Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 48 (27.11.1861)
- Date
- 1861-11-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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577 Söhne durch der Tyrannen mörderische Hand auf ihnen opfern ließ zur Heiligung des göttlichen Namens. Zu ähnlicher Opferfreudigkeit soll uns spornen das Chanukalicht, denn alles Irdische ist vergänglich O'2brM O'VZWkW. Lehrt uns Brth Schammai die rechte Würdigung des Körpers, so mahnt uns Beth Hillel an die rechte Entwickelung des Geistes — i'm Vip3 ps'po. Der Geist entwickelt sich von der Geburt an, und diese Entwickelung hat kein Ende, wie die Flamme stets emporsteigt — MDN rm nicht die opferverzehrende Flamme, sondern das leuchtende Licht. O-1/7 1723» rH MD.11 I'vv3 '».1» M531P1, hat Gott verheißen. „Wenn auch die Opfer aufhören werden, so werden Israels Lichter leuchten für die Ewigkeit." Das Leben Desjenigen, der es geistigen Errungenschaften weiht, gewinnt von Tag zu Tag an Werth. Jeder Tag mit seinen Mühen mehrt das Wissen, veredelt das Herz, erwärmt das Gemüth, vergröbert die Liebe zu Gott und den Menschen, erhebt das Bewußtsein, und die Erinnerungen an die schöne Vergangenheit kräftigen für eine lichtvolle Zukunft. Der Geist wird durch stetes Mühen geschärft, das Gemüth durch stete Veredelung theiluehmender, das Herz weiter. Da tritt keine Abstumpftmg ein, kein Ueberdruß. Das Wissen gebiert die That, und je mehr Thaten, desto mehr Leben. DaS Leben, dar wahrhafte Leben, zählt nicht nach Tagen und Jahren, sondern nach der Erfüllung durch Thaten. Mancher lebt achtzig Jahre, und sein langes Leben ist unnütz und erfolglos vorübergegangen, wie ein verlorener Tag; Mancher scheidet von dieser Welt im kräftigsten Mannesalter und hat gelebt für all« Zetten. Mit zunehmendem Alter muß das Glück des de? Legend und des wahrhaft der Wissenschaft lebenden Mannes sich erweitern, 'i2in"2Dpr, je Mer die Talmide Lhachamm werden, desto ruhiger, freudiger denkt ihr Geist, dessen Gesichtskreis i sich von Tag zu Tag ercheitert. Gegen solches geistiges , Glück tritt der Körper von selbst in den Hintergrund; an das' siete BoraHchvetten! im Erringen ^geistiger und sittlicher Gitter mahnt uns die stets zunehmende Zahl der Chanukalichter 11112 prri raip3 — - ' Der andere Grund, d^ für die Halachah Beth Schammais angeführt wird, ist der, daß die Zahl der Lichter entspreche der Zahl der kommenden Wcihfesttage v'O^n O'w und der Grund für die Halachah Beth Hillels, daß die Zahl der Lichter entspreche der Zahl der vergangenen Tage L'XLI'.I O'v' -M3. ' Der Blick nach Außen, auf das Verschwinden der in äußerer Machtentfaltung blühenden Nationen - gerichtet, und die rechte Würdigung des Körpers führt unmittelbar auf den Gedanken an die Zukunft 2M2.1 2'2' -W3. Die Zukunft Israels ist es, an die Beth Schammai gemahnt wissen will. In ihr ist alles Heil für unser Volk. Diese glänzende Zukunft, für die wir uns vorbereiten sollen, winkt uns mit ewig grünender Hoffnung — die meffianische Zeit. Der Gedanke an diese erhebt uns über die noch so trübe Gegenwart.' Eine Zeit wird kommen, in der Israel wiederum sein wird die erste unter allen Nationen, in der von Zion wiederum ausgehen wird die Lehre und das Wort Gottes von Jerusalem - eine Zeit des Friedens und des Glückes und der Erlösung der ganzen Welt. Auch die Mackabaerzett war eine Zeit der Erlösung vom schrecklichsten Drucke, weil vom geistigen Drucke. Hoffnungslos lag Israel danieder, zerüttet, zerrissen war Alles, verloren schien Alles. . Woher sollte Hilfe kommen? Die Uebermacht der Feinde war zu groß, die Zahl der begeisterten Gottesverehrer zu geringsie waren entflohen, hielten sich in Höhlen verborgen und wagten sich nicht hervor. . Woher sollte Hilfe kommen? Die Neichen und Vornehmen in Israel waren abgefallen von ihrem Gotte und hatten ihren Frieden mit seinen Feinden geschloffen. Die Tochter Bilga'S tmrzte auf dem Altäre Gottes und nannte ihn den Wolf, der Israels Eigenthum verschlinge. DaS Heiligthum war entweiht, seine Mauern eingeriffen, seine Altäre ve^mreinigts, seine Schätze weggestHrrr^.^ . /.l,,. - j,.' l Woher sollte Hilfe kommen? I , . Israel sollte j brechen mit seiner ganzen Vergangenheit. Das Studium des Gesetzes war verboten, auf die Ausübung der GotteSgebote stand der Tod, und überallhin schrieb die freche Syrerhand: „Israel hat keinen Antheil mehr 'an seinem Gotte.* , A,' s!