Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 42 (16.10.1861)
- Date
- 1861-10-16
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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bvS Voraussetzung, daß in dem gegenwärtigen Bericht Momente enthalten seien, welche die öffentliche Teilnahme verdienen, und daß es gerechtfertigt war, die Thatsachen zur Kenntniß eines großem Publikums zü dringen. Frankreich. Paris. Herr CrLmieux hat in einer Rede zu Gunsten eines Angeklagten in einer gerichtlichen Verhandlung, die Aufsehen genug in der Welt gemacht hat, in seinem mit allem Recht bewunderten Vertheidigungsvortrag rmter Anderem auch einen Brief vorgelesen, worin der Kardinal Antonclli es ausdrücklich darauf angelegt hat, mit hochmüthiger Geringschätzung die Eigenschaft ihres isr. Religionsbekenntnisses dem Namen einiger Männer anzusügen, um deren in seinen Berechnungen nützlich scheinende Mitwirkung derselbe Kardinal nicht lange vorher sehr eifrig, wenn nicht gar ganz ergebenst sich beworben hatte. Diese Unziemlichkeit ist von dem berühmten Advocaten, so wie sie es verdiente, gebrandmarkt worden. Allein verdienen nicht manche Israeliten mit vollem Maaße eine solche rohe Behandlung? Und namentlich diejenigen, die bei dieser Angelegenheit das Opfer einer solchen Rücksichtslosigkeit geworden sind? Es existirt innerhalb unsrer NeligionSgenoffenschaft eine nur gar zu große Anzahl von Personen, die ans die peinlichsten Austunstsmitlel verfallen. um nur ja in ihren Relationen mit der vornehmen Welt die Thatsache ihres isr. Religionöbekenntnisfts, welche sie selbst al^ einen Flecken artsehen,! der ihrer Geltung, d H. ihren geldgeschäftlichen Spekulationen, nachteilig sein sonnte, möglichst in der Hintergrund zurückzuschielxn. Die vornehme Welt ,sieht dieser unzigeS Gegenbeispiel anzuführen, auf H. M. Montesiore in London hinzuschauen t - n . Der macht sich unverzagt vor Fürsten und Völ^.! kern gerade in seiner Eigenschaft als Jude geltend; benimmt sich als beglückt darin und stolz darauf. . Ist es noch je Jemandem eingefallen, seink'Religion, : die sein Stolz ist, als einen BeschimpsungSstoff ihm » vorzuhalten? - .. Ganz gewiß, gerade diejenigen Alle, die erröthen,! vor der Welt ihre Religion frei kund zu geben, weri den von der Welt in tiefster Seele verachtet.; (llviv. isr.) ' A si e n. Jerusalem. (Rach Hamaggid.) »Spricb nicht: Ist das Lickt einmal vrrlöscht, Au8 ist's für alle Zeiten; - ' Dlied nur verborg'ne Gluth zurück, bin Luftzug weckt den.Lichtschein wieder.* (Arabisches Sprichwort.) In Gegenwärtigem berichte ich Ihnen ein Ereigniß, das verdient in weiten Kreisen bekannt zu werden. Vor ungefähr 25 Jahren kam ein Mann hierher mit Namen Simon Rosenthal, der früher in Smirna mit der Judenbckehnmgsgenoffenschast sich innig verbrüdert gehabt, auch als Instrument > sich verwenden ließ, hier in Jerusalem dürftige IS« raelitcn in die Netze der Mission zu locken. S. Rosenthal erreichte zusehends immer höhere! Stufen weltlichen Ansehens und Glückes; war um- , geben von , einer Schaar Söhne und Töchter; die ange- I sehenften und reichsten Männer wurden seine Eidame; der Vornehryste darunter ist H. Bergheim, der bereits , in seiner früheren Heimath sein Neligionsbckenntniß gewechselt hatte. Der englische Cosisul ist ihm innig würdigen Verstellung, dieser feigen Verleugnung des befreundet; das Uebelwollen des evang. Bischofs und eigenen! Religionshfienutniffes auf deNMründ, spottet^ n für sich derselben, verachtet gründlich hiejenigen, die,. sich solcher Feigheit schuldig machen, und schleudert denselben, wie der Cardinal AntouMj es gethan, hei der erstbesten Gelegenheit die Eigenschaft ihres Religionsbekenntnisses, als em BrandmarkungKzeichen ins! «eiichti'H - , Wie erfreulich ist eS dagegen, um nur ein ein- - der mit' diesenr befreundeten Missionäre glitt unschädlich an ihm ab. Gegen das Ende des verwichenen Jahres nach israelitischem Kalender erschien H. S. Rosenthal vor dem Rabbiner und theilte demselben seinen Wünsch mit,, in die jüdische Religionsgenoffenschaft wieder ausgenommen zu werden. Die Rabbiner waren weit entfernt ihn dazu auszuumntrrn. Allein so sehr fühlte sich der Mann zur Ausführung ^Beilage zu Mro. 42 des Israelit).