Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 48 (27.11.1861)
- Date
- 1861-11-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2446984-2447031--01038-2456261- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
575 immer emporsteigen müsse, aber nicht hinabsinken dürfe (p-n-na M l?->P2 p>pv). L"N O'pvx '-.21 H-ci '.htr, die Worte Beider sind Ausflüsse des Geistes des lebendigen Gottes, der auf den Weisen Israels ruhte und ruht; hohe Ideen erschließen sich dem Denker aus diesen einfachen Worten; versuchen wir die, diesen Ansichten zu Grunde liegenden Gedanken aus ihrer tiefen Schacht ans Licht zu fördern: Leth Schammai lehrt uns den rechten Bliä nach Außen und Beth Hillel den rechten Blick nach Innen, Beth Schammai lehrt uns die rechte Würdigung des Körpers und Beth Hillel die Erhebung deS Geistes, Beth Schammai verweist unZ auf die glänzende Zukunft unseres Volkes und Veth Hillel führt uns zu unserer lehrreichen Vergangenheit. I. Ms der eine Grund der Halachah Veth Schammais wird uns angegeben, daß die Zahl der Lichter abnehme, wie die der Opferstiere am Laubhüttenfeste. Am Laubhüttenfeste wurden im heiligen Tempel am ersten Tage dreizehn Opferstiere dargebracht; an den folgenden Tagen immer ein Opserstier weniger, bis am siebenten Tage sieben; am achten Tage, am Veschlußfeste, wurde nur ein Opferstier dargebracht. Unsere Weisen bemerken, daß die 70 O pfer stiere der Festtage zum Nutzen und Frommen aller Nationen der Welt, deren Zahl bekanntlich auf 70 angegeben wird, dargebracht wurde, während der eine Opferstier am Beschlußfeste allem Israel galt. Eine eigenthümliche Erscheinung hierbei ist, daß die Zahl der Opferstiere sich von Tag zu Tag verringert Groß und mächtig waren von jeher die Feinde Israels, Jakob muß vor Esau fliehen, wird von Laban verfolgt, Mizrajim knechtet unsere Väter; Esau ist mächtiger als Jakob, Laban hätte ihn und seine Faynlie vernichtet, wäre Gott nicht zu seiner Rettung erschienen; was war und bedeutet die Familie Israels selbst nach ihrer großen Vermehrung dem gewaltigen Egyptervolke gegenüber? . Von j da an waren es immer die mächtigsten Nationen, die Israel bekämpften, besiegten, unterjochten. Weltreiche waren, es: Assyrien, Babel, Per-.. sien, das griechisch-macedonische Reich und die auS ihm hervorgegangenen Mächte, Egypten und Syriern WaS vermochte Israel gegen diese Beherrscher der Welt, wie konnte das an Zahl so kleine, an Macht so unbedeutende Volk den Druck der Riesenmächte ertragen? Mußte Israel, muß Israel nicht verzweifeln bei diesem Blicke nach Außen?..— O, schauen wir doch auf die Ehanukalichtlein, sie' bringen Trost dem verzwcistungsvollen Herzen! Der Syrerkönig hatte ganz Palästina in seine Gewalt, seine Besatzungen hatten die Festungen inne, seine Söldner die Städte besetzt; so denkt er Israel zu erdrücken, zu zermalmen, die Wahrheit, die ewige Wahrheit, deren Träger cs ist, von der Erde zu bannen. Da wagte es Mattatias, den Götzenaltar umzustoßen, er flieht mit seinen Söhnen und wenigen Anhängern in die Wälder, die Gottesstreiter verbergen sich in den Höhlen, von wo auS sie jeden Angriff erfolgreich abwehren, bis endlich der Held Juda 3000 schlecht bewaffnete Streiter um sich gesammelt hat. Er führt seine, von: Fasten ermattete kleine Schaar gegen daS feindliche Heer, und gegen welch ein Heer! 40,(-00 kricgvgeübte Soldaten, wohlbewassnete Reiter und die furchtbaren Elephanten, die zum Kriege abgerichtet, die Schaaren der Feinde zertreten, auf deren Rücken sich Thürme befinden, von denen aus wohlgeübte Schützen mit ihren Pfeilen tödten — und wessen ist der Sieg? Die Schwachen besiegen die Helden, die Vielen fliehen vor den Wenigen, die Reinen behaupten daS Schlachtfeld und die Frommen verjagen die Frevler.. Egypter, Assyrer, Babylonier, Perser, Gräcomacedonier, sie sind , von der Bühne der Weltgeschichte verschwunden O-rnLen), aber Israel bleibt ewig, weil die Wahrheit, die?S zu vertreten hat, eine ewige ist. Das ist der Blick nach Außen, den uns Veth Schammai lehrt : verzweifle nicht Israel, und wenn die größte Macht gegen dich streitet, sie muß sich brechen an deiner ewigen Wahrheit, die dir Dauer verleiht. — Wohl ist gut, spricht gleichsam Veth Hillel zu Beth Schammai, die Erinnerung, die du unsbietest, aberbesser noch ist die lebendige That, zu der die Chanukalichter ermuntern sollen, und daher; bestimme ich sie als Symbol für den Blick nach Innen, f^r, rnpz pbpo: die immerwährende Steigerung im gottgefälligen Leben. «Beth Schammai gibt uns ein Mittel/