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Der Israelit · 1862-01-01 · Heft 1 (1.1.1862) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 1 (1.1.1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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ü dieser beiden Länder für die Belastung der sichtigsten Menschenrechte maaßgebend l — In der Türkei halt der neue Sultan den Grundsatz fest, allen Unterthanen seiner Krone in gleicher Weise ein liebender und schützender Vater zu sein. — In Syrien sind bei dem Conflicte -wischen Drusen und Christen unsere Glaubensgenossen mit göttlicher Hilfe großen Gefahren glücklich entgangen. — Zm h eiligen Lande ist der Zustand unserer Brüder leider Noch immer ein sehr beklagenSroerther, da die Armuth derselben sie oft an den nöthigsten Lebensbedürfnissen Mangel leiden laßt, und der Betrag der zufließenden Spenden den Bedarf bei weitem nicht deckt. Der dringenden WohnungSnoth wird nunmehr theilweise durch den Bau von Armen- und Pilgerwohnungen abgeholsen. Nach den uns zugekommenen neuesten Mittheilungen ist eins der Häuser, welchezum Andenken des leider zu früh verstorbenen Rabbi Schalom Hirsch v'sr aus Halberstadt von dessen Brüdern erbaut wurde, und das den Namen ,-nz* führen wird, nunmehr vollendet; ein zweites Haus ist der Vollendung nahe. Möchten die Spenden noch recht reichlich fließen, damit dieses so wohlthätige wie nothwendige Unternehmen bald zum guten Ende geführt werde. -4 In! Frankreich nehme» unsere GlaubenSbrüder v^r wie nach eine hervorragende Stelle ein. Biele vornehme Beamte sowohl im Civilwie im Militärfache sind Bekenner unserer heiligen Religion. So wurde neulich Herr Achill Fould wiederum ins Ministerium berufen und mit der Wiederherstellung der Finanzen beauftragt; er wurde sowohl von seinem Monarchen wie vom ganzen Lande als Helfer in der Noth begrüßt. — Den Uebergriffen gewisser Geistlicher, die gewaltsam jüdische Kinder ihrem Glauben entfremden wollen, tritt die Justiz mit anerkennensrverther Strenge entgegen. — In Rußland fährt ein erleuchteter Monarch fort, den Zustand seiner hebräischen Unterthanen zu verbessern. Daß diese bürgerlichen und politischen Verbesserungen auch religiöse Kämpfe Hervorrufen, ist nicht zu verwundern. Glücklicherweise sind die Anhänger des echten und unverfälschten JudenthumS n Rußland den Reformern der Art überlegen, daß von dieser Seite eine ernste Gefahr nicht droht. Ueberdieß find diese Nefsrmanbahner in Rußland, sa seicht und unbedeutend wie überall, und mache« sich bei de» verschiedensten Gelegenheiten nicht wenig lächerlich; so erschien erst unlängst in einemdent* schen Blatte der Bericht einer solchen Helden über russische Zustände, der so confuS wie nur irgend möglich war; Chassidismus und Orthodoxie wurde» ohne Urtheil durcheinander geworfen und die L» Preußen erscheinende hebräische Zeitschrift „Hamaggid" wurde ohne «eitereder Chasfidi-mnaugeklagt. Wer auch nur einen einzigen Blick Ln dir Zeitschrift Hamaggid geworfen, wer auch nnr eine einzige Nummer derselben gelesen , wird da- Lächerliche und Haltlose dieser Anklage sofort erkenne». Warscheinlich können aber Beide, der russische Reformer und der Redakteur der deutsche» Zeitschrift der die Correspondenz veröffentlichte, Hamaggid nicht lesen, viel weniger verstehen. Hamaggid, in vorzüglichem Hebräisch geschrieben und voller gediegener Abhandlungen über das hebräische Schristthum, hat in jüngster Zeit einen bedeutenden Aufschwung ge? nommen; seine Richtung ist überwiegend orthodox (wir sagen überwiegend, weil derselbe den allerdiugL nicht hoch genug anzuschlagenden religiösen Friede» mehr in den Vordergrund stellt, als eS die religiöse Wahrheit verträgt.) Wir lesen Hamaggid allwöchentlich mit großem Vergnügen, bewundern die Gewandtheit des Herausgeberin Bezug auf die Wiedergabe moderner Ausdrücke, durch schöne- und correcteS, wenn auch manchmal (aber selten) gezwungene- Hebräisch; aber von sogenanntem Chassidismus haben wir noch nie eine Spur darin gesunden. — In Polen haben während der letzten stürmischen Epoche unsere Glaubensgenossen die alte Wahrheit wieder einmal bestätigt gefunden, daß der Jude bei politischen Bewegungen so zurückhaltend wie möglich sein soll. Freilich ist es schwer, hierbei darechte Maaß einzuhalten. Auch der Jul will gern, und wer möchte ihm das verdenken, feinen Patriotismus betätigen; aber nach beiden Seiten ht» bedroht ihn stetdie größte Gefahr. Bei den verschiedenen Aufständen der Polen waren die ihrem Kciser treu gebliebenen Juden stets den schrecklichsten Verfolgungen der Bolkspartei ausgesetzt. Diesmal.

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