Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 47 (20.11.1861)
- Date
- 1861-11-20
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Zn einer Statt bringt, in der besonders .der Arme nicht Hände genug haben kann, um sich redlich durchzubrrngen, und es wäre gewiß nicht mehr als Pflicht, j wenn die Gemeinde Alles aufbicten würde, um wenig-! stenS diese Opfer mit einem gewissen Erfolge zu'-krö- -Nen. Doch davon keine Idee! Wie wäre es auch möglich, daß in Schulen, in welchen nicht mehr als 4 Lehrer beschäftigt sind und die über 400—500 Knaben zählen, etwas gelernt werden könnte, da darf auch der Lchrer mit dem größten Fleiße und den größten Anstrengungen zu Werke gehen, und wird für fast */. der Klasse die ganze Zeit deS Unterrichts im Durchschnitt verloren sein; nicht seine Schuld ist eS,- wenn daher Knaben 3 bis 4 Jahre diese öffentliche Schule besuchen, und von hebräisch will ich gar nicht sprechen, nicht einmal richtig französisch schreiben und lesen können, sondern es ist die Schuld Jener, die an der Spitze der Gemeinde stehen, die hundert andere unnütze Ausgaben befürworten, und an diejenigen nicht denken, die gerade die nothmendigsten und fruchtbringendsten sind. Warum sorgt man nicht für mehr Lehrer, wenn die Anzahl der Schüler so zahlreich ist, warum errichtet man nicht noch 2 Parallelschulen in andem Quartiers, damit wenigstens eine nicht unbedeutende Anzahl von Familien durch die ungeheure Entfernung nicht verhindert sei; ihre Kindxr in die jüdische Schule zu schicken? — . , Doch, nein! die Herren muffen einen großen, prachtvollen Tempel haben, das ist nothwendiger als eine Schule; sie müssen ein Gotteshaus haben, das sich würdig an die Seite derjenigen anderer Religionen stellen kann! Gewiß! das lehrt uns auch die jüdische Geschichte.. Als das u'ip.27! zerstört war, da versuchte man gleich ein anderes, schöneres auszubauen! Jst's' Licht so? Nein! dem ist nicht so; denn schon damals sah das Haupt deS Synedriunr'S, Nab. Jochanan bcn Calkai ein, daß nicht der Tempel ünausiöslich mit dem Geiste deS Jüoenthums verknüpft sel^ sondern daß um diesen Geist lebendig undwach zu erhalten^ man nicht eines Gotteshauses' sondern eines LehrharrseSbedürfe. Nicht wie bei andern Religionen die K.xHe, ist im Judenthum der. Tempel maaßgettnd, nein Nebensache ist er, wenn nur der Geist deS Judenthums ^bleibt und die Schule besteht, in der, derselbe erhalten, gestärkt und gekrästigt wird! Doch baut nur Tempel, sammelt Tausends für ihre ArrsschmüLung und vernachläfigt die Schule; eS wird denn auch bald hier, wie in manchen Städten Deutschlands der Fall, Vorkommen^ daß eines schönen Morgens ein armer Jude.mit Thalith und Thephillin zum Tempel gehen will. Da hängt ein großes Schloß davor und der in seiner Ruhe'aufgescheuchte Wächter ruft brummig: „Aber wissen Sie denn nicht, daß nur alle Samstage der Tempel geöffnet ist?" .— »-t.'olr...".-''. -u- - ' -- (Fortsetzung folgt.)-- i . nt) Z - 'r-» , ' ' rrj . -i Rußland, 'r. >'! '1-..-ü«r Von der polnischen Gränze, 11. Noobr. Gestern wurden der Oberrabbiner Meisel, die Prediger Jastrow und Kr am stuck und der Vorstand der Judengemeinde, Feinkind, verhaftet; der Grund ist unbekannt. " - F e ü i lle * v n. Eine neue Grklüvung äes Wiärn^ck su Genesis i8. 4 von Junreulker Ln ULbLLs. Die .Wandrer, die Abraham, nach Gen. 1^4 bei der glühenden Sonnenhitze zu sich in den kühlen Schatten der Bäume gebeten hat, bekamen als erste Erfrischung. Wasser zum Waschen ihrer Füße aageboten. — Die Agada gibt als Grund dafür an, Abraham habe dieselben für Araber gehalten, die sich vor dem Staube ihrer Füße bückten, das heißt wohl, solchem göttliche Verehrung erwiesen. ' . ... In den Zeiten, da die Menschheit,noch in ihrer Jugend, oder Keffer, in ihrer Kindheit stand, war an Wiffenschast, im heutigen Sinne des Wortes, noch i nicht zn chenken. Aus dem Gebiete selbst, wo daS Herjedes denkenden Menschen sich nach Aufschluß und Belehrung sehnt, in der Religion, beschränke sich Alles noch auf kindische Versuche, die, wie die Geschichte uns sattsam belehrt, nimmermehr zu einem befriedigenden Resultate zu führen angethan wardst. Haben wir auch vollen Grund, eine Tradition von Adam an in ununterbrochener Reihe als vorhanden anzunehmen, so vermöchte sie doch nicht aus einem