Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 52 (25.12.1861)
- Date
- 1861-12-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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> als solchen ist nicht die Rede (siehe auch Naschi zu 1. B. Sam. c. 3. v. 3.). — Das nun da- Salben der Könige betrifft, so ist diese Eilte nicht wie PH. behauptet von andern Böllern nach Israel mit hinübergenommen. 1. B. Sam. C. 15. v. 1. heißt es ausdrücklich: -z, dj) ri-V 'wr mich hat Gott geschickt; jPich zum Könige über sein Volk, über Israel zu salben, und E. 16. v. 1. „und Gott sprach zu Samuel. Me dein Horn: mit Oel"... daselbst v. 3: und Du sollst mir sal-> den den, welchen ich Dir anzeigen werde." Wir begreifen wirklich nicht, wie ein Rabbiner die Stirn haben kann, zu behaupten, daß dasjenige, was auf ausdrückliches Geheiß Gottes geschehen, nur eine fremdländische Sitte gewesen, die nicht vom Gesetze vorgeschriebe» war! Nach Philippen hätte also Samuel eine fremdländische Sitte angenommen und diese hinterher für Gottes Geheiß ansgegeben! Wir überlassen das Urtheil über solch eine Ansicht dem Leser. Das Salben der Könige iu den vom Gesetz vorgeschriebenen Fällen war vollko umen religiöse Vorschrift, vollkommen geboten (Feruschalmi Schekalim C. 13., Maimanides Melachim t. 7.) Daß die Unverletzlichkeit und Heiligkeit der Königlichen Person eine Consequenz des Salbens war, ist eine rein Ph.'sche Idee, die er sich mit Unrecht aus den Worten Davids (1. B. Sam. 24. 7.) „Fern sei es von mir ., denn ein Gesalbter Gottes ist er" denwnstrirt; auch die Person deungesalbten Königs idv p-a «dx prirnv .-iprdnv oo (Horioth 1l b., Maimonidss, Melachim C. 1. §. 10 u. 12.) war unverletztlich und heilig; aber selbst den erwähnten Einfluß des Salbens zugegeben, so haben wir doch oben erwiesen, daß die Salbung aus Gottes Geheiß ein« geführt war, und so fallen die Ph.'schen Consequrnzen. Die Ehrfurcht vor dem Könige ist nächst der Ehrfurcht vor Gott die höchste, welche das Judeuthnm kennt; die Bestimmungen darüber fließen unmittelbar aus dem Gottesworte rneis, v'VN Lw V'H' (siehe das Nähere Ketuboth 17 b. Saich. 19 b.; daselbst f. 22. Maimon. Melachim C. 2.); sein Recht .st weit und viclrrinsassend, nur durch daS GotteSgesetz beschränkt; (Sanh. 29., Maimo«.' Mel. C. 4.) DaS Verbrechet des Hochverrats und selbst der geringsten MajestäLsbeleidigung trifft der Tod.! (Maim. Mekach. C. 33.) Daß der Jude auch dem mchtMischen Monarchen, dem er rmterthan ist, dieselbe Ehrfurcht schuldet, versteht sich wohl von selbst. Auch der nichtjüdische Monarch ist umgeben von göttlicher Majestät; daS beweist deutlich der gebotene SegeaSspruch beim Anblicke der Monarchen: Gelobt seist Du, Ewiger unser Gott, der da von Seiner Herrlichkeit dem Menschen ertheilt hat. Daß unter diesen Verhältnissen das jüdische Religionsgesitz jede revolutionäre THLtigkeit verbietet, brauchen wir wohl nicht erst auszufühcen. Selbst Äbarbanel, der durch die viele Unbill, die er von den Königen von Portugal, Spanien und Frankreich (nach der Eroberung von Neapel) erfahren, zn republikanischer Gesinnung gekommen, nachdem er in der Republik Venedig endlich Ruhe gesunden, verdammt jedes revolutionäre Treiben. Gerade bei ihm staden wir den Gegensatz zwischen dem Kömgthume von Gottes oder von Volkes Gnaden und den Eonsequenzen beider Vorstellungen am deutlichsten ausgesprochen; nachdem er nämlich die Pflichten des Königs klar dargelegt, wirft er die Frage auf, ob die Empörung gegen einen schlechten König erlaubt sei: „Die Weilen der Nationen, sagt er, sind -er Ansicht daß unter gewissen Umständen Empörung erlaubt sei; ich aber habe vor Königen mit ihnen disputirt und habe aus dreifachem Grunde erwiesen, daß das Volk kein N.'cht habe, sich selbst gegen einen grausamen und ungerechten König zu empören und ihn abzusetzen. Der dritte dieser Grunde ist nun folgender: „Da das Voll nicht den König einsetzt, so vermag es ihn auch nicht abzrsietzen; den»! Gott ist'-, der die Könige einsetzt -p-örr -,rw ivrr; daher sagte auch Samuel: „ihr werdet zn Gott ru-! fen am selbigen Tage wegen eures Königs, den ihr > erwählt habt." Siehe, der Prophet gibt ihnen nicht ' das Recht, den bösen König abzusetzen, sondern er rath ihnen zu Gott zu flehen, der Könige eia- Md j absetzt. "