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Der Israelit · 1861-12-11 · Heft 50 (11.12.1861) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 50 (11.12.1861)
Date
1861-12-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
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605. ihres Französisch rmd. Englisch und ihrer Kenntnisse und Fertigkeiten in der Zeichenkunst und Musik! Darum, Wie rühmlich auch immer jene großartige Stiftung eines früh dahiugeschiedenen edlen Gcmüthcs uns erscheint, - es lagen und liegen noch großartigere und rühmlichere Ziele in unserer Gemeinde vor, die nicht unbeachtet bleiben sollten, und die gleichwohl übersehen worden sind. Denn sollten wir nur der Pflicht der Wohtthatigkeit allein unfern Seckcl offen halten, und für alle anderen erhabenen Tugenden, zu welche« das Judenthun: uns erziehen will, und aus deren kostbaren Kette jene ja nur eine Perle ist, ihn verschließen? Ist denn die Herrichtung einer Pflanzstätte für diese Tugenden gar keines Opfers werlh? Aber ohne Opfer kann die Gründung uud Erhaltung einer dem Vedürsniß unserer Jugend entsprechenden Lehranstalt nicht ermöglicht werden. Wenige Schulen können sich selbst erhalte». Sie vermögen es nicht, sich ohne Zuschuß aus den Gemeinden - Lassen ans der Höhe der Zeit zu halten, und den an sie gestellten Forderungen gerecht zu werden. Wenn darum unsere Gemeinde- Neprasentanlen wirklich ein gutes Werk stiften wollen, so mögen sie das lebendigere Interesse, das sie im Augenblicke vorfinden, — und besten Dauer wohl precär sein dürfte, benutzen, und durch Sammlung freiwilliger Spenden einen Fonds begründen, welcher die Zukunft der Schule nicht wieder in Frage stellt. Alles andere Gute, das sie zu stiften im Sinne tragen, würde dann als nothwendige Consequenz aus den Resultaten jener um so gewisser erblühen. Diese, unseres geringe Ansichten neuen Nettesten der Gemeinde vorzulegen, haben wir für Pflicht gehatten. Vielleicht ist diese Mühe keine vergebliche gewesen, und findet unsere Ansicht Anklang bei den Eltern unserer Gemeinde, welche, die Nothwenbigkeit einer gediegenen Lehranstalt einsehend, deren Gründung den betreffenden Vorstehern erleichtern werden, dann werden wir uns erlauben, in diesen.Blattern noch einmal daraus zurückzukommen, um -unsere unmaßgebliche Vorschläge zur geeigneten Berücksichtigung vorzulegen. '! ,!!l H Nur einen Wunsch möchten wir! für heute , nicht unterdrücke». Soll eine Schule gegründet werden, so mögen wir darauf sehen, als Dirigenten einen wahrhaft religiöse« Mann zu gewinnen, der ge- (WeLlage -rr Kro.! z s! j i! diegene, akademische Bildung nsit gründlichem talmudischem Wissen vexemigt/' Nur dle'b'iel^jligste Bildung ist der Ausgabe' gewachsen, die der"Rectors einer jüdischen Lehranstalt'zu lösen hat. Befürchten' wir darilm nicht,' daß^ das ' Talmüdstudküjn di? Wistenschastlichkeit beeinträchtige; dieses Vorürthett ist durch viele wackere Geehrte unserer Zeit längst thatsächlich widerlegt. Besorgen wir auch nicht, — welche auch unsere subjektive GlaubenSansicht sei, —' daß die talmudische und streng religiöse Richtung ihrer Lehrer einen schädlichen Einfluß aus unsere Jugend übe. Derselbe gewissenhafte Lehrer, '.welcher unfern Kindern die Liebe zu den äußeren religiösen. Gebräuchen wieder beiznbringen weiß, dem soll und wird auch die Reinheitihrer Sitten nicht gleich? giltig sein. Derselbe Lehrer, welcher unser» Kindern Ehrfurcht vor dem vierten Gebote in das Herz pflanzt, der bietet uns. die Garantie, daß ihnen fortan auch das fünfte ehrwürdig und heilig sein werde. — Doch freilich — dieser Rath hat nur einen Sinn, wenn uns wirklich noch etwas daran gelegen ist, in Kassel das Judenthum zu erhalten; soll eL aber bei uns untergehen, dann freilich können wir unser Geld sparen; dann sind wir eben auf dem besten Wege; dann können wir nur gemüthlich so sortfahren, und nach abermals dreißig Jahren wird man sagen können: „ES ist vollbracht! — r Die rmi!?., die Gesetzestafeln, liegen in unserer beklagenswerthen Gemeinde in Scherben. Der Sabbath wird öffentlich entweiht; die Speisegesetze von der Mehrzahl Werteten; manche Ehegesetze entweder gar nicht mehr gekannt, oder mitleidig belächelt; dienuri ist verwaist, die Shnagoge verödet, i und selbst die Predigten haben seit längerer Zeit ihre Anziehungskraft verloren, knd gar sehr haben die Nethen der andächtigen Hörer sich gelichtet! Aber wenn auch die rnrnd in Trümmer liegen, rnnck '-wo, TafelsplLiter sind noch vorhanden, — zerstreut, vereinzeltaber noch vori Händen, noch! O, möchte eS unser geehrter Herr j, Rabbiner nicht gering achten, diese kostbare Diamantenreste zu sammeln, und mit Fleiß und freudigem Sinn zu einem Ringe zusämmenzusügen; möchte er diesem Ringe die Stätte bereiten, wo besten Werth erkannt und geachtet und «och für die sa des Israelit). , -

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