Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 49 (4.12.1861)
- Date
- 1861-12-04
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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WS Diese Religionsbücher wurden natürlich' erst möglich,? nachdem Männer erstanden find, die den Much hat-! Ir«, trotz der Epitheta: Dunkel- und Nüäschrittsmänner «nd was dergleichen Ehrentitel alle sind, für das echte, alte, positive Judenthmn einzustehen. Und merkwürdiger Weise erstarkte das Letztere gerade in der ' Zeit, in welcher die Gottesdienstreligion eben ihre ersten Lorbeeren gepflückt hatte, wo der Jacobsohn'sche Cultus eben angefangen hatte, den obenerwähnten Carricaturen der jüdischen Praxis Eingang zu verschaffen. — In Hamburg nun hatte der bekannte Tempelverein die Sectio nsbestrebungen von der Spree nach der Elbe verpflanzt, und eine Schule gegründet, in welcher so viel hebräisch gelernt wird, daß wie man uns versichert, die, die Schule verlast senden Zöglinge selten hebräisch lesen können, und wo, was die Hauptsache ist, dem Kinde, solch' ein Genre 'jüdischer Religion in's jugendliche Gemüth versenkt wird, welche dazu angethan ist, sich mit allen Lebensoerhältnissen in brüderlichster Eintracht zu befinden, eine Religion nämlich, der, allgemeiner Humanität erster und letzter Zweck — Alles ist. — Z« richtiger Würdigung der ganzen Tragweite solcher Reformen berief nun die Gemeinde den „Chacham" Bernays v'r.1 und begründete und erhielt dadurch der eigentlichen Gemeinde eine Gefinnungstüchtigkeit, ein mit Bewußtsein gelebtes und ein von glühender Begeisterung getragenes Privat- und Gemeindelebtzn,*) wie es sich Ln ganz Europa kaum 'eine zweite in der Weise rühmen konnte. Wodurch aber? - Weil das genannte geistliche Oberhaupt in seinen unbeschreiblichen, und wie ich selbst aus mehrjähriger Frequentatton weiß, durch Fülle des Stoffes, geniale Erklärungen der r"2"o-, ,'irw ,l'r"rr rivo, Gediegenheit, Tiefe, Begeisterung und ganz besonders Erweckung von Begeisterung, an Wunder gräryenden Vorträgen unwiderleglich nachwies, daß eS nicht nur nach dem traditionellen. Imperativ, sondern aüch nach vernünftiger Deduktion unmöglich sei, Ju^e sein zu wollen, . ohne sich durch rnuv in gleicher, ^Jeise gebunden zu erklären. Derselbe hat guch^eiue Schule gegründet, au ch eine Religionsschuke, aber! eine ReligionSschuke, m der n?-.o und nicht deutsche Predigt, resp. Tpdtenfeier mit obligater Chor- und Orgelbegleitung rc. jüdische Religion ist.')' Derselbe hat auch eine Schule für Erwachsene, gegründet, für Kaufleute nämlich, u. z. auch eine Religionsschule in welcher bald O'v'.i.i bald gleichsam die ReligionSbücher, wenigstens die Anknüpfungspunkte süc seine geistreiche NeligionSlehre bildete. »'Dieser von den vielen Hunderten, vielleicht Tausenden' seiner Schüler, von den Tausenden seiner Gesinnungsgenossen gefeierte HeroS der echten jüdischen NeligionSphilosophie unserer Zeit hat jene schon sehr, alte Religionswissenschaft nichtnur den strengsten Ansprüchen des sogenannten Zeitgeistes adaequat gemacht; sondern die „Höhe der Zeit" noch ein Bedeutendes überragt. — Alle echte Neligionsbücher nun müssen dieser Richtung angehören, und wir haben dadurch einen ganz sichern Maaßstab für denselben. Ein Neligionsbuch, das cn-M )'->n als solche, das nnopQ, mvnn rc., gleich wesentliche Bestandtheile der Religion sein läßt; ja, um Alles beim rechten Namen zu nennen, ganz ohne Vergleich wesentlicher, als z. B. die 13 Glaubensartikel, insofern letzterephilosophische Doctrin eines, wenn auch noch so großen, doch immer eines Menschen, erftere aber Gottgeoffenbarte Pflichten sind; Nell- L—i 1«. 2) Ich red« hier von der Gemeinde, als solcher, nicht aber vo« dem Borstande. gionsbücher dieser Art sind jüdische; solche, die über dergleichen „überwundene Standpunkte" beredt schweigen, sind nur PZilosopheme des wässerigen Deismus, weiter Nichts. — So sehr.MN auch 3) Wie sehr mit dieser Epoche die wahre, echte RellztouS« ayschauung erst recht wieder regenerirt wurde, kan» man beispirlS« weise erkennen, wen» man die Tendenzen des so tressllchen uad gesinnungstüchtigen Fnedeuthal in DecSkaa. dessen Haaptthltig-' seit in dem Anfang dieser Zeit fällt (1316-23) die (spät« (1316—43) vo» ihm veranstalteten Partlalllbersetzungea sind eie» nur Üebttsetzuagen derselben Werke) mit de» weiter eitirle» NeltgionSbuchern vergleicht. So sehr wir uns dieseunserer echt conservattve» Glaubensgenossen zu rühmen haben; so ist dach im' Grunde, so interessant dessen Werk >"lNVX und 5117! durch' ZubtilitLt der Untersuchung, durch Fälle deS StosfeS und' lNorificatio»! der rniIX und sind, dock» tzaupttendeaz derselben nur Nachweis der allzemeinen Humanität la de» Pri«' ^ipien des ^udrnthums. Das nachdrücklichst, muthizsi gelttnd gemachte Pr»nc p, daß als Ganzes, UnthellörreS, usd nur diese, daher auh Humanität-Ausbau Eine-iTheileS der 613 nämlich der WL^ I^-lt.deS I-tdtN' tbumeS sel^ war noch nicht zum Darch'sruche gekomm:», tzrr Ehacham BernähS fiag eben damals erst an zu ,'wüh^n/! '