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Der Israelit · 1861-12-25 · Heft 52 (25.12.1861) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 52 (25.12.1861)
Date
1861-12-25
Page
– (sequence 10)
Language
German
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630 Dies ist meine unmaßgebliche Meinung!. Wir wollen jedock, ' die andern Versionen über diesen Gegenstand mMheilen und ein wenig beleuchten. Die eine lautet etwa folgendermaßen: Herr Nabb Abr. Platze! erhielt das Landesrabbinat i üur zeitweilig,, weil mit Abgang des vcrebrteu Herrn Nabb. Hirsch das Landesrabinat zugleich mit dem Molsburger Aal'binat erledigt wurde; da nun Herr Rabb. vr. Fenchtwanger diesen Nabbinatsitz erng-nonunen hat, so gebührt ihm auch das Landesrabbinat.' Ich will nicht sagen, daß diese Ansicht, wonach das Landesrabbmat nüt der Rabbinätftelle zu Nitolsburg unzertrennlich verbunden ist, nur eine Eingebung der Eitelkeit der Gemeinde 'Moisburg in; ich will nur erwähnen, daß r«7- ^-0-2 ^2. Ucberdieß ist Molsbnrg so ganz vortrefflich geeignet, der Sitz einer Jeschibah zu sein, und war e§ auch mit Jahrhunderten; was that aber Herr kW. F.. um eine solche Schule ins Leben zu rumn?*, Seit dem Tode des 2"L; '.-. 2 schämen aller Frommen Augen hin nach Molobnrg. daß ein Mann zum Nabbi.'.r gewählt werde, der die in Mährn wieder in ihr i-eilin s Recht ein; setzen, die Talmudjünger um sich sinn und die nach deur Worte Gottes Hungernden und Dürstenden mit dem göttlichen Geiste, der aus ihm rnhet, erquicken und für eine bessere Zukunft des Judenthumes begeistenr werde, wie dich seine Vorgänger .-.z'od 2N-'27 gcthau haben. Wird nun diese Hoffnung durch Herrn l)i-. F. in Ersilllung gehen? Werden di.se frommen Wünsche sich realiinvn? O, thäte er dieß, so würden Älttr Herzen ihn, entg.-geuschlageu, Aller Augen auf ihn mit Wonne blicken, Mer Wünsche ihn aus der hohen Tugendbahn begleiten, und Nikvlsburg wäre wieder der Oct, von welchem die Lehre ausgeht und daS Wort Gottes! So lange dieses nicht geschieht, kann uns nichts anrmirerr, eine solche Metamorphose au der Perion des LandcsrabbmatS vorzunehmen. Eine zweite Version ist eine vermittelnde. Hiernach hätten die Notablen des Landes eine Art Direktorium, oder wenn mau lieber will — Consistorium, beuchend ans drei Rabbrnen und zwer Laren zu *) Arm. d,r Nek.: Herr Nr K. isr erst viel zu kurze Zeit wählen, die die Land-sangelegenheiten der mähr. , Judenschaft zu leiten hätten. Es ist dieser Plan neu und vielleicht, wie wir später sehen werden auch praktisch. Ich will jedoch sogleich mein Bedenken dagegen äußern, z Bekanntlich wird das Landesrabbinat nur spärlich dotirti; wie wäre daran M - denken, daß die Gemeinden sich entschließe» werden,! drei j oder gar fünf höhere Beamte anständig z» dotiren? Auch kann ich hier nicht unerwähnt kaffen, was mir vor einigen Jahren eine bedeutende Autorität n er diese» Gegenstand! geschrieben bat. Bei , dem Umstande, meinte sie, daß in Oesterreich gewöhnlich solche Individuen sich vorörängen, die das nähre Jndenthum weder kennen noch lüden, wäre es ein mißlicher, ja gefährlicher Versuch, eine Art Consistorium daselbst gründen z» wollen. Daß dies leider wahr ist, wer kann es bezweifeln k Gesetzt jedoch. daß bei gehöriger Vorsicht, und da die Umstände sich überhaupt um etwas ..ebcffert haben, solche Fehlgriffe, die Hauptpersonen betreffend, vermieden würde»; gesetzt Ürner, daß auch in yecuniärcr Hinsicht kein Hindecniß obwalte; da bei gehöriger Verwendung hohen Ortes der m. j. Landcsmasse- Fonds allerdings flüssig gemacht werden könnte — so wäre dieser Plan aus dem Grunde empfehlungswerth, da hierdurch eine sehr zweckdienliche Bertheilung der Arbeit erzielt würde. Wenn es nämlich wahr ist, daß es uns an einem Manne fehlt, der in einer Person die hcbrauch-talmndiiche.r Kenntnisse mit den theoretisch - praktischen Schulwissenschaften, und dies Alles mit einem energisch-loyalen Charakter verbindet, um alle israelitischen Laadesaugeltgenheilen, wie z. B. di? rabbinische Hochschule als ssr-, , die jüdischen Volksschulen auf dem Lande als Schulmann und überhaupt alle religiösen Gegenstände und behördlichen Aufträge mit Kraft und Mäßigung, mit Klugheit und Erfolg Handhaben zu können, so dürste diese Version in so fern eine sehr zweckmäßige sein, als unter den drei Nabbiuen der eine .12'^' der andere Schulrath, und der dritte Landesrabbincr par exeellvnee üin konnte. (Daß die Aussicht über die Schulen einem Rabbiner anvertraut werde, ist darum wüuscheuswecth, ja nothwendig, weil eigentlich der hebräische Unterricht es ist, der in Verfall gerat Herr, und der durch dieses Institut gehoben und gefördert werden soll, die-

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