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Der Israelit · 1862-02-19 · Heft 8 (19.2.1862) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 8 (19.2.1862)
Date
1862-02-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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62 daher nach dem circa zwei Stunden von hier entfernten Dorfe Nüsselsheim, woselbst sich eine sehr bedeutende Cichoriensabrik nebst ^azu gehöriger Dampsmühle :c. befindet; wir ließen uns daselbst in die Fabrik führen und ließen un don die Fabrikation erklären, womöglich zeigen. Es stellte sich nun heraus, daß allerdings zur Besettung der Wurzel eine Fett-Substanz erforderlich ist; in der von uns besuchten Fabrik wurde aber nur Oel dazu gebraucht. Da wir ein rein wissentschaftliches Interesse Vorgaben, so beantwortete uns der Werkmeister alle unsere Fragen inr, 'sb wov. Er theilte uns mit, daß allerdings vielfach auch Schweinefett zur Befettung der Wurzel gebraucht werde, aber nur in der Quantität von 4 Pfunde pro Centn er; auf unsere Frage, ob denn so wenig genüge, entgegnete er, daß der hohe Preis des Schweinefettes, welches viel theurer als die Cichorie sei, den geringstmöglichen Gebrauch desselben nothwendig mache, und daß die angegebene Quantität dem Zwecke der Befettung der Wurzel vollkommen entspreche. - Es steht also demnach fest, daß es jedenfalls Fabriken gibt, in denen entweder gar kein Schweinefett angewandt wird oder doch so wenig, daß dadurch die Cichorie nicht religiös verboten wird (1 zu 200). Es müßten daher noch vielseitige, sorgfältige Erkundigungen eingezogen werden, ehe man zu einem Endresultat in Bezug auf die in Rede stehende Frage gelangen kann. — Wien, 6. Febr. Herr Jonas Ritter v. Königswarter hat nicht nur dem Magistrat 5000 fl. in Grundentlaflungen übergeben, mit der Bestimmung/ daß die jährlichen Zinsen zur Heirathsanssteuer für arme Bürgermüdchcn verwendet werden, sondern auch der israelitischen Cultusgemelnde übergab er 5000 fl. als Beitrag zur Bekleidung armer Schulkinder, und 2000 ff. dem israelitischen Fraucnverein. All das spendete er zum Andenken an seine verstorbene Gattin, die durch ihre Wohlthätigkeit so ausgezeichnete Frau Josephiue v. Königswarter. Wien, 10. FeLr. Im Abgeordnetenhausin- Lerpellirte Mühlfcld den StaätSminister behufs der Aufhebung des Verbots von jüdischen Lehrern für christliche Kinder. Schmerling versprach, die Interpellation zu beantworten. Frankr^ ich. Paris. Herr Bedarrides, Präsident der Kammer am Apellhose zu Aix. ist zum Generalprokurator am Apellhose zu Bastia (Corsica) ernannt worden. Es ist das erste Mal, daß in Frankreich so hohe richterliche Functionen einem Israeliten übertragen werden, und es ist sicher auch das erste Mal, daß Corsica, ein wesentlich katholisches Land, einen unsrer Glaubensgenossen als Beamten empfängt, (^reb.!sr.) Algier. Zu Constantine wurde am 8. D-.zbr. v. I. der Rabbiner Makhrlouf el Bez zur Erde bestattet. Dieser ehrwürdige Greis verschied, uns man sagt, in einem Alter von t07 Jahren. Er hinterläßt eine zahlreiche Nachkommenschaft und hat das seltene Glück gehabt, die Enkel seiner Enkel zu sehen. Da er ebenso tugendhaft, wie gelehrt gewesen, so folgte die ganze isr. Bevölkerung Constantiae'S in Thränen seiner Bahre. ab. isr.) Rußland. Warschau, 2. Febr. Nabbhler MeiselS und Jastrow solle» dieser Tage nach ihrer Heimath, nämlich nach Oesterreich und Preußen transportirt werden. — Seit Einführung des Kriegszustandes werden den in der Nähe der Grenze wohnenden Edelleuten und Juden keine Paßkarten nach dem Auslande mehr ertheilt; die Grenzbauern sind jedoch von dieser Vorsichtsmaßregel ausgenommen. (Dr. I.) Feuilleton. Hebron unä äas Grabmal äer Dskiareben. , Für ernste und gebildete Geister wird Hebron immer einer der interessantesten Punkte der Erde sein. Hebron, zugleich der Wohnort und der Begrübnißplatz der Patriarchen. Abraham, Jizchack, Jakob und ihrer Frauen, wirb noch heute, nach Tausenden von Jahren, mit gleicher Verehrung von Juden, Muselmännern und Christen angesehen. Hier ist's, wo Abraham seine Heerden weidete; hier ist's,

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