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Der Israelit · 1861-12-18 · Heft 51 (18.12.1861) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 51 (18.12.1861)
Date
1861-12-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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«13 in den Vordergrund. Das Ziel der Erziehung ist ihm die Heranbildung zur Tugend, zur Rechtlichkeit, zum Glauben, und zu dem Allerfernsten, zu der künftigen Welt. OL wohl die große Menge unserer Brüder dieses hohe Ziel stets vor Augen hat? Wir reden hier nicht von Jenen, welche die Religion der Vater hinter sich geworfen haben, sondern von denen, die noch innerhalb des Jndenthums leben. Ob auch wohl Viele von diesen noch daran denken, daß sie nicht allein das Allernächste, sondern auch das Ferne in den Bereich der Erziehung zu ziehen haben? Die socialen Verhältnisse, namentlich der Israeliten, haben in den jüngst verflossenen fünf oder sechs Jahrzehnten einen bedeutenden Umschwung genommen; der Kleinhandel, Ln den verflossenen Jahrhunderten durch den Druck der Andersgläubigen die fast ausschließliche Nahrungsquelle unserer Voreltern, ist größtentheilS im Gefolge einer besseren Zeit aus unserer Mitte verschwunden; Handwerke und Geschäfte, die theoretisch und praktisch erlernt werden müssen, sind dafür an die Stelle getreten. Nun ist es manchmal schwierig, eine Lehrling?- oder Commisstelle zu finden, bei der die Heiligung des Sabbats nicht verletzt zn werden braucht. Ach, wie oft tritt da das Allernächste, die Tüchtigkeit zur Erwerbung des Lebensunterhaltes , derart in den Vordergrund, daß darod Gott und seiner heiligen Gebote vergessen wird! Der gewöhnliche Trostgrund der Eltern ist dann der, daß die jungen Leute Ln unserer Zeit ja doch einmal den Sabbat verletzen werden; mag das also einige Jahre früher oder später geschehe«; aber abgesehen davon, daß dieser Scheingrund den Eltern kein Recht gibt in dieser verderblichen Weise auf die religiöse Richtung der Kinder einzuwirken — warum erzieht ihr eure Kinder so, daß ihr solch traurige Erwartungen von ihnen hege« müßt? Warum pflanzt ihr ihnen l von Kindheit an nur die Sorge für das materielle Bedmsmß ein, warum sorgt ihr nicht dafür, daß sie von der Wahrheit durchdrungen sind, daß diese unsere Lebenszeit nur eine Vorbereitung für die zukünftige Wett, ist?.^.ix'v?i pr^lis, daß auch in weitester Ferne Gott das Ziel sei, nach dem .'wir streben sollbn? - «r5..-,^:-'^'.:j .! rnpi -x '2 'wi, .izn>, Das Ziel der Erziehung sei ferner die Elkenntniß. Las, Judenthum -ist weit davon entfernt, dem . Streben nach Erkenntniß entgegen zu treten; das. Studium der GotteS^ lehre und das Jnsichaufnehmen der höchsten Erkennt^ niß ist sein Losungswort. Im Judenthume gibt es keine Priester und Laien, keinen Stand, der ein auS? schließlicheS Recht auf die jüdische Wahrheit hätte. Als in der Wüste dereinst zwei jüdische Männer im Lager prophezeiten, und der treue Schüler für des Größten der Lehrer zu eifern vermeinte^ La er daraus drang, sie daran zu verhindern, da sprach Moschehk Wer gäbe, daß das ganze Volk des Herrn aus Pro» pheten bestände. Unser höchstes Kleinod, die Kroqe der Gotteslehre ist da für Jeden, , es kann sie Jeder' nehmen, der die Mühe nicht scheut, sie uz erwerben^ — Wenn nun auch zn jeder Zeit die jüdische Erkenntniß dasjenige ist, was für unsere Kinder zu erringen wir am meisten uns bemühen sollten, so tritt auch noch in unserer Zeit ein Moment hinzu, welches es zur nothwendigsten Bedingung des Fortbestehens des Judenthums, oder vielmehr der Erhaltung der Unsrigen im Judenthume, macht, daß wir unsre Kinder in den Geist desselben einweihen, damit sie gekräftigt den Gefahren der Zeit entgegen -u treten vermögen. Stark und groß wie niemals sind in der Gegenwart die Verlockungen zum Abfall. Früher war es manchmal die Roth, manchmal die Gefahr, manchmal die Aussicht auf Vermöge» mch Ansehen, welche den Israeliten zum.Abfall verleiteten; heute genügt die Unwissenheit,, die Unkenntlich allein, aus den Kindern frommer Eltern Abtrünnige zu machen, denn Nicht nur der ist abtrünnig von der Religion der. Väter, welcher sich.durch. Äussprecheu einer bestimmten Formel zu einer ander» Religion bekennt, sondern auch der, welcher ohne gerade zu einer andern Religion übergetreten zu sein, das ganze Gottesgesetz verleugnet (o"m -2- 12,2). — ün OX '2 -P2P3!?X1'F -,'p-x ^1 ,13 'twl, .12« Das hauptsächlichste Ziel aber, das die Erziehung erreichen, soll, sei die Gottesfurcht.. Die Liebe zu Gott und die - Furcht vor ihm sollen schon früh gepflanzt werden in der Kinder zartes Herz, das in so hohem Grade empfänglich dafür ist.;, das Wesen des Kindes soll,so daran gewöhnt/.werden; daß Assbe z« Gott und Furcht, vor ihm gleichsam zur zweite«: MM werden; dassn erst.wird später der Mann, wird später das, Weib allen: Versuchungen und Lockungen zur Sünde zn trotzen vermögen. Wie aus. dem Gedankert,

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