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Der Israelit · 1862-01-01 · Heft 1 (1.1.1862) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 1 (1.1.1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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7 Judenthums settt wird, zu dessen Prmcipku — nebenbei sei es bemerkt — sich vr. Wolffsohn nicht! bekennt, muß die Zukunft lehren; immerhin zeugt diese Wahl von der Intelligenz und dem gegenwärtigen vorurtheilsfreien Geiste der Anhänger der christl. Religion, wenn man bedenkt, daß 1697 — also noch nicht 2 V, Jahrhunderte — eS einem fanatischen Geistlichen durch judenseindliche Predigten gelingen konnte, die Bürgerschaft zu strengeren und feindlicheren Anträgen an den Senat gegen die damals noch in. geringer Anzahl hier wohnenden Juden zu veranlassen. — Gebe Gott dar Beste! Oesterreichischer Kaisrrstaat. Wien, 12. Dez. Böhmische Blätter registriren abermals zwei gegen Juden verübte Exceffe, welche sich dieser Tage in Falkenau und Elbogen zugetragen Hachen sollen. Bezüglich des ExceffeS in Elbogen wird gemeldet, daß einer der Excedenten verhaftet wurde. Wien, im Dezember. Sie haben, geehrter Herr Redacteur, schon mehrmals die Spalten Ihres geschätzten, jedem echtjüdischen Interesse gewidmeten Blatte-, den religiösen Kämpfen in mehreren Gemeinden unserer Monarchie geöffnet, und immer zum Kampfe für die Wahrheit, und zum Schutze derselben gegen die Lüge, zum Kampfe und zur Wahrung unserealten, angestammtes Glaubens gegen die Ueberwucherung der Nenerungsstrcht und NeuerungSwuth, gemahnt. So bei der Veranlassung der Stuhlweißenburger wie der Comomer Wirren. — Nun beginnen endlich auch die Dieser Wirren in da- Stadium der Oeffentlichkeit zs treten; Wirren noch weit verhängnißvoller und wichtiger, «eil sie bei Weitem einflußreicher für das Judenthum de- In- und Auslandes sind. Indem ich nun hiermit beginne, Ihnen und Ihren geschätzten Lesern diese bedeutungsvollen Vorgänge sine ira et 5tuäio mitzutheilen, (und zugleich meine Bereitwilligkeit ausspreche dieser ersten, falls dieselbe freundliche Aufnahme findet, ausführlichere Mittheiluügen über hiesige CultuSverhältniffe folgen zu lasses*) bürgt mir der so universelle Nutzen des Stoffes für die bereitwillige Ausnahme Ihrerseits. Hier ist es rächt bloS eine specielle, innere Gemcindeangelegestheit die einen außerbalb derselben lebenden Juden, oder eine Provinzialgemeinde gleichgiltig lassen könnte, wenn dieß auch überhaupt für möglich gehalten wich; nein! in dieser Beziehung ist die österreichische Jstdeuheit so centralistisch, wie nur!je dacentralistische Frankreich gewesen. Wien ist Oesterreich. Der Widerstand der TraditionSsreunde gegen die Reform-», organisirt in der Metropole Wien, ist eist allgemeiner Vertheidiguugskampf, der den im kleinsten' Dorfe wohnenden Juden, wenn er anders für die Religion seiner Umgebung und seiner Nachkommen Sorge tragen will, eben so nah, als den Wiener berührt. Wien ist für Oesterreich der Ursprung und die Quelle der jüdischen Reformen und Cultuterneuerungen und zugleich der Veränderung der ergenthümlichen, jüdischen NationalgeisteZ. In Wien hat zuerst die Reform, als ein vom Auslande mitgebrachtes Danaer-Geschenk durch Hrn. Mannheimer ihren Sitz aufgeschlagen, und durch den regen Verkehr all« Thcile unserer Monarchie mit der Residenz «ad Hauptstadt deS Reiches hakte sich die verheerende Flamme auch alsbald nach allen Seiten hin, Verderben bringend, alle Gemeindeverhaltnisse auflösend und zerstörend, immer weiter und weiter sortgewÄzt. Der eigentliche und uneigentliche sogenannte Landbewohner kam nach Wien, und sah das neue Bleadwerk dcS neuerstandenen TultuS, äußerlich prachtvoll hochgepriesen von seinen Parteigänger«, unangetastet und blühend ohne Tadel von Außen, ohne Tadel von Innen. Dieses konnte auf den Unwissendes de» Eindruck nicht verfehlen. Was Wunder, wenn derselbe, vermeintlich menschenbeglückend, dem empfangenen Eindruck in seiner Gemeinde durch Nachahmung dieses theatralischen SpuckeS eines Ausdruck geben wollte! Lange sahen die hiesigen, zahlreiche» '-"l irm Li'-L' diesem Wesen wohl nicht gleichgiltig, aber doch immerhin mehr oder wenig« uuthätig zu. Sie gründeten wohl, und erhielten, nicht ohne Kampf, eine eigene Elementarschule, wo, wie dies Grundbedingung einer jüdischen Elementarschule, in den Vordergrund gestellt wurde; für den herkömmlichen Ritus aber thctten sie gar Nichts, od« wenigstens so viel wiegar. Nichts; sie machten sich einzelne, kleine Specchlbechäuser, und zersplitterte» dadurch nur um so mehr ihre Kräfte, so daß ei« gr- ') Wir L'litrn darum! Rrd.

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