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Der Israelit · 1861-10-09 · Heft 41 (9.10.1861) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 41 (9.10.1861)
Date
1861-10-09
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Term zk wissen,rmd so entschloß er sich denn, wenn uicht anders, ihm zu Fuße uachzureiseik u. Auf'dem Wege ihn einholend, wurde er in des Lehrers Wagen ausgenommen und so begleitete er ihn dann auf Schritt und Tritt, ohne daß er sich Mch nür einen Moment mehr von ihm zu trennen vermöchte. Als sein großer Lehrer eine Reise nach Wim unternahm, folgte er ihm auch dahin, und hier war es, wo der junge Rabbi Mosche Sofer erneu hochwichtigen Akt'seines Lebens vollzog,' indem er daselbst sämmtliche Traktate des Talmuds (v"V) beendigte, und diesen feierlichen weihevollere Moment durch «Ln dreitägiges ununterbrochenes Fasten besiegelte, wovon aber zur damaligen Zeit Niemand als sein verehrter Lehrer Kunde erlangte. Im Aufträge deS Letzterm verfugte er sich mit 18 Jahren nach Prosnitz in Mähren, dem NabbinatSsitz des berühmten Talmudisten mrrsn pron ^->7i v"rrr POM8POU2 »;vrrn ^L,', dessen Neigung und Bewunderung er ebenfalls bald erlangte, und der dem jungen RabbinatSgelehrten so viel Autorität beimaß, daß er ihm gelegentlich einer längeren Reise seine ganze Jeschibah . mit voller Beruhigung zur Leitung übergab. Daß er die ihm übertragene Aufgabe trefflich zu lösen uud in seinen Vorträgen große Meisterschaft zu entwickeln verstand, ergibt sich nach dem Vorhergcsagtrn. von selbst. Rach einiger Zeit verheirathete "er sich mit der Töchter des ehrwürdigen Rabbiners zu Profiitz; auch jetzt blieb seine ganze Zeit in aufopfernder Hingebung dem Tasmudfludium gewidmet. Doch, obwohl Anfangs entzogen bleiben, und so erhielt denn unser NaM Mosche Sofer alsbald einen 'Ruf als Rabbiner nach DreS nitz in Mähten, dem er nach längerem Widerstreben endlich zu folgen sich entschloß. Sein ruhmreiches, mehrjähriges Wirken daselbst.sieht noch heute in gesegnetem Andenken, und hier rpiar. äs schon, .wo er von allen Seiteü her, um Outachtön über die wichtigsten kasuistischen und ritualen Fragen äuge? gangen wurde,''rund hier mar es auchwo er sein rühmlichst bekanntes Merkchen größtentheils abfaßte, mit welchem er späterhin. Lorbeeren. auf dem Felde der hebräischen Literatur sich , erwarb. Sein Ruhm nahm immer größere Dimensionen an, und der Name Mosche Sofer hatte sich bald derartige Geltung verschaffe daß er überall mit der innigsten Verehrung und Hochachtung genannt und in immer weitere Kreise verbreitet wurde. Dies, hatte denn auch-binnen kurzer Zeit seine Berufung als Rabbiner nach Mattersdors in Ungarn zur Folge, ein Nabbinatssitz, den von jeher nur die berühmtesten talmudjschcn Capacitäten eingenommen hatten^ / c,r Sein ehrsurchtgebietendes Wirken alS.Gemeiyde-! Rabbiner, sein LewunderungerrcgendeS, tälnrudisches l Wissen, wie seine glänzenden oratorischen und didak- > tischen Vortröge hatten hier bald ihren Kulminiations- I punkt erreicht. Aus allen Ecken und : Enden hss! Inuud Auslandes strömten Talmudjüttger herbei,! um das-Wort Gottes aus dem Munde eines so -genialen, die Welt in Erstaunen setzenden Lehrers zu vernehmen , um sich unter der Aegide des großen Rabbi Mosche Sofer zu Rabbinen und Gemeindevon seinen Verwandten unterstützt, hätte er dennoch ' seelsorgern. auszubildeni Die Jeschibah zu Matters- Lald mit Nahrüngs- und Famürensorgen zu kämpfen, so däß er auf kurze Zeit sogar den Entschluß faßte, j daslMeticr esncS Ln seiner Nachbarschaft wohnenden Flickschneiders zu erlernen, s um dadurch feine ünj umgänglich nothwendigen HSnslichr« Bedürfnisse er-! 'werden MÜ-während der übrigen Zcä des Tages und der Dachltheils der Leitung der ihm noch^ im- , mer anvertranten Jeschibah vorstshen, theils feinem Heiligen Studium obliegen zu können^—, 7 An die Erlangung einer RabbinatSstelle hätte i er in seiner allzugroßkn Bescheidenheit nicht im Entj ferntcsten gedacht. Lcch konnte ein so vielfach bewundertcS, allenthalben gefeiertes talmudifches Talent er Aufmerksamkeit jüdischer Gemeinden nicht lange tBerlage zu dLro. darf konnte mit Fug und Recht, auf den? Namen einer, rabblnischen Hochschule Anspruch machen,- ihr Nus nahm immer größere Dimensionen^ an - -und ging denn auch eine bedeutende Anzahl Rabbiner ans dieser Schule. hervor, mit welchen dir meisten Rabbinatsstellen: in den iSr. - Gemeinden Ungarns rbesetzd'wurden.k - .-.i? - Wenn nun--auch der größte - Theils,des Tages und der Nacht, dem heiligen Dienste dev:Thora gewidmet wurde, so ist es wohl selbstverständlich, daß die. Thätigkeit eures so. außerordentlichen. Mannes, der als leuchtendes Gestirn unter seinen Zeitgenossen -hervorragte, nicht auf den engen Kreis seiner zur Seelsorge ihm anvertranten Gemeinde- oder seiner LI des Israelit).

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