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Der Israelit · 1861-11-27 · Heft 48 (27.11.1861) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 48 (27.11.1861)
Date
1861-11-27
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Woher sollte Hilfe kommen? . - . Und sie kam doch! ^Jch hebe meine! Äugen empor zu den Bergen — woher wird kommen meine Hilfe? Meine Hilfe kömmt von Gott, dem Schöpfer von Himmel und Erdell Die Hilfe kam unerwartet, -! kaum gehofft, in wunderbarer Weije^ uJsrael zerhoh sich aus tiefster Erniedrigung und erblühte herrlicher denn zuvor. So! sollet denn auch uns die Chanüka-s lichter leuchten p'2» -122,, .als'ein' ewige-- Symbol unserer glänzenden Zukv^ Mag noch sy^ trüb die Gegenwart uns umhüllen, Israels ^ßonne wird das Gewölk durchbrechen und leuchten mit nie wehr schwindendem Strahle! Der Blick nach Innen, den uns Delh Hillel lehrt, gerichtet auf die Zustände der eigenen Person vnd des eigenen Volkes, und die Bildung und Erhebung dcS Geistes — pn;'^'2 führt unS zu der Geschichte früherer Tage denn die Gegenwart wird durch die Vergangenheit erzeugt. Möchten wir doch immer auf unsere jüngste Vergangenheit achten, und mir würden alsobald die Mittel zur Verbesserung, zur Entfernung der Uebe! unserer jetzigen Zustände finden, wir würden allsogleich erkennen, wie und in welcher Werse wir auf dem Grunde, den die Väter gelegt, fortzubauen haben. Das Uebel, das uns jetzt unermeßlich scheint und an dessen Bekämpfung wir verzweifeln möchten, eS wird uns, wenn wir die jüngste Vergangenheit durchforschen, in seiner Entstehung, in seinen Anfängen erscheinen; wir werden den Boden finden, auf dem es gewachsen, und die Kräfte erkennen, die eS groß gezogen haben. Mit dieser Erkenntniß ist der Sieg schon halb gewonnen und das Uebcl schon halb entfernt. Der entgegengesetzte Weg muß betreten werden, und er wird zürn Heile führen. Auch zur Förderung deS Guten ist das Achten auf die verschwindenden Tage, die noch eben Gegenwart waren und erst jetzt Vergangenheit werden, nothwendig, damit nach demselben Plane sortgebaut werde; das Gebäude möchte sonst zerfallen. Fühle dich nicht vereinzelt bei der Bekämpfung des Bösen und bei der Förderung deS Guten; auch den Einzelnen kräftigt Gott und gibt ihm bei ernstem Willen Kampfgenossen, wie dereinst dem Mattatias und seinen Söhnen. Nicht das passive Abwarten der Zukunft, sondern das thalkrästige Sichbildcn nach den großen Männern und Frauen unserer Vergangenheit thut Noch. Wer kann die ZirkurH ergründen, wer sie ermessen, wer weiß, was der nächste Morgen uns bringt? Aber die.Vergangenheit liegt klar aufzedcckt vor unseren Blicken mit ihren großen Männern und Frauen, die gekämpft und gestrebt haben, wie wir es Men. Kämpfen und streben! Ohn^e Kampf hätten die mackabäischen Helden nicht gesiegt. Kämpfen und streben sollen auch wir, und der Feigheit zeihen wir denjenigen, der de» Kampf zu vermeiden sucht, und wir geben auch für sei» Streben Nichts! An nichtigen Vorwänden fehltfreilich nicht; wir! wollen diese nichtigen Vorwände den Feiglingen überlassen, aber die Chanukalichter sollen uns mahnen, daß wir uns bilden nach dem Muster der Helden unserer glorreichen Vergangenheit rurrum L'2' -w2l — . - Literarischer Bericht. Wifnäen Luis AeUgiapslekre für isr. Iclmlen von Gerson Lasch, Oberlehrer an der isr. Schule zu Halberstadt. 1861. Leipzig, Heinrich Hunger. Benrtheilt von Vr. I. Hildesheimer. .. . - (Fortsetzung aus Nr. 46.) Mit dem „Sendschreiben" nun war der erste und zugleich der äußerste Schritt geschehen; und ein Fortschritt auf dem Gebiete dieser Nelegionsfabrikation war, wenigstens nach der Seite der sogenannten Freisinnigkeit hin, nicht gut denkbar. Freisinniger kann wohl Niemand sein, als ein jüdischer Reformator, der mit der größten Kaltblütigkeit die Frage ventilirt (S.K1)r „Warum sich nicht alle aufgeklärten Juden taufen lassen," diese possirliche Frage nach einem zwanzig Seiten großen Schwulst endlich mit einem vermeintlichen Dilemma, schließt, und deßhalb den „ehrwürdigen Greis, den edlen Tugendfreund, .den protestantischen Oberkonsistorialrath und Probst" um die Mittheilung bittet, für den Fall, daß die Partei sich entschließen^ sollte ^die große christliche, Protestant

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