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Der Israelit · 1861-11-27 · Heft 48 (27.11.1861) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 48 (27.11.1861)
Date
1861-11-27
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Ser bei den Großen und Vornehmen in Judäa heimisch geworden war."^ Griechische SM und griechische Bildung galt als das höchste Ziel, eine gottvergessene Jugend war den griechischen Lastern ergeben, ein gottvergessener Hohepriester sandte dem Herkules Opfer nach Antiochiens und jn JerusalM wurden Bachutzfeste gefeiert. Wohin konnten, wohin mußten solche Zustände führen? Wohin sie führen? ach, wer uns das doch heute zu sagen vermöchte! Suchen wir die Wohnungen unserer Großen und Vonrehmen aus; wie viel Häuser sind da, in denen dis Chanukalichter leuchten? Aber fast um dieselbe Zeit, in diesem Jahre einige Wochen später, feiern die Marionen^ in deren Mitte wir leben, ein Fest, das mehr Anklang findet in den jüdischen Hausern. Wochen zuvor wer« den Vorbereitungen dazu getroffen, die Kinder wolle» die Eltern zu diesem Feste erfreuen, und die Eltern ihre Kinder; der lang erwartete Abend bricht an, wir gehen zufällig an einem solchen jüdischen Hanfe vorüber, ein Lichtglanz dringt uns entgegen, wir treten neugierig ein, und was erblicken wir! O, daß unser Auge nie Solches erblickt hätte, daß es nie Solches wieder erblicken möchte! Ein Tannenbaum, geschmückt mit hundert Lichtern, geziert mit buntem Flitter, steht in der Mitte eines jüdischen Wohnzimmers, an dessen Thürpfosten vielleicht noch aus alter Gewohnheit der heilige Name leuchtet, und diesen Vaum nmtanzen in ausgelassener Freude jüdische Kinder, Nachkommen Abrahams, und jubelnd zeigt eines dem andern, was es bescheert hat bekommen, und wir wenden trauernd unser Antlitz ab. Kennen vielleicht diese Kinder die Bedeutung des Festes nicht, so daß dieser Vaum ihnen als ein unschuldiges Spielzeug erscheint? O, dafür hat schon die nichtjüdische Schule gesorgt, welche diese armen Kleinen besuchen. „Was lernst du in der Schule?* fragten wir einst einen muntern, sechsjährigen Knaben. Unter andern Fächern nannte das Kind auch die biblische Geschichte. „Kennst du vielleicht schon die Geschichte Josephs?" Joseph von Egypten? entgegnete oaSLind. „Ja wohl, erzähle sie doch.* Und das Kind jüdischer Eltern erzählt uns ausführlich die Fl.'.cht nach Egypten, fast genau so, wie sie im neuen Testamente steht; und diese Thatsache steht leider nicht verrinzclt da. Fragt dagegen nach unserer heilige» Geschichte, fragt nach der Bedeutung' des Chanukcr- und fernen großen Erinnerungen, und sehet zu, ob ihr eine Antwort erhaltet! Woher auch? Sind doch die Chanukalichter-aus vielen Häusern verschwunden, und ist doch der Weihnachtsbaum dafür eingetreten! Wehe über diese Schmach, wehe über dieseSchandek daß ihr jüdische» Männer und jüdischen Frauen, die ihr nur dem Name« nach noch Inden seid, jüdisches Gesetz und jüdische! Sitte aus euren Hausern verbannt habt — wie wollen es euch nicht verzeihen^ euch nicht entschuldigen, aber wir zürnen euch darod nicht so sehr, wie über dieses Hohnsprechen dem jüdischen Geiste, das da eure Kinder mit der Milch fremder Nahrung nährt und zu fremdem Dienste gewaltsam treibt. Was soll daraus werden?. Wir wissen eS nicht; aber das wissen wir, daß eS an der Zeit ist, daß der Jude und die Jüdin, denen es noch Ernst ist um das Judenthum, sich zusammenraffe», damit sie und ihre Kinder den verderblichen Einflüssen der Zeit entgehen. O, daß der echte, rechte Hasmonaergeist uns beseele, daß er aus den Chanuka- Üchtern uns entgegenleuchte und uns führe zum Kampfe, znm Siege! In einer einfachen, religiösen Controverfe zwischen der Schale Schammais und der Schule HillelS über die Art und Weise des AnzündenS der Chanukalichter (Tract. Sabbat Fol. 21. b.) treten uns große Gedanken entgegen, die wir heute zu erörtern versuchen wollen. Die Schule Schammais bestimmt nämlich, daß man am ersten Tage acht Lichter anzünden soll und an den folgenden 'Tagen immer eins weniger; die Schule HillelS dagegen, nach welcher die religiöse Praxis festgesetzt worden, bestimmt, daß man am ersten Tage ein Licht anzünde und an den folgenden Tagen immer eins mehr. Verschieden geben zwei Amoraim die Gründe beider Schulen an. Der Eine halt dafür, daß der Grund der Schule Schammais der sei, daß die Zahl der Lichter der Zahl der kommenden Weihfesttage entspreche (wONur ir«), und der Grund der Schule HillelS, daß die Zahl der Lichter der Zahl der vergangenen Tage entspreche (2'XL,'N O'O'.N der Andere gibt den Grund der Schule Schammais dahin an, daß die Zahl der Lichter abnchme wie die Zahl der Opferfliere am DmbhMenfeste (nn 'is -um), und den Grund der Schule HillelS, daß man bei Erflrebüng -es Heiliges

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