Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 47 (20.11.1861)
- Date
- 1861-11-20
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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570 Bilder der erlabenmVerdimste de-Verblichenen M, > erwähnte seines umfangreichen talmudischen Wissens, i seiner urtgeheuchelten Frömmigkeit, seiner Aufopferung für und Religion, erwähnte sodann seiner ftom« men Liedern Gattin, die ihn stets mit der größten Liede gepflegt, und schließlich seiner überaus würdigen Finder, in desen Traten sich der Charakter deS Verstorbenen abspiegelt.? . .1 . , > , Es folgte dann die tief erschütternde Trauerrede' seines ältesten, sehr gelehrten Sohnes, die oft durch unaufhaltsames Weinen Erstickt wurde» woraus dann die Körperfülle in den kühlen Erdenschoß hinabgelassen wurde. Wurde auch der zu früh Verblichene von dieser Welt abberufen, sein Name und sein Geist wird aber in Allen, die ihn kannten, immer sortlebeu. über die so kleine Schaar der Leser, bald über Mangel au Mitarbeitern beklage» muss. Doch behalte« wir uns die hiesige Journalistik für ei« Späteres vor und schenken wir einige Augenblicke de» Sffentlichru Schule«. — u . r/ Es läßt sich durchaus nicht bestreite», wen» ma»! den früher» trostlose« Zustand her öffentliche» Schule» i» Frankreich mit dem jetzigen verglenht, daß der Staat in de» letzten Jahrzehnten für die Verbesserung derselben viel geleistet hat. Allerdings steht noch immer Deutschland in dieser Beziehung Frankreich bedeutend voran, aber das in weniger die Schuld ver Regierung, als der geringe.Eifer, de» das Volk selbst Uc alles Wissen zeigt, und jene, fast macht* ich sage», totale Unfähigkeit, die dasselbe im Fache der El- und sei» erhabenes Andenken wird stets zum Heil '' zichung an den Tag legt. — Wahrend jedem Dent- und Segen bleiben. „Denn wer den Besten seiner Zeit genug geiban, der hat gelebt für alle Zeiten." Mojes Schreiber. ' ' - - i i - - . Frankreich. Paris. (Pariser Briese an einen Freund V). Allo.des Herr Correspondent der allgemeinen Jndenthumszeitung hatte, wie Du mir schriebst, die Gewogenheit zn bemerken, „daß man den „Israeliten" in Paris nicht finde"*). Wahrlich, mein Freund, das ist ein herrlicher Zug, und ich muß Dir gestehen, daß cs mir einen hohen Begriff von der Wahrheitsliebe des Correspondenten gibt, der sogar dem stindlichen BjaUe die .so freundliche Mittheilung macht, daß der Israelit gesucht ist. Es UM mir herzlich leid, nicht Gleiches von der Allgemeinen bemerken zu können; denn diese sucht man nie, und wenn man ja einmal se zufällig ein einzelnes Blatt zu-seh7!7^77^..n..:, so Hai man" erst Nichts gefunden. Allem aber abgesehen finde ich sehr seltsam, daß der Herr Correspondeut sich über die geringe Abonnentenzahl eines deutschjüdisä en Blattes wundert, da er ja eben so gut wissen wird, daß die 3 jüdischen Blatter, die hier erscheinen und für ganz Frankreich genügen, kaum gelesen werden, ja daß dasjenige, das gewiß daS geistreichste und gediegenste.unter ihnen ist, sich bald Anrnrrk»n,z in Ntractisn/ Hvr Bkrubizunz des Her,» .Eorr-sxondentkn die MitU'tilungf, ksK flck unser Blatt i« Pari- «tner.trtzr i^nrirn^ru ^r^ituag. erfreut.' r '' .(r r l ' ii scheu Erziehung der Kinder erste und höchste Pflicht ist, kümmert sich der Franzose, besonders der Pariser, gar nicht um dieselbe und Tausende von armen Fa- , mitten vernachlässigen sie durchaus: Es würde mich hier zu weit führen, zu untersuche», wie viel bei diesem Unterschiede zwischen beide» Nationen der Verschiedenheit der Charaktere oder dem weniger innigen Familienleben zuzuschreiben sei, so viel steht fest, daß in Paris die Anzahl der öffentlichen Schulen in Vergleich mit den deutschen Städten und Staate» sehr gering ist. Erhebt sich trotzdem keine Stimme für Vermehrung und Erweiterung derselben,, so ist dies der sicherste Beweis, daß selbst diese geringe An-! zahl vollkommen hinreicht. — i Anders jedoch ist eS mit den öffentlichen Schulen! der jüdischen Gemeinde; dem Verhältnisse, nach sollten sie mehr als genügend sein und das würden sie auch in Wirklichkeit, wenn die Juden in Paris Pariser wären; sind sie nun aber Gott sei Dank denn mit wenigen Ausnahmen ist die hiesige Gemeinde aus deutschen und waS dasselbe sagen will, Elsässern zusammengesetzt. Hat nun auch hie und da besonders bei der reicheren Klaffe französische Leichtigkeit ein wenig die Oberhllnd gewonnen, so wird doch, je tiefer man hinabsteigt, jener deutsche Charakter um so unverkennbarer, und selbst die ärmste Klasse sucht durch Fleiß und Arbeit, so viek zu erübrigen, daß ihre Kinder wenigstens bis zum l Aen oder litten Jahre die öffentliche Schule besuche» können. Glaube mir, das sind große Opfer, die diese Klasse ) 7» t