rein erscheinen vor seinem Gotte; die NeinigungSbüder mußten also wieder hcrgestellt werden. Don den Gesetzen über Reinheit und Unreinheit, ist unS in der Verbannung, nur Weniges geblieben. Was uns davon übrig geblieben, hat sich in den Echooß der Familie geborgen und entzieht fick der öffentlichen Besprechung. Das innige, reine, streng nach den Vorschriften der Gotteslehre geordnete Familienleben war ehedem der Stolz und der Ruhm unseres heiligen Volkes. Das innige Familienleben ist die Hauptgrundlage aller Eitlem cinheit. Die Erziehung des Kindes dnrch Gewöhnung zum Guten ist in ihrer Vollständigkeit nur innerhalb der Familie möglich. Die zarten Bande der Familie schlingen sich um das Herz der Heranwachsenden Mitglieder derselben und bewahren sie am sichersten vor allen Ausschreitungen. Die Fesseln der Familie fesseln den wilden Sinn dcS kräftigen Mannes, bewahren ihn vor der Durchbrechung gottverbotener Schranken; des Weibes Eigensinn wird gebeugt, und die Allgewalt heiliger Liebcspflichten ist es, die des Menschen j Herz veredelt und seinen Willen zähmt und kräftigt zugleich. Der Geist, welcher in der jüdischen Familich herrschen soll, das ist der Geist der Reinheit vor Allem. Zu jener Zeit, da dieser Geist der Reinheit noch seinen hervorragenden Einfluß in alle» Mischen Familien übte, da waren diese so wie sie sei» sollen — der Ruhm und der Stolz unsere--Volke». O, daß dieser Geist der Reinheit so vielen jüdische» Häusern abhanden gekommen, daß die Reinigung»- bäder verschlammen, ohne daß sie wieder hergcsiellt werden! Ihr Frauen in Israel, ihr wäret es stet», welche die Reinheit und Heiligkeit der Familie z» bewehren wußtet. Aus diesem Grunde wäre» e» me Frauen, um deswillen unsere Väter auS Mizrajim erlöst wurden; sie waren es, die im begeistert^» Abgelange der Mirjam folgten und die sich, weigerte», dem goldenen Kalbe ihren Schmuck zu opfern. Ihr Frauen in Israel, sollen wir euch vorführen all die hohen Frauen gestalten aus Israels Vergangenheit, unsere erhabenen Stammmütter, unsere begeisterte» Prophetinnen, die Mütter und Erzieherinnen unserer größten Männer, oder die Retterinnen und Beschützerinnen unseres Volkes? Nein, wir wollen euch uyr mahnen an eure eigenen Mütter, wie sie in heiliger Herzenseinsalt und Gottesfurcht wandelten vor GoH keine Freuden kennend als solche, welche das eigene Haus ihnen bot. keinen höheren Schmuck kennend, als die Tugenden ihrer Gatten und Kinder. Jene ließen die Neinigungsbader nicht verschlamme». O, lasset auch uns sie wieder Herstellen! — . ->122 72 1-241. Dasjenige, «aS Israel A der Verbannung erhalten und am Meisten dazu bep getragen hat, daß es nicht verschwunden ist inmitten der Nationen, ist der Gemeinsinn, welchet eL von Anbeginn an beseelte. Ms eine Familie zog JHrgel nach Mizraim, als eine Familie zog rS wieder herauf, als eine Familie zerstreute cS sich über den ganzen Erdboden. Auf seinen unzähligen Wanderungen, bin den unzähligen Verfolgungen und Bedrückungen, welche unsere Väter fast zwei Jahrtausende erduldeten, hat Israel cs nicht verlernt, Alle, die ihm angeboren, als zusammengehörig zu betrachten. Oftmals traf das Schwert deS Verfolgers eine große zahlreiche Gemeinde. Das Band, welches diese zuiammcngchalten halte, ward plötzlich zerrissen, und die einzelnen Glieder zerstiebten hierhin und dorthin nach allen vier Weltgegenden. Wo aber ausS Neue sich wenige Israeliten zusammensanden, da bildeten sie bald wieder eine Gemeinde, wo zehn Israeliten sich zusammenfanden, da erstand alsbald ein Gotteshaus, eine Schule, da wurden alsvgleich Krankenvercine, Wchlthätigkeitsucreine, Vereine zum Thorastndium, Vereine zur Ausstattung der Bräuie u. s. w. gebildet. Diese verschiedenen Vereinigungen sind in der Regel so alt wie die Gemeinden selbst. Nur da-

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