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Der Israelit · 1862-02-26 · Heft 9 (26.2.1862) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 9 (26.2.1862)
Date
1862-02-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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es rechte Thun und Unterlassen; wie man im h. Lande die im Winter verdorbenen Wege und verschlammten Bäder wieder I erstellte und für alle allgemeinen Bedürfnisse sorgte, so mögen auch wir alle Hindernisse hinwegraumen, die unserem religiösen Wandel entgegenstehen, und wie es damals für ganz Israel geschah, so sollen wir jetzt in unfern Kreisen das strenge Recht Handbaben durch mahnendes Wort und strafend e. That. l. Am ersten Tage des AdarmonatS mahnte man durch öffentlichen Ausruf au die Pflicht der Schckalimspende. Ein jeder Israelit vom zwanzigsten Jahre an und darüder hatte die Pflicht, einen halben Schekel als Hebe dem Ewigen zu geben. Bon dieser Echekelhebe wurden die Opfer der Gemeinde Israels bestritten. Der Reiche durfte nicht mehr, der Arme nicht weniger geben; ein jeder JSraclit sollte gleichen Thcil haben an den Opfern, welche Israel seinem Gotte darbrachte. Diese Gabe wurde deßhalb .im Adarmonate entgegengenommcn, weil von Nissan an und weiter die Opfer von .-.2^.-1, von der neu erhobenen Hebe dargebracht werden mußten. Die h. Schrift nennt diese Gabe das Lösegcld der Seele. — Für unsere Schckelspende kann leider nicht mehr dieOpfcrgabe gekauft werden; aber geben können wir noch heut das Lösegeld unserer Seele, das heißt, wir können lösen unsere Seele ans allen Banden des Lasters und der Sünde, indem wir das Körperliche weihen als ein Opfer dem Allmächtigen, unserem Gotte, damit unsere Seele frei werden Wir haben cS bereits wiederholt ausgesprochen: Tie Religion Israels befiehlt keine ascetische Lebensweise, sie gebietet nicht, daß wir die Triebe unseres Körpers gänzlich unterdrücken und vernichten; sie will aber, daß wir dieselben bezähmen durch die von Colt gegebenen Gesetze, daß wir sie mäßigen bis zu dem von Gott vorgeschriebcnem Maaße, damit unser Körper geheiligt werde, um der Seele dienen zu können, damit die Seele frei werde. Die wahre Freiheit ist nur innerhalb des Gesetzes zu suchen und zu finden. Wie dasjenige Land das unfreieste ist, in welchem die Willkür herrscht, so ist auch derjenige Mensch der unfreieste, welcher der eigenen Willkür Folge leistet. Nur durch gute und zweckmäßige Gesetze und durch strengen Gehorsam gegen dieselben in allen Schichten der Bevölkerung kann die Freiheit einer Nation begründet werden; ebenso kann auch nur durch strenge Gesetzesbcsolgung der Einzelne sich befreien von der Herrschaft der Sünde, dcS Lasters, der Leidenschaften. Es kann kein Gesetz geben, das bester und zweckmäßiger wäre, als dasjenige, welches Gott verliehen hat. Er selbst, der Schöpfer des Weltalls ist auch das ewige, unveränderliche Gesetz desselben. — Den halben Schekel soll der Israelit geben, zur Zeit, da die Natur sich wieder belebt, da die Zeit der Saat, des Erwerb-, de» Genusses wieder beginnt. Gib dich nicht ganz hin dem Erwerbe, dem Genüsse, gib den halben Schekel deinen: Gotte, als Lösegeld deiner Seele, das heißt, heilige deinen Körper, damit er diene der dadurch freigewordencn Seele. Zur Herrin ist vom allmächtigen Gott gesetzt die Seele dem Körper; so möge sie denn erwachen zu rechten Thätigkeit! Im h. Lande erging ebenfalls am ersten Tage des AdarmonatS durch öffentlichen Ausruf die Warnung vor der Uedcrtrctung de) KilajimverboteS. ES ist nämlich verboten, verschiedene Arten Saaten, Kräuter, Bäume unter einander zu säen und zu pflanzen; zur Frühlingszeit ließ hierauf der große Gerichtshof zu Jerusalem im ganzen h. Lande aufmerksam machen. Nach seiner nnerfprschlicheu Weisheit hat der Allweise die Gesetze der Natur fest begründet. Alle erschaffenen Wesen sondern sich in große Reiche, diese Reiche sondern sich in große Gruppen, die Gruppen Ln Gattungen, die Gattungen in Arten und so fort. Ein Geist der Reinheit wohnt der gelammten Schöpfung inne, und widernatürliche Vermischung ist dem Schöpfer ein Greuel. Sie war cS, welche dereinst Ihn veranlaßt e, durch die Sündfluth seine Welt zu verheeren. Aus diesem große» Grundsätze entspringen (nach unserem nnmaaßgedlichen Ermessen) die Gesetze über Kilajim: Der Mensch soll sich nicht vermischen mit dem Lhiere, die Thicre verschiedener Gattungen nicht untereinander, der Pflanzenwelt Entnommene- (sp>2'-?) nicht mit Solchen!, was der Thierwelt entstammet (>22), und nicht die verschiedenen Pflanzenarten untereinander. Diese Reinheit seiner selbst und der gesammten Natur, so weit sie lebendig ist (Thierrcich und Pflanzenreich) zu erhalten, ist dem Israeliten von Gott geboten. Gott hat den Mensche« eingesetzt zum Herrn der Schöpfung, er hat ihm dis Natur unterworfen, auf daß sie ihm diene, auf daß er sie pflege, bearbeite; aber diese Herrschaft hat ihre Grenzen; mag der Mensch innerhalb dieser Grenze» bearbeitend fortentwickeln; aber er fci sich stets bewußt, daß er selbst Diener ist des allmächtigen Gottes, nicht schrankenloser Herr; er wolle daher nichts Neues schaffen, was den Gesetzen der der Natur innewohnenden Ordnung znwiderläust. Bewahrt sich der Mensch diese- Bewußtsein, so wird er stets in rechter Weise zu unterlassen wissen. Wir habe» demnach die ewiaen Grundsätze für unser Thun und Unterlasse» gefunden. U. So vorbereitet für ««fern religiösen Wandel,

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