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Der Israelit · 1861-12-25 · Heft 52 (25.12.1861) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 52 (25.12.1861)
Date
1861-12-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
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623 traditionelle Ausleg»::; habe die Einsetzung eines Königs zum Gebote erhoben; der König sei gesalbt und nur durch diese symbolische Handlung sei ein unmittelbares Verhältniß zu Gott hcrgestellt und d arnit die gesalbte Person des Königs unantastbar geworden; die Sitte des Salbens aber, und damit die daran geknüpften Begriffe, seien von andern Völkern nach Israel mit hinübergenommen. Dann folgt eine Auseinandersetzung, daß bei den Indern, Aegyptern, Persern und Griechen die Person des Königs eine geheiligte gewesen war; von diesen alten Völkern sei die geschilderte Vorstellung in Israel übcrgcgangen. — Ziehen wir die Konsequenzen aus den von Herrn PH. ausgesprochenen Ansichten. Darnach ist die Hei ligkeit und Unantastbarkeit der königlichen Perlon kein dem Judcnthume integrirendes Neligronszelctz, vielmehr eine Folge der von andern Völkern überkommenen Sitte des Salbens, ein '07i r>pm, wie er cs in der Anmerkung zu bezeichnen beliebt. (Sehr geistreich soll daraus demonstrirt werden, daß ':ZN rip'.^r erlaubt sei.) Hiegegen nun muffen wir in: Namen unserer heiligen Religion aufs Dllcrcrnsieste protcstiren; wir dürfen im Namen derselben reden, weil wir keine subjektive Ansichten mitzutheilen beabsichtigen, weil wir vielmehr uns streng an die Quellen halten, die jüdische Religion also gleichsam selbst reden lassen werden. -- Zuerst muffen wir darauf aufmerksam machen, daß wir zwischen „Judenthnm" und „mosaischem Gesetz" nicht unterscheiden; das Iudcnthum enthält nichts Anderes als mosaisches Gesetz, denn sogar die werden durch -ow unter dasselbe subsumirt. Die Namen können geändert werden, die Lehre unseres Gottes, Sein Gesetz bleibt ^mig dasselbe; und nun sprechen wir es mit vollstem Nachdruck aus, daß die Behauptung des Herrn PH., das mosaische Gesetz sei der monarchischen Staatsverfaffung wenig geneigt, eine Unwahrheit, joder ^vielmehr ein grober Jrrthum ist: das Iuddnthum ist durch und durch monarchisch. , n j Schon Jakob verheißt seinem CohneJuda das Königlhum! (1 B. M., C. 49 V. 10); da einmal ein König erwählt worden, so war und blieb Israel (und Juda) eine Monarchie; als zur Zeit der HasrnonLer Judaea auf kurze Zeit seine Selbstständigkeit Nieder erlangte, trat sofort ein König an die Spitze, und alle Verheißungen der Propheten und alle unsere Hoffnungen auf eine glänzende Zukunft knüpfen sich nicht an die Existenz einer Republik, sondern an den König anS David? Gefäibcht (IecheSk. K. 37 V. 24 und an vielen anderen Stellen). Allerdings erscheint der Wortlaut von :>'B. M. C. l7 V. 14 der Deutung günstig, daß der Befehl, einen König einzusetzen nur als Eventualität, als ein Nachgeben dem Wunsche des Volkes austrete, und wirklich sind Aben Esra und Abarbanel (zur Stelle), der Ansicht, daß rum-' wwei c>n? sei, d. h. daß es vom Belieben der Israeliten abhängig gewesen, einen König einzusetzcn oder nichr (vorausgesetzt, daß nach ausgesprochenem Wunsche die Einsetzung auf Gottes Geheiß geschehe). Aber nach unserer Tradition (Sand. 20 b.)*)' erscheint die Sachlage gau anders, und es ist schwierig, die Aussprüche der gez nannten Commentatoren mit der traditionellen Aus' faffung zu vereinen. PH. beschuldigt nun uusre- Weisen, daß sie das 'äi und 1. B. Sam. Cap. 8. übergangen haben; das ist nun echt moderne Manier; statt die Schwierigkeiten zu lösen und zu heben, klagt man an. Nachmanides zur Stelle löst die Schmierigkeit, indem er rnvm in dem Sinne von -nvrr-. »und du sollst sprechen" erklärt hinzusügend, das '»n2'2O O'vn bvv sei Prophezeiung, da die Israeliten bei der Königssordernng in der That so zu Samuel gesprochen haben. Samuel aber hat nicht die Institution als solche mißbilligt, sondern die Art und Weise der Forderung: (Sanh. 20. d.) pw -n-wN O'^pr ->2ix "> -r'w» in dein Wunsche: „und wir wollen sein wie alle Völker" lag das Sttasbare; außerdem konnte Samuel mit Recht erzürnt sein, daß sie in seinen Tagen, da das Dedürsniß nicht vorhanden war und er den König vollkommen ersetzte, einen solchen! verlangten » daher tröstet ihn auch Gott und spricht :cr«v 'nu'v iOdrO -prr «b, wie sie stets undankbar waren gegen r^nch, so sind sie eS auch gegen dich 7b O'vip O2 .1.1 p (Abarbanel am angeführten Orte); aber von einer Mißbilligung des KönigthumS rr«'») nvuZj Nvuv 'ä ->vre Dn «pp (* > , 'o, i^»v -r'vpo!),

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