Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 47 (20.11.1861)
- Date
- 1861-11-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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-auer des Paradieses des Gesetzeanerkannt zu werden; sie bedeckten sich nicht mit einem geborgten Kleide, sie waren eingehüllt in den Mantel deA Lichts — -nx rmrv —.'welches Gott bewahrt seinen Erwählten, sie wollten m der Synagoge keine besondere Rolle spielen, wo sie sich verdunkeln ließen von dem geringsten Beamten, wo sie nichts sein wollten als einfache Gläubige, Menschen, die da kommen sich niederzuwersen vor Gott wie ihre Brüder. Aber ihre wahren Funktionen waren außerhalb des Tempels, in dem Hause und in der Schule, bei den religiösen, dem heiligen Studium geweihten Zusammenkünften; da waren sie Führer, Berather, Erzieher und Lehrer des Gesetzes, da übten sie eine große und mächtige Autorität durch die Belehrung, durch die wissenschaftliche Ueberlegenheit, durch das Licht, welches sie um sich verbreiteten, durch das Beispiel eines reinen und heiligen Lebens, der Ergebung, der Enthaltung, der Opferfreudigkeit, durch die Ausübung aller Tugenden. Sie waren Diener Gottes, nicht weil sie ein kirchliches Kleid trugen oder eine offizielle Ernennung erhalten hatten, sondern weil sie wirklich waren die Repräsentanten des Gesetzes Gottes. Wir hatten neulich kritisirt die Eigenschaft eine- Hirten (pastour), welche ein Oberrabb. sich beigelegt hatte in einer Ansprache an seine Glaubensgenosse» und das Monopol, welches er sich bewahrt oder genommen hatte, die heilige Rolle beim Samstaggot»- tesdienste, emporzuheben. Heute haben wir keine Person in Gedanken, keinen Zeitgenossen«, wir haben nicht die Absicht, irgend Jemanden zu kritisiren, und wir protestiren im Voraus gegen jede falsche Auffassung, gegen jede persönliche Absicht, die man unS unterschieben könnte. Wir schreiben heute für die Zukunft; wir wollen ein heilsames WahrheitSkörnchm werfen in einen Boden, der bereits Dornen und Disteln heroorbringt. - Wir wollen die klerikalen Bestrebungen bekämpfen, welche sich in unserm CultuS erheben. Die Nabbineu der Reform, weil sie keine geistige Autorität durch ihr Wissen, ihre Tugenden, ihre Verdienste und ihre Werke erwerben können, suchen diese Autorität an ihre Person zu heften und dadurch einen sakramentalen Charakter zu gewinnen. Daher datirt die Einrichtung der religiösen Einsegnung, einer Ceremonie, welche das Ausehen eines Sakramentes haben soll, dessen Ertheilung der Rabbiner für sich in Anspruchmmmt. Man hat in der That gesehen, daß unlängst ein Nab- Die Geistlichen gewisser fremder Culte, die da ihre Weihe und ihre Autorität von Außen empfangen, - .. . , ... bedürfe» der fremde- Stütze. In dieser Lage ist dib'"" " 7^uri »amenürch d-bhalb,-me E»tl°- Religim. selbst in Gefahr, wenn die Anstendinge ihr! ^7» 'M. >°-'l -». -mfach-r Schullehrer dk fehlen; daher ist seine Gegenwart unentbehrlich beim ' ^7°?.- d« C°'.ftrm°,.>>n hat, der Gebet, beim G°tt-Ldi-nst. besten Vorsteher, beste» ein- ^->'§-'»--.0», deren Berechnung und Gedanke einem ziges Werkzeug er ist. Möchte man zu einem ahn- ' lichen Resultate auch im Judenthume gelangen, wo doch eine vollkommene Gleichheit vor Gott und in seinem Tempel herrschen soll, wo doch alle Bekenner Priester MolteS sind, wo doch nur die sittliche, religiöse und wissenschaftliche Ueberlegenheit ein Recht zu geistlichen Titeln gibt, wo doch der einzige Schmuck hes Dienerdes Allerhöchsten die Krone der Thora ist? fremden Cultus entlehnt sind. Daher datirt sich der priesterliche Segensspruch, den Söhnen Ahrons eigenthümlich, welchen der Rabbiner am Ende seiner Rede mit ausgebreiteten Armen hinabsenkt auf die Häupter der Gläubigen, als die unsichtbare Gnade des Herrn, deren Repräsentant er sein möchte, gleich dem katholischen Priester. Daher datirt sich die Anmaßung des NeformrabbinerS, allein gewisse Gebete herzusagen, gleichsam jüdische Messen zu lesen, wie Der moderne Rabbi hat wohl geführt, daß das ' wenn diese geistigen Acte einen integrirenden Thei! b.», L- I n e . und göttlichen Persönlichkeit auskirchliche Costüm, das Gebet in! der Landessprache, j seiner eine Moralpredigt und all die Faxen und Kesten im! machten?) Der Rabbiner ohne rabbiyischeS Wissen Tempel nicht genügten, um ein isr. Priesterthum zuund ohne rabbinische Tugenden, der Lehrer des Grconsntrüren, um sich für lange Zeit die Achtung der! —^ ... « Sememde zu sichern, da, — und hwr gelangen wir . c.,«. »>- °»s di, zu der Überschrift dieser Arbeit, haben sich erhoben die klerikalen Bestrebungen im Judenthum. den hohen Festtagen dir Abodah vor >er heilig«« Lade strltver» . tretend fü^r die Gemeindel