Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 47 (20.11.1861)
- Date
- 1861-11-20
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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M9 immer seine Behandlung der Jüdenfrage. Trotzdem eS bekannt ist, daß Herr von Bernuth 'sich für die vollständige AnstellungSfähigkcit der! Juden erklärt hat, werden die Juden noch immer vom Nichteramie ausgeschlossen. Zur Ausführung des Handelsgesetzbuches sollen setzt Handelsgerichte ein geführt nnd diesen kaufmännische Assessoren bcigegeben werden. Der betreffende Gesetzentwurf kann, wenn die Verfassung nicht offen verletzt werden soll, Juden nicht auSschlicßen. In den Motiven wird jedoch noch immer an der Ausschließung der Juden von den andern Mchtcrämtern festgehalten, die Zulassung der Juden :z« den Handelsgerichten aber damit motioirt, daß die Beisitzer solcher Gerichte keine Eide abzunehmen hätten. Das Königsberger Tribunal hat nun den Spieß nmgcdreht, und wie die „ostprcußische Zeitung" berichtet, in einem Gutachten geradezu den Minister zum Verfaffungsbruch aufgefordert, und sich gegen Zulassung Mischer Handelsrichter erklärt. Das bars nicht Wunder nehmen, da der Chef des Gerichtes bei der Berathung über den Juden-Cid die jüdischen Mitbürger in einer Art und Weise beleidigte, wie es sonst nur Seitens des „Preußischen Volksblattes" geschieht. Kein Zweifel, daß Herr von Verbuch diesen'Theil des Gutachtens im Vüreau seines Ministen! vertretest wird. - » f /r > ' n r, ' - .' Li österreichischer Kaiserstaat. Preßburg. Anfangs Kislew. Lu drv vielmehr eine Trauerbotschaft; ein harter Schlag, der unsere Familie getroffen, und mit ihr all die gesctzcstrcuen wahrhaften Israeliten, ist es, waS ich heute, um den Pflichten eines getreuen Berichterstatters, vielmehr aber noch 'dem Drange meines Herzens, Las so warm und liebevoll für den Verblichenen geschlagen, nachzukommen, zu berichten habe^ , Eines der würdigsten Glieder hiesiger Gemeinde, «m Stern am Horizonte der talmudisch-theologischen Literatur, ist gefallen. — zi.- David Hirsch Ahrenfeld, (wer in dem ^weiten österreichischen Kaiserstaate kennt nicht diesen glanzvollen Namen yl ist nicht Ntchr. In der Nacht zum 27. Marcheschwan hauchte er, 54 Jahre alt, seinen Geist an-, um dort in dem bessern Jenseits dte Herr?! (Verlage zu Nro. lichen Früchte seiner edlen T baten'/ deren' erlauf dieser Welt so reichlich gepflanzt, zu pflücken. ''ir. r - Es-ist wohl ünurörzlich'^n de'M beschränktest Räume eines Cörtespondcnz-Artikels)' all die höhest Vorzüge/die der Verewigte besessen,'genau zu specisiziren; ich will daher dieselben nur andeutungsweise gebend - 'N'- - - Ein edler Mensch in der schönsten und erhade'ttsten Bedeutung des Wortes , ein fester, biederes Charakter, ein mit ausgedreitetem Missen und in die tieMen Schachten des Talmuds eindringender, mit großem Scharfsinn und Hellem Kopse begabter Gelehrter, eine strenge Rechtschaffenheit, die zu bewähren, er in den schwierigsten kaufmännischen Perioden so oft Gelegenbeit hatte, all dies sind Eigenschaften, die mit Recht die allgemeinste Verehrung und ungetheilteste Liebe, deren er sich in dem ausgedehntesten Maaße zu erfreuen hatte, erklären. Obwohl der Verblichene während seiner ganzen Lebenszeit mit physischen Leiden zu kämpfen hatte, betrieb er dennoch stets'das Thorastudium mit der begeisterungsvollstcn Hingebung und mit dem rastlosesten Eifer; seine Lust nnd Liebe zu demselben kannte wahrlich keine Grenzen.' Rührend und erhebend war cS mit anzusehen, als der Verewigte bereits todeskrank und kaum det Sprache mächtig, bei Empfang'von'Besuchen, worunter auch Unterzeichneter sich-sehr oft befand, jedesmal seine schwachen Kräfte zusammenraffte und die größten Anstrengungen machte, um vor ihnen .'rnn 'mi'N, der einzige Trost seinekummervollen Lebens, sagen zu können: Wahrlich! wie passend kann hier das „nmn sw s>.-iro rnv> n O*rr«" angewendet werden. Die Verdienste des Verblichenen gehörig würdigend, hatte sich bei dem Leichenbegängnisse eine unadschbare Menschenmasse eingesunden, die demselben bis zum Degräbmßorte dgS Geleite gab; dort angelangt,! hielt der hochrvisrdige Herr Oberrabbiner, /Schwager des Verewigten) eine auf das erregte Gcmüth her zahlreichen Zuhörer tief einwirkende Trauerrede ) m der er seinem großen Schmerze gehörige Worte lieh. Anlehnend an die talmudische Stelle nmrw 'v-us '2 (galten doch alle seine materiellen Beschäftigungen dem Zwecke, um dadurch desto besser und vollkommener dem Studium der .imn obliegen zu können) zählte er all die des Israelit). '-!!>" I