Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 45 (6.11.1861)
- Date
- 1861-11-06
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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„Der Umgang bildet uns, für Einsamkeit, 5 Wie für die stille Nuh, Bewegung reist:, - Ist er ihr Vormund nicht, ras't die Beschauung." »dick. Ich überlaste jedem Wahrheitsliebenden, der auf diesem Gebiete Erfahrungen gemacht hat, «die nähere Erklärung und Ergänzung dieser Sätze und kehre zu meinem The,na zurück. .Ist es wahr, daß der höhere Grad der moralischeu Lebenöerzichung, wie wir gesehen, immer mehr und mehr Selbsterziehung wird, das heißt, ein iyrmer freieres Ausschwingen jder geistigen Natur, eine immer reinern Potenz derselben, der drSvon Außen hcrantretende Leben mit seinen äußern Zufälligkeiten) kein Rückhalt, vielmehr in der vorausgegangencn ersten LedenSschule so ganz innerlich gemacht, so ganz vom Geiste durchgeistigt, treibendes Element sein soll; ist es also wahr, daß wir, Nichtchassidim, mit unserem — Wichten Verstände, das zu einer Höhe sich erbebende Selbst, ans der die scheinbaren Widersprüche zwischen Lehre und Leben, durch die größtmögliche Läuterung des Lebens in dem, immer näher erkannten Läuterungsfeuer der Lehre, als einziges und schönstes Prärogativ dem Chassid zucrkennen dürfen, in dessen Dasein dieser LäulerungSprozeß immer mehr seinen Ruhepunkten, seiner Vollendung naht, jene Widersprüche und Konflikte, immer mehr einer, im höher» Sinne erkannten iunern Harmonie des Lebens mit seinem Ideal, das in.imn fertig und — angeschaut weichen; eine Harmonie, die weil sie Alles in sich fasten muß, einer himmlischen Symphonie gleichkommt und ihn, den Beschauenden selbst, vermöge seines von Schlacken gereinigten, zur hohen, geistigen Natur erhobene» Daseins, als einen reinen forthallerrden Ton, mit sich verschmitzt oder — hat er die höchste Stufe erreicht — als — nicht Schöpfer — aber als Meister über sich erkennt; "2'N2N cnnn— ist die? alles wahr, — und mir können tS getrost als wahr gelten lasten, ohne dadurch gezwungen zu sein die bei dieser. Definition sich herausstcllende transzendentale Synthese wirklich vorzunehmen und Punkt für Punkt durch Mähren, was weit über meinem Horizonte liegt; — ist dies wahr, so wird hiedurch klar, daß eine solche gehobene Lebenseinficht, soll sie nicht in ziellos u - herschwcifende Beschauliches ausarten, nicht zur gcgenstandloseu Illusion werde», nothwendig auf das Lebe», beste» WrauSge-! gangsne SelbMüterung und HeiligunKfie, ermögglicht hat, fort und fori refkektire» müsse. Wir haben somit, trotz der vielen, viele» Hülle», die auf Verhülltes deuten, trotz des mysteriöse» Gaugedes Chassidismus, beste» Mysterium, dunkle Tiefe, oder — tiefes Dunkel ist, wir habe» das Leben, die jüdische Praxis, und vor Allem, jenes feine, geistig liebliche und liebevolle Wesen, die göttliche Hülle 7— ich möchte sagen, die himmlische Atmosphäre, mit der schon jede echte Intelligenz und nun erst jene erhabene Geistes-Region, das Leben, die Praxis umgibt — wir haben..-nn—wn? und ihr Erscheinen — denn zu Tage treten müssen diese Eigenschaften — das liegt in dem Wesen ihrer Bedeutung; —- wir haben an ihnen den sichersten Probirstein für Chassidismus. —Selbstläuterung —Selbstheiligung. Wider Vermuthen sind mir diese Worte schon hier eingeflosten. Ich kann sie nicht zurückdrängen: sie sind unumgänglich. Um jedoch nicht ineertum per ineertunr zu erklären, werfen wir einen genaueren Blick auf jene, wohlgeordnete Tonleiter, in der erhabenen Harmonie der moralischen Kräfte, im Menschen, die, wie. wir gesehen, durch menschlichen Dünkel, durch irregeleitete Beschauung zur grellsten Disharmonie wird. — Unsere Altvordern, die Männer des Talmud haben, indem sie im reinsten Selbstbewußtst!» dm Stusenreihe ihres eigenen hoch — hoch aufstrebenden moralischen Lebensganges überzahlte», zugleich uns zur Ermuthigung und — zur Warnung, diese Tonleiter genau angegeben. Sie lasten vor unseren Augen diesen erhabenen LebenLbau, der sich i» jhohe. überirdische Regionen wölbt, entstehen, und zeige» uns vor Allem den göttlich weise» Plan, nach dem die breite, feste Grundlage, auf der er bauet und bauen soll: — „EL lehren die Weisen „zm V22 rnvLw" du sollst bewahrt sein vor jeder bösen Sache." (Deuter. 23, 10) das heißt: cS soll der Mensch am Tage — da sein Geist und seine Thätigkit wach und rege sind, — nicht solchen Gedanken Raum geben, die ihn bei Nacht., — in unbewußtem unbewachtem Augenblick zur Sünde führen. (Awodasara20b.; nach "'p rr'V"i7i2) Dieser Satz ist die erste und Höchsts Norm desjüdischen Moralgcsetzes. Er saßt die ganze Summe