Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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4 welche ven Antrag aus Aushebung jener intoleranten Paragraphen EinstiNiuigkcit gestellt hattet Das neuerwahlte Abgeordnetenhaus wird diemal eine größere Zahl Israeliten zu seinen Mitgliedern zählen, — In Bayern herrscht unter unfern Glaubensgenossen über die Aufhebung des drückenden Matri kelgesetzeS große Freude, der wir gern in diesen Blättern wiederholten Ausdruck gestatteten. Dieses! gänge in Mecklenburg. Hier haben die Juden eine AuSnahmsstelluna wie «ohl nirgendwo andern» cioilisirten Europa; nicht allein, daß die theuersten bürgerlichen und politischen Rechte denselben versagt sind, nicht allein, daß die Juden in Mecklenburg vielfachen eommerciellen Beschränkungen unterliegen, eist ihnen sogar der Aufenthalt in den Seestädten Rostock und WiSmar untersagt. In Rostock wurde nun unlängst der Antrag gestellt, diese Matrikelgesetz war eines der abscheulichsten Reste mit-? schmähliche, mittelalterliche Bestimmung endlich auftelalterlicker Tyrannei. ES war nämlich den dortigen zuhedcn; und wenn auch die ehrsamen Rostocker Juden verboten, sich zu vermehren; die Anzahl der ein- Bürger die Entfernung dieses mittelalterlichen Unrechtgeborenen Israeliten sollte nicht -unehmen, und Nie- . noch nicht beschlossen haben, so habe» sie doch i» mandem wurde die Heirath gestattet, wenn nicht vor-! ihren motivirten Beschlüssen anerkannt, daß die Au-- her ein anderer Glaubensgenosse durch den Tod adj schließung der Juden nicht mehr zeitgemäß ssei. Die berufen worden war. Dieses tyramwche Gesetz, . Zeitungen melden hierüber Folgende-: Wimmer noch alr der b-rüchtigtvh<>r-°»i!ch-Kn.-! Rostock ist di-Frage -ege» Zalaffang de, benmord halt-,ndenv-«-n°°J°hvhnI°aB°y-r» > im -rite- Quartier. d«m di-K-uff-ute «- iemer mtcll.g--t.st-» und fle.ß.gsten Bürger beraub.,; h. B°r°lhmg g-langt. Er -erk-nue. wie die natürlich lieber jenseits des Weltmeeres eine neue Heimath suchten, als daß sie sich in der alten ihrer heiligsten Menschenrechte berauben ließen. Der durch die Aufhebung erzielte Gewinn wird für Bayern so groß sein wie für unsere Glaubensgenossen. Auch in Würtemberg ist durch den Beschluß beider Kammern und die Sanktion der Regierung die Emancipation der Israeliten ausgesprochen und zum Gesetz erhoben worden. — In Baden wird während der Legislatur-Periode der augenblicklich tagenden Kammern bei Regelung der allgemeinen Verhältnisse wahrscheinlich auch die es hieß, die Versammlung keineswegs, daß die An--' schließung der Juden den Anforderungen einefrei-, eren Staatslebens nicht entspreche; so lange jedoch unser engeres Vaterland au seinen patrimoniale» Einrichtungen festhalte und Handel und Gewerbe keineswegs die ihnen gebührende Berücksichtigung und Vertretung fänden, so lange die ganze staatsrechtliche Stellung der Juden nicht eine andere «na eine den übrigen Staatsbürgern gleichberechtigte geworden sei, könne man zur Aufnahme derselbe» k» Rostock nicht einwilligen. UebrigenS müsse da- Quartier za dieser vorläufige» Erklärung die Genehmigung der Kaufmannscompagnie, seiner Comitteavollständige Emancipation der Juden durch die Gesetzgebung erzielt werden; wenigsten-ist dieselbe schon während der vorjährigen Session in Aussicht gestellt; Vorbehalten, hoffe aber, daß dieselbe erfolge» worden. — Die religiösen Angelegenheiten unserer werde.* — Glaubensgenossen sind in diesem Lande unter der Leitung des geistlichen Mitgliedde- Oberraths der Israeliten, Oberrath Altmann, in den besten Hän- ' den; der gegen denselben von den Destruktiven organistrte Widerstand hat durch das Ableben des Rabbiners Präger von Mannheim seine wesentlichste Stütze verloren. —, Daß die vollkommene Emancipation der Juden allüberall nur noch eine Frage der Zeit ist, daß sie allüberall dem Geiste unseres Jahrhunderts gemäß endlich eintreten muß, beweisen die neuesten Bor- Wir gehen in unserer Ueberficht vo» Meckleui bürg am Besten zur Walachei über. Auch hier haben unsere Glaubensgenossen Vieles zu erdulde«; ein grausamer Befehl verbannt sie anallen Dörfern. Einer Deputation, die eS wagte, darüber Vorstellungen zu machen und namentlich auf die mit der Walachei verbundene Molda« hinwie-, für welche ein solcher Befehl nicht ergangen, anwortete mau, daß in den Dörfern der Moldau die Anwesenheit der Israeliten unentbehrlich sei; also blo» die Rücksicht auf den äußern DorthÄ ist bei dm Leiter»