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Der Israelit · 1861-12-25 · Heft 52 (25.12.1861) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 52 (25.12.1861)
Date
1861-12-25
Page
– (sequence 9)
Language
German
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629 jedoch dagegen, als halte ich die Absicht Jemandem zunahe zu treten, und wenn »in Ungenannter sich in einer gewissen Zeitschrift dinrcißen Mr, über den gegenwärtige:! Träger des Landcsrabbiuatcs erbarm uugstos seine Galle auszuschütten. so nruß ich hiergegen crnstlichst protestircn und es zum Lobe unseres H. -5ud Landcsradbiners aussprechen, daß dessen tat mudi'chcs Wissen ein sehr bedeutendes, daß er sonrit unter v»eleu Radbincn dieses Postens am würdigsten ist. Anders verhält es sich in Bezug ans die Energie der Handhabung dieses wichtigen Amtes; da bleibt freilich Manches beim Herrn Rabb. Äbr. Placzek zu wünschen übrig; denn es ist ein wahres Elend zu sehen, wie so mancher industrielle Ott in Holge d/. Hr.lzügigleit und Gcwcrbesreihcit circa 30 40 jüdische Fanülien zählt, die aus verschiedenen jüdischen Gemeinden sich da zusammengefunden, dre, einerseits der Muttergemeir.de entfrerndet, anderseits noch nicht als Cultnsgem.ulde consiiluirt, ein sehr unjüoisches Leber» führe», und baar aller Anstalten auf dem Gebiete der drei Grundpfeiler des jüdischen Lebens — .-/Ä .-i-nn — mehr und mehr sich vonr jüdischen Geiste entfernen; und alles dieses einzig und allein, weil das Landesrabbinat ihnen nicht die Con stüuirrmg als Eukusgemeinde mit Aachdruck empsiehlt; eS ist ein wahres Elend zu sehen, wie die israelttischdeutschen Schulen auch in größeren und bedeutenden Gemeinden sich gänzlich auflösen müssen, oder gar nicht zu Stande kommen können, wodurch die Jugend beinahe gänzlich unwissend in der .iLnip.-r.ime, auswächst, u. z., weil dar Landesrabbinat die Gemeinden in dieser Hinsicht nicht vertritt, oder doch nicht gehörig vertritt; es ist ein Elend zu sehen, wie die L'rnw in den Ortschaften, in welche» sich unsere Glaubensgenossen neu angesiedclt haben/gar nicht unter Aufsicht stehen, ohne daß das Landesrabbinat sie zur Prüfung fordert, wie in den genannten Ort schäften kerne n-rrrps bestehen, ohne daß das Landesrabbinat sich darum kümmert; es ist eia Elend zu sehen, daß im Lande keine Rabbinatsschule, keine Mdungsanstallen für jüdische Netigionslchrer bestehen, obschon sie h. k. k. Behörden solche Anstalten in andern Ländern der Monarchie begünstigen und öffentlich anerkennen, weil - weil dass, Landesrabdinat an Lethargie und Schwäche lejdet und, hesie» Rathgcher seit einem Dezerrnium sich mit Tändeleien <BeiLalge zu 9Lro. abmühen. Es ist aber um so mehr an die Restauration des Landesrabbinates zu denken, als noch unserer jungen Slaatsversi'.ssung dem Inden irr Oesterreich eine Lnsiere Stellung als bisher gegönnt ist, gegönnt werden dürste, und somit durch eindringliche Vorstellung und würdige Vertretung am Landtage vorr Seiten des LarrdesrabbinateS, so mancher Uebelstand sich beseitigen ließe, wie z. B. daß der katholische Dekan bei den gesetzlichen Schnlvisitntwnen die jüdischen Kinder unter Anderm auch aus der jnoi'ch-.n Religion prüft — und auch so manches positiv Hlnte befördert werden könnte. Es wäre meine unmaßgebliche Meinung, daß, da der Herr Rabb. Abr. P! a c z e k n n st r e i t i g des Amtes würdig und nur d:e Schwäche seiner Leitung zu beklagen ist, dies streich daher rühren mag, daß er in seinem Amte blas snbstituirl, also nicht in gehöriger Form gewählter Landesrabbiner ist, was seiner Macht, seinem Ansehen und seinem Einflüsse sowohl nach Oben als nach Unten entschieden Eintrag thut, und ihm selbst den moralischen Much nicht einflößt, nach allen Seiten hin mit Kraft nnd Energie vorzugehen — da, sage ich, er nur temporär von einem Comitä eingesetzt wurde, es augemeffen wäre, daß die Gemeinden ihn seicriichst als ihren LandeSrabbiner anerkennen, und n.r als solchen definitiv in Amt und Würde erusetzen, um ihm dadurch die moralische Stütze zu geben, deren er in seinem hochwichtige.: Amte nur allzusehr benöthigt. Da ferner der eigentliche Berns eines mährischen Landesrabbiaers von jeher darin bestand, daß er die Thora in Israel erhielt und verbreitete, so wäre cs um so mehr am Platze, ihn zugleich bei der gedachten feierlichen Amtscinsetznng als .ii'v' V«i von Seiten sämmtlicher mährischer Rabbiner zu wählen und zu proklamiren wie ich dies in der gedachten Broschüre vorgeschlagen, »nd -Sie eS in Ihrem geschätzten Blatte Nr. 3:) l. I. als auch für weitere Kreise beherzigehswerth mitge-!theilt haben, 1um w Mehr sage ich, da Herr Nabb. Abr. Placzck, als; Landesrabbiner in dieser Hinsicht -jbis jetzt gar nichts geleistet hat. Würde er, der als S Lokylrabbiner eine bedeutende Rabbinatsschule unterhielt^ es als Landesrabbiner nicht thun können oder wollen? L2 des Israelit). l

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