Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1862)
- Date
- 1862-01-08
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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10 Tempel Musik!" Hder andere landläufige Redensarten, die m Umlauf zu setzen die Resacravbtneu nicht verfehlt haben'. Die hier folgende Abhandlung diene also zur Aufklärung des Ungelehrten, damit mich er künftig im Stande sei, dem Apikaureß (Epikureios) zu entgegnen pm (Aboth, c. 2. §.14.)*) Daß wir uns bei Besprechung dieses Gegenstandes nicht auf den Boden der Reformer stellen, die da dem Zeitgeifie die Kraft der Umwandlung des jüdischen Religionsgesetzes zugestehcn, brauchen wir wohl nicht erst auszusprechen. Diesen Grundsatz zugeben, hieße das Judenthum geradezu mit der Wurzel Herausreißen und vernichten; da würde das Verbot von irn, das Verbot der Arbeit am Sabbat ebenso schwinden wie das Gebot der Nächstenliebe und der Elternehre, die auch dem immer materieller werdenden Zeit-Geiste (?) zum Opfer fallen können. Wir werden einfach schriftliche und mündliche Lehre befragen und aus ihnen uns Antwort holen. Es sind fast 18 Jahrhunderte verflossen, seitdem Israel seine Nationalität verloren und die Synagogen uns nur geringen Ersatz bieten für das zerstörte Heiligthum in Jerusalem. In dieser langen Zeit hat unser Volk eine unendlich große Reihe erhabener, weiser, gelehrter, heiliger Lehrer besessen und bis vor circa 50 Jahren ist es Niemandem eingefallen, den Gottesdienst mit Musik, viel weniger mit einer Orgel begleiten zu wollen; in Spanien, wo vom achten bis zum fünfzehnten Jahrhundert der jetzigen Zeitrechnung unsere Glaubensgenossen mächtig, reich, angesehen, gebildet waren und auf der Höhe der Zeit standen, wo sie in ihrer Mitte die weisesten Männer des Zeitalters besaßen, haben sie prächtige Synagogen, Wunder der Baukunst, die noch heute angestaunt werden, gebaut — aber nirgends finden wir in den zahlreichen Schriftdenkmälern jener Zeit auch die geringste Andeutung', daß der Gottesdienst Musikbegleitung gehabt; ebenso verhält eS sich mit allen übrigen Svnagogen des OccidentS; nur in einer der 9 Synagogen Prags wurde vor dem Beginne deS Sabbats einige Jabre hindurch das einzige! Lied »Lecho dodi* mit Musikbegleitung vorgetragen. *) Unsere jetzigen Reformbelden stehen KLustz so sehr außerhalb deS Judenthums, daß ein solcher oft wie '"Ql v"NP'2re zu betrachten ist. aber auch das unterblieb bald — und warum? Ist es nicht bemerkenswerth, daß während im Mittelalter die Musik der Kirche eineu solchen Höhepunkt erreicht hatte, diese in der Synagoge selbst in den Ländern schwieg, in denen eS den Juden gestattet war, Gott frei und ungestört nach ihrer Weise anzubeten? In der That, es ist diese Erscheinung nicht anders zu erklären, als daß ein religiöses Verbot die Einführung der Musik beim Gottesdienste im Allgemeinen und der Orgel im Besondern entgegensteht — und sa ist eS auch. Es sind bei Erwägung dieses Punktes vier Fragen zu beantworten: 1) Ist es überhaupt zulässig, Instrumentalmusik in die Synagoge einzuführen? 2) Sind noch besondere Gründe gegen das Instrument,'die Orgel, vorhanden? 3) Ist es dem Juden erlaubt, an Sabbat- und Feiertagen zu musiciren? und im Berneinungsfalle: 4) Ist es erlaubt durch einen Nichtjuden Instrumentalmusik zur Begleitung deS Gottesdienstes machen zu lassen? Beginnen wir mit der Beantwortung der beiden letzten Fragen. Die Heilighaltung der Sabbat- und Feiertage ist eines der Fundamentalgesetze des Judenthums und daher wichtig genug, daß wir ße in den Vordergrund stellen. Bekanntlich ist der Sabbat eingesetzt zum Zeugniß der WeltenfchSpfung d urchGott- Das HanptunterscheidungSmerkmal zwischen Israel und den alten heidnischen Nationen bestand m der verschiedenen Ansicht über die Entstehung der Welt. Bei den alten heidnischen Nationen herrschte die An-, sicht vor und that sich in den Mythologien derselbe» und in ihren Philosophemen kand, daß die Welt von Ewigkeit her bestehe. Dieser Ansicht nun tritt die Religion Israels mit aller Energie entgegen, indem sie den Glaubensg rundsatz aufstellt, daß die Welt von Gott erschaffen worden, und Gott allein es ist, welcher von Ewigkeit her existirt. Zum Zeugniß dessen ist vom Allmächtigen der Sabbat eingesetzt und mit einer Heiligkeit umgeben, wie fast nichts Anderes, «'.iwrr prnV» 'N s'3i U'2, 'ui rwo.i nre yrciv' U2 m NVA O'2' NSV '2 abrik (2 B. M. C. 31B. 16,17). »Und es sollen beobachten die Kinder Israel de» Sabbat, zu halten den Sabbat für ihre Geschlechter als einen ewigen Bund; zwischen Mir und de» Kln-