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Der Israelit · 1861-12-04 · Heft 49 (4.12.1861) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 49 (4.12.1861)
Date
1861-12-04
Page
– (sequence 8)
Language
German
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diesen - grschätzten Mastern über ras Gedeihen und .Wohlergehen des «euerstaudenen bayerischen Judentums in diesem Sinne referiren zu können.^ r - Karlsruhe- 12t Nov. .Die Nachlese unserer Wahlen hat sich bemüht, dem schwer übergangenen juristischen Elemente Eingang zu verschaffen, und. mit Erfolg. : Hier! und in Offenbmg i jdrd heüte Rechtsanwälte gewällt worden, hier! HerrObrrgc^ riWadnok. Kusel;!m Offenbursi nach Lelegr. Mirtheilnng Herr Ekkard. Herr Kuseldek rDe Jude, der in die badische Kammer tritt, ist mit 71) von V oder 60 Stimmen: gewählt worden, rin Ergebnis welches für den gelauterten Sinn ier Wählerschaft ein merkwürdiges Zeugniß abgibt.? Dies Ergebniß sieht zugleich in einem seltsamen Widerspruche mit einer von den neugcwählten Abgeordneten eines See bezir!s,,Hosgcricht§rath Haager, seinen Wählern gegebenen und in der von dort aus gezüchtigten Erklärung gegen die bürgerliche Emancipation der Juden. Diese ganze Frage wird im Gefolge des.Gewerbegesetzes zur Verhandlung kommen. -Man versichert mit voller Bestimmtheit, und diese Versicherung wird bekräftigt durch die Gesinnung Lamcy'S und dessen Verhalten als Abgeordneter, daß die Emancipakionsfrage durch die Initiative der Negierung auf die Bahn der vollkomensten Gleichberechtigung gelenkt wird. In staatsbürgerlicher Beziehung bestehen theoretisch durch das in Giltigkeit geblieben^ 49er Gesetz keine Hemmnisse mehr. StreLiH. (MtcklrnLurg.) In unserm Mecklenburg ging es, wie bekannt, in den vierziger Jahren sehr resornjatorisch hex. Im Schwerinischen unter der. Stürnmng Hyldheims.und Einhorys und im Strelitz'schen unter dem Alles zugebenden und schwachen Beichmann, jetzt Rabbiner. in. Landöberg a. W. Man hoffte, oder besser, man .redete sich ein, durch diese Sturmschritte! im Reforruiren würde, man den Juden dem Christen i gleich Haltes weil er ja auch in der Lynögoge orgelt! und deutsch belst. . Wie naiv und lächerlich, diese! Redensart uns heute auch vorkonnnt, sie hat zu,ihrer! Zeit gewaltig gewirkt und die armen Israeliten starf! benebelt» daß selbst hie, welche noch gern. am Astey hingen, sich von. derselben Hinreißen' .ließen... Honst wäre, freilich bald anfangs Alles anders geworden^ Wer die Zeit, iss die beste Lehrerig und hie Erfahrung.! (Hierbei eise die beste Predigt. - kasrrn M- Whtzer Jahre und den Juden wurde trotz der gemachten Rrsormconceffionen noch Manches genommen, ja aus Dankbarkeit dafür betrachtete man grade die ResorMjuden, die so viel zu Gunstm det Emancipatio» von sich geworfen und von ihrem Judenthume abgelegt, als die Zerstörer der staatlichen Ordnung, die man möglichst fern halten müsse. Daß eS besser mit de« Verhältnissen der Juden unseres Landes ausgesehen hätte, wenn die Rabbiner den dem Judenthume inwohnenden konservativen Geist bewahrt hätten — darüber liefert folgende Lhatsache den besten Beweis. Sonnabend den 12. d. M. hielt unser Großherzog, Friedrich Wilhelm, seinen Einzug in unsere Stadt. Es war ein großartiger Empfang, den ihm von allen Seilen die Ctadtbevölkerung zu Theil werden ließ. Man bereitete sich wochenlang darauf vor. Aber eine kleine Mißgunst von Seiten der christlichen Bevölkerung machte sich gegen die Juden geltend. Ihr LandraLbiner wurde nicht zu den Spitzen der Stadt geladen, die im Saale des RathhauseS zum Empfang des Großherzogs bestimmt waren. Aber wie schön wendete sich das Blattals den Abend darauf der Großherzog nebst seiner hohen Gemahlin und seinem ganzen Hofgefolge die Synagoge bestrchte. Es war etwas Erquickendes für den Israeliten diese hohen Gaste hier Platz mkmen zu.'sehen, worauf der Landrabbiner eine ergreifende Anrede hielt.: Zm» ersten Mal sah man hier das hohe Fürstenpäar mit solch großem Gefolge in den, jüdischen GotteShaufe — zum ersten Mal geschah es hier, daß ein Fürst dem Landrabbiner laut in der Gegenwart!der Gemeinde schöne Worte der Anerkennung und Aufmunterung zurief. — Die Gemeinde weiß nun, daß sie yn ihrem Rabbiner keinen Reformer hat, aber dafür einen Mann, der beliebt an hoher Stelle ist und wohl zur Zeit Manches für die Verbesserung der politischen Lage der Juden zu erstreben vermag. —- MehrereS ein anderes. Mal. - . . r k L)esterreichischer Kaiserstaa^ l- ' - . : r:-.. . -i Wien, 13. Nov. In Lemberg hat. die Statt« halterei das .seit 2v<. Januar-1819 bestandene Der- Beilsgr.)

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