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Der Israelit · 1861-12-18 · Heft 51 (18.12.1861) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 51 (18.12.1861)
Date
1861-12-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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612 eigens zu erfinden, damit sie. durch die darin? enthaltenen Beispiele zu Tugend und Sitten geführt! werden. Wir brauchen G. s. D. derartige E^äh- ' lungen nicht erst zu erfinden; unsere h. Geschichte? ist reich genug daran. So erzählet doch euren Kini dcrn von Abraham und seinem Wandel vor Gott,! von der Kraft seiper Ueberwindung aller Ver- - suchungen, seinem Opfermuthe, seiner UneigelMÜtzigkit, seiner Friedensliebe^ seinem Vertrauen, seinem Gehorsam gegen Gott, seinem milden Urtheil sogar! dem Verbrecher gegenüber, erzählt ihnen von Jizchaks Hingebung, von Jakobs Kämpfen, von Josephs j wunderbaren Schicksalen, seiner Standhaftigkeit, von ' seinem edlen Herzen, das da Böses mit Gutem ver-! galt. O, greift doch -nur hinein in den unerschöpflichen Schatz, den wir in so reicher Fülle besitzen, greifet heraus alle jene erhabenen Gestalten, die da find allesammt Muster von Gottesliebe, von Tugend, von Redlichkeit und erfüllet mit ihnen das Herz, das Gemüth, die Phantasie eurer Kinder; der Erfolg wird ein nachwirkender sein für ihr ganzes! Leben; vpsu Op?) rrip'i, und von allen Seiten, in i allen Lebenslagen und zu allen Zeiten wird es stets! GotteS Stimme sein, die eure Kinder vernehmen! .r>r< nnx NMiid mvrr 'nvi j Der Unterricht nimmt in neuerer Zeit größtenteils eine von der Erziehung leider zu sehr gesorv derte Stellung ein. Die Grundlage der Erziehung ist die Religion. Durch das Höchste zum Höchsten herauzubilden, ist ihre Ausgabe. Die Erziehung geht im Hause vor sich, den Unterricht erhält das Kind meistens in der Schule; dieser Unterricht erzielt häufig' weiter nichts als das Wißen. Die Uebersüllung des Lehrstoffes läßt in den meisten UnterrichtSanstalten fremden Religion, und alle Gegenstände des Unterrichts derart gereicht werde», daß sie alle Hinweise» auf die Basis, auf welcher die fremde Religion beruht. Ist das wohlgetha» a» den KinLerherze», die du heranbilden solltest z» dem Höchste» und Heiligsten, was uns Gott verliehen hat? Und trittst du im Hause dem in der! Schule Erfahrene» und Gelernten entgegen, wirst du da nicht das Gemüth deines Kindes verdumpfen, den Zweifel säe» in sein Herz und eS unfähig mache», überhaupt noch Große- und Heiliges in sich aufzunehmen? Wem soll das Kind Glauben schenken, dir, dem geliebten Vater, oder dem nicht minder verehrten Lehrer? Wird es nicht dahin kommen, daß es den Glaube« an euch Beide verliert? nsr 'rinn Unterricht und Erziehung sollen mit einander verschwiftert sein, sollen mit einander Hand in Hand gehen. DaS a» sich Lobte Wissen soll belebt werden durch daS Feuer des religiösen Gedankens, aber des jüdisch-religiöse» Gedankens. Das Judenthum will den ganzen Menschen. Dem begabten, für seine Religion begeisterten jüdischen Lehrer - wird eS leicht sein das dadurch zu bewähren, daß er jeden Zwerg des Unterrichts auffaßt und wiedergibt, als einen Zweig von dem großen Baume der Erkenntniß, aus diesem Baume gewachsen und von ihm Nahrung empfangend. Nicht abgeschlossen und getrennt erscheine der-so gen. Religionsunterricht, sondern die Religion sei die Wurzel, aus der Alles erwächst, die Leuchte, die Alles durchleuchtet. So gehe der Unterricht der Schule mit der Erziehung im Hause Hand in Hand, Beide nach einem Ziele strebend. Ü. „ an eine Erziehung beim Unterricht und durch den Unterricht gar nicht denken. Das jüdische Kind, dessen erster Beruf derrinst sein sollte, Jude imjwahrsten Sinne des Wortes zu sein, wird meistens nur für den materiellen Erwerb vorbereitet, und das Wissen, welches es in sich aufnimmt, bleibt todt. Trotz dieser betrübenden Mängel ist es dennoch als ein Glück zu preisen, wenn Unterricht und Erziehung nur nebeneinander bestehen, im Vergleiche zu solchen Zuständen, wo sie sich gegenseitig ausschli ßen und feindlich bekämpfen, d. h. wo das Kind solche Schulen besucht, die da getränkt sind'mit dem Geiste eiuer , -. H nrr-u 'oI-r, pm"«. Wir haben schon oben bemerkt, daß in unserer Zeit, in der das materielle Bcdürfniß vorherrscht, die Erziehung nur daS Zunächstliegcnde erzielt. Das, was dem Mensche« am Nächsten liegt, ist allerdings das körperliche Bedürsniß; auch dieses hat seine Berechtigung, aber keine ausschließliche Es gibt noch höhere GL» ter als diejenigen, welche die Befriedigung körperlicher Bedürfnisse, Behaglichkeit und Bequemlichkeit. gewähren. Freilich liegen diese Güter dem gewöhnliche» Menschen ferner.. Der große Haufe hält sie gar für entbehrlich. DaS Judenthum stM aber da- Ferne

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