Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 48 (27.11.1861)
- Date
- 1861-11-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Ü7b die hereinbrechenden Leibe» müthvoll zu ertragen - und auszuharren im Unglück; Beth Hillel lehrt uns, j wie wir Leiden upd Unglück femzuhalten vermögen und den Gonesschütz uns sichern. Steige empor in der Erstrebung des Heiligen! Blicke nach Innen, dein eigenes Volk - sei Gegenstand deiner Beobachtung, deine eigene Familie, drin eigenes Herz.! Wo du den Keim des Guten siehst, da entwickle ihn, auf daß er wachse und blühe.. Fördere; das Studium der Gotteslebre, wo du nur kannst und me du Mr kannst; bemühe dich, dich zu kräftigen ist , der Hingebung an deinen Gott und lehre, deine Familie, dein Volk, durch Beispiel, Wort und Schrift ein Gleiches zuthun; übe die Wohlthäügkeit mit allen deinen Kräften und suche die Nahen und die Fernen, auf die du zu wirken vermagst, zu ermuntern, daß sie diese Stammestugenden Israels pflegen. Führe dich und deine Mitwelt zu immer.höhern Stufen der Gotteserkenntniß, der Gotterliebe, der werkthätigen Menschenliebe M. Wo immer Du siehst Wankende und Schwankende, die von der Höhe des Judenthums zu sinken in Gefahr sind, da tritt kräftigend und stärkend ein; wo immer Du bemerkst den Keim des Bösen, wen» er auch noch so unscheinbar sich zu entwickeln beginnt, da suche ihn zu ersticken, zu vernichten. Möchten wir doch mehr ans den Keim des Bosen achten! Einen Wald von Unkraut auszurotten ist gar schwer, oft unmöglich; die vorgeschrittene Krankheit, welche bereits den ganzen Körper ergriffen und die Lebenskraft bedroht, zu heilen, ist gar schwer, oft unmöglich; aber der sorgsame Gärtner verhütet mit leichter Mühe, daß das Unkraut zum Walde ausschieße und so dem Garten die besten Kräfte entziehe, und der sorgsame Arzt verhütet das Ueberhandnehmen der Krankheit leicht, mit wenigen Medicamenten. Wie hat doch die Erfahrung uns in den letzten Jahrzehnten über diese Wahrheit belehrt! Vergleichen wir den Zustand von Gemeinden, denen der Gärtner fehlte und der geistige Arzt, oder in denen ein thörichter Gärtner das Unkraut pflegte und ein gewissenloser Arzt Gifte statt Heilmittel nichts, mit dem Zustände von Gemeinden, die so glücklich waren und sind, ernststrebende, thätige, kenntnißreiche und fromme Nabbinen zu besitzen,:dis das Gute zu fördern stets bemüht warm »ad sind — l'bzw -^ undj ihre Gemeinde» auf der Höhe deS Judenthums zu erhalten bemüht wäre» und sind — Mt Wir wollen keine Beispiele ansühren, sie liegen zu nahe, und Jeder kann sie selber greisen, kann diese Beobachtung anstelle» oft in ein und derselben Stadt. Das ist der Blick nach Innen, den nach Beth Hillel uns das stete Zunehmen der Chanukalichter lehre» soll — Wir können diesen beide» Gründe» noch eine andere Seite abgewnmen. Der Grund Beth Schammais für das siete Abnehmeu der Zahl der Lichter ist das stete Abnehme» der Zahl der Opserstiere am Laubhüttenfeste. Das Opfer stellt uns das Körperliche dar, das da hingegeben wird für eine Idee. Zur Zeit der vollendeten Ernte und Weinlese am Laubhüttenseste sollte daS stete Abnehmen der Opferstiere, den durch den Besitz ubermüthigen Menschengeist die rechte Schätzung des Körpers und der irdische« Güter lehren. Alles Körperliche fällt der Vernichtung anheim; das bloß dem sinnlichen Genüsse geweihte. Leben wird mit jedem schwindenden Tage verkürzt, verliert mit jedem Tage an Werth. Die Fähigkeit zu genießen, der Geschmack am Genüsse verringert sich von Tag zu Tag, die Kräfte nehmen ab mit zunehmendem Alter, und das Mer macht stumpf. So schon die Vergangenheit, die vergeudete Jugend, das verschwendete Manncsalter war, einer so traurigen Zukunft geht der Greis entgegen. Diese Erfahrung ist's, die das Alter des sinnlichen Mensche» so unglücklich macht, mehr als Krankheit und Gebrechlichkeit. 'n 'äpr, je alter der sinnliche Meyjck'. wird, desto mehr wird sein Denken getrübt. Daher lehre uns die stets abnehmende Zahl der Ehanukalichter die rechte Würdigung des Körpers und der irdischen Genüsse, und mahne uns an die Opfer-- freudigkeit jener Leidenszeit, die da die Siege vor» bereitete; an jene Mütter, welche sich und ihre Kinder lieber dem Tode weihten, ehe sie an ihnen den Bund der Veschneidung unvollzogen ließen, an den Greis Eleasar, der lieber eines gewaltsamen Todestarb, ehe er das Gesetz auch nur zum Scheine verletzte, an jene Mutter, die siebe» Märe baute und ihre