Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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s mruüchastlicheS und energische; Vorgehen zu Gunsten des alten NituS lange nicht möglich war. Lange hatten sie diesen Schlummer der Untätigkeit geschlafen, bis sie endlich in.einigen hervorragenden, tüchtigen und einflußreichen Männern, welche die gewiegtesten Anhänger der Orthodoxie sind, ihren Concentrirungspunkt gefunden haben, von denen nun neues Leben, neue Thätigkeit auch auf die übrigen Glieder ausströmte. Die Angelegenheiten sind nun Gottlob so weit gediehen, daß mittels Verwendung bei der hohen Regierung, ja der allerhöchsten Stelle, ihnen das Privilegium zu einem neuen Tempelbau nach dem. alten NituS ertheilt wurde, und durch einen Statthaltereibeschluß die ganze Gemeinde die Kosten des Baues zu tragen hat, wenn nicht anders die in ihrem Rechte und ihrer Gewissensfreiheit gekränkten TraditionSsreunde auch die Zahlung zur Bestreitung der Cultusausgaben einzustcllen berechtigt sein sollen. Natürlich sucht der im Sinne der Neueren gewählte Gemeindevorstand, die sogenannte Gemeinde - B ertretüng, die Sache zu Hintertreiben, war ihm aber m. G. H., nachdem die „Hyperorthodoxen" zum vollen Bewußtsein ihrer Pflicht, und dadurch in den Besitz'der Kraft gelangt , hoffcmlich nicht gelingen wird.'. Dieses, in gedrängtester Kürze dargcstellt, möge zur Orientirung über die Situation genügen, die Details behalte ich mir für die Zukunft vor, wo ich mit Ihrer gütigen Erlaubniß einzelne Punkte obiger Andeutungen zum Gegenstand meiner Correspoudenz machen werde. Mein Heutiges hat sich besonders den Zweck gesetzt, Ihnen und Ihren geschätzten Lesern Miltheilung darüber zu machen, wie sich die /.geistlichen" (?) samten der Gemeinde zu diesem despotischen Verfahren gegen die Freunde /des Alten verhalten. Mar. sollte wohl glauben, daß Äahrrmg der Gewissensfreiheit das Motto jedes jüdischen Priestersei, daß besonders die Herren, welche sich mir der jüdischen Geschichte der Vergangenheit und der Gegenwart vertraut gemacht, rvelche alle die Verbrechen kennen, und mit vollstem Äechte beim rechten Namen nennen, welche Consequenzerr von Principien sind, die einen Mortara- Raüb heiligen, man sollte glauben, daß wenigstens diese, —7. mögen sie, sich nun zu Glaubensbekenntnissen gleichviel welcher Färbung bekennen — wenigstens die Berechtigung eder religiösen Farbe dem Gewissen gerecht zu werden, kräftigst in Schutz nehmen werden. Ja, dar sollte man von gesinnungstüchtigen Männern wirklich erwarten. Aber wie steht eS hier? Die Thatsachen mögen reden. Hier wird diese lichterlohe Flamme deS Kampfes für Gewissensfreiheit einerseits durch Knebelung des Gewissens, andrerseits von den beiden Predigern Herrn Mannheimer und Herrn Iellineck in öffentlichen Ansprachen nur immer mehr genährt und geschürt, und haben diese beiden College«, welche sich fortwährend aneinander reiben, wie jene zwei bekannten Völker, den 2'in' gegenüber die dickste Freundschaft geschlossen. Besonders ist es der jüngere Iellineck, der sein Rednertalent für diese Sache am meisten mißbrauchte Es reducnt sich nun der kurze Sinn, oder vielmehr Unsinn dieser langen Reden auf folgende 3 Punkte. Herr Iellineck meint nämlich: 1) Daß sich die Orthodoxen laut dehochwichtigen biblischen Gesetzartikels 'invr unter das Joch der Neuern, weil diese die Majerität seien, zu beugen, und sich den Gegnern zu überantworten haben. 2) Daß der ungeordnete CultnS der Alten das Schaukeln und Schütteln, so wie das Machen ein OvTi sei, weßhalb nach rr-rr!i7un. ro 'pO -u'pn einem?i entgegengehandelt werden dürfe/ , 3) Daß auch der CultuS seiner Synagoge, mit einziger Ausnahme der Elimimrung der Piutim, wofür er aber oi-.le v'i'vm besonders i2'N rriw O'Ov'i zu Gewährsmännern habe, der orthodoxen Richtung angehöre. (Schluß folgt). r meine Leser mit einer Probe der kerrlichen »PschÄE «nferes orthodoxen Hrn. Predigers zu beglücken ^O'O2" (TUltl01- Twpi) hat MOD 'vrri. M1OPL, MIM', -lann ein polnisä rr „Chaffld* wohl schönere O'lOl sagen- Am Ende wird H. Iellineck nocb gar ein 1'ON. Korrespondent. (Das stürzen) hat : PPZ'Hp' PW»? ' Pzrantwj Redaktion Hr. Lehmann. - Verlag der Le Roux'scher» Hesbuchhendkung. — Druck von I. Tottsleben in Mainz.