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Der Israelit · 1861-11-06 · Heft 45 (6.11.1861) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 45 (6.11.1861)
Date
1861-11-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
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539 zelnen Grundstrichen des jhohen von Gott geadelten, von Gott erfüllten Lebens, er lebt dieses Leben, läßt es von den Strahlen der Lehre erleuchten und erwärmen, ohne in die Sonne, die sie sendet, einen cindringenden Blick zu wagen. Im letzten Falle hat die vom Goltesgeiße und Gottesgebote erfüllte Praxis den Beschauenden zu jener hohen Stufe gebracht, von der aus er sich Punkt für Punkt über jedes einzelne göttliche Gebot, über dessen innerstes Wesen, über Ursache und Wirkung stellen will — vielleicht — auch kann, bis zu jenem Punkte hin, der den Grund all-r Gründe, die Ursache aller Ursachen, der das innerste Prinzip der Weltordnung enthält, von dein aber Gott, zu dem größten Menschen auf Crdcn auf feint Bitte; rn .12 nriXL' .112 'ü.^.-r gesagt: l.vr-M i'.Lp> vn' ,-.nk -x lieber diesen Punkt, über dieses leitende Prinzip kannst du nicht gestellt werden. — Diese zwei Hanptgrade des Denkens, die, wie wir sehen werden, ihre ganz gemessene Stufenleiter haben, sind cs, welche die Menschheit im weitern, und das Judenthum im engeren Sinne anflreben, mit ungleichen Kräften und natürlich mit ungleichem Erfolge, aber — nach gleichen Gesetzen des Denkens. Es ist dies das mächtige Gottesband, das uns alle umschließt, uns alle auswärts, zu unserer Bestimmung zu unserm Schöpfer leiten will. —? So, wie sich nun diese beiden Grade der Höhe nach unterscheiden, und der letzte den ersten als unerläßlich, voraussetzt, wie dies schon aus dieser kurzen Auseinandersetzung hervorgebt, so unterscheiden sich auch die Menschen/ welche die Stufen des einen und des anderen besteigen, der Tiefs ihres von riim erleuchteten Geistes der Erhabenheit ihres von diesem Geiste durchdrungenen Lebens nach.! Der, auf dem l einen Stufengange, de» wir als den ersten — gleichsam elementarischen, bezcichnetcn, wandelt jeder Judedessen Herz und Geist von der HotteSidHe und»! ihrem einzig unfehlbaren Ausdrucke in nmn berührt sind rchd — wohl ihm, wenn ihn ein hohes Menschenalter und unermüdetes Streben auckr nur bis zur Halste dieser Stnfenhöhe führen;, dort in der höheren! Phase der Lebcnserziehung durch — Gott, befindet sich nicht jeder Jude/ kann sich nicht jeder befinden, es müßte denn Gott Widerna tätliches schaffen, was bei allen L der natürlichen Wundern Gottes, bis jetzt nicht geschehen ist. Dort besrn-t den sich die Wenigen, Auserlesenen, die, voü der festen Grundlage: .-'. r-, ausgehend, die ganze Scala der moralischen Lebenserziehung wirklich durchlebt und den Grad von Lebensreiuheit und — faktisch — siebenfacher Gkläntcrlhcit erreicht haken, den wir, mit unseren mit "kirn bezeichnen werden. „Dies ist eine große Stadt — hier ist der große König sehr nahe — drum sind es nur wenig Leute, d?e hier wandeln;" — hier wandelt der Chassid; — selbstbewußt —oder selbst unbewußt — unterscheidet sich müder dem Grade nach; aber zwischen beiden liegt die Täuschung die absichtliche Selbsttäuschung — die wir verurthcilcn, die unverschuldete, von andern VerurtheilungSwerthen herbeigcsührt, die wir bedauern müssen. ' Wo ist Täuschung heimischer, wo ist sie grfähr licher, als aus dem wirren Felde der Beschauung,—, wenn dieses Feld nämlich wirr geblieben, wenn es nicht aus dem frischen?n.-Borne getränkt, wenn es nicht für die edle Saat der Wahrheit, die Wahrheit für Alle ist und sein muß und für ein Leben, voll schöner That und Sitte urbar gemacht ward? Wo verkümmert der Geist, der sich nur wenig entwickelt und des langsamen Ganges der Natur (der GcisteSnatur) spottend einige Entwicktungssprossen zu überspringen — straflos zu überspringen — meint — wo verkümmert er so leicht — so unverbesserlich? und, wo winken stolze Ueberschätzung, Ueberhebung des wirklichen Lebens, dem halb gereisten Gedanken, der das Leben mit dem erhabenen Geiste, der es früher erfüllen muß, ehe er auch nur auf einen Augenblick von demselben abstrahirt werden darf, nur halb begriffen, nur halb — oder gar nicht durchgebildet hat — wo? Aus dem Felde der Beschauung. Schön und wahr besingt ein nicht jüdischer Meister des, Gesangs ^iese in der Geschichte vielfach bewährte Idee:! - - . / - Sucht der Gedanke stolze Zuflucht in .' Beschauung? Ach! sie ist so arm als stolz, Gebricht des Lebens Stütze ihr.: : .. / > Der ungebildete Gedanke treibt : : : : > ' Sich wild umher im Felde der Beschauung; - - DeS Umgangs Schule zähmt ihn durch den Zügel': Des nölhigen Zwangs;- — — (VonvF Nacht U;) : und:-

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