Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 41 (9.10.1861)
- Date
- 1861-10-09
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Da eS sich bei der Abstimmung Über den Entwurf um eine Aenderung der Verfassung handelt, wozu 2 Drittheile der anwesenden Mitglieder erforderlich sind, so läßt der Präsident zischst den Namensaufruf ergehen. Derselbe ergibt 81 anwesende Mtglieder, somit ist die Zahl von 2 Drittheilen 54. Die Anträge des Prälaten v. Mehring und des Abgeordneten Hopf werden abgelehnt. Der Antrag der Kommission, dem Entwurf der Negierung mit dem von ihr beantragten Zusatz zuzustimmen, wird mit 80 gegen 1 Stimme angenommen. Nein: Frhr. Karl v. Berlichingen. Der Prob st'fche Antrag, die Regierung um ein Gesetz, betreffend die bürgerlichen und gewerblichen Verhältnisse der Israeliten, zu bitten, wird angenommen. Die Zusatzanträge von Schott (wegen Verwendung der Juden im Staatsdienst) und Fetzer's (Aufhebung des Verbots der Ehen zwischen Juden und Christen) werden abgelehnt. Von» würtemb. Neckar, 25. Sept. Einen schönen Zug können wir von der Gemeinde Freude n th al berichten. Die israelitische Gemeinde, den Werth der Volksschule und eines tüchtigen Lehrers kennend und schätzend, hat aus freiem Antriebe beschlossen, da ein Lehrer nur dann mit Freude iu der Schule wirken könne, iwerrn er von NahrungS-! sorgen nicht gedrückt werde, ihrem Lehrer seinen Gehalt von 300 fl. auf mindestens 500 fl. neben freier Wohnung! zu erhöhen. Möchte dieses schöne Beispiel von recht dielen Gemeinden nachgeahmt werden! Mainz, 2. Oct. Schon wieder ist uns' die Probenummer Mer neuen hebräischen Zeitschrift zugekommen. Der Name derselben ist -nun; Redactenr ist Isaak Weinert in Lemberg; sie will auch das gewerbliche Element in ihren Bereich ziehen und wird wöchentlich piermal Erscheinen; die Pcobenumj mer enthält eine Abbildung des Telegraphenap^rratsj und die Erklärung dazu in hebräischer Sprache. Wie wir erfahren, entbehrt die von uns in einer der vorigen Nupnnern gebrachte „Privatmittheilung" -vom Ableben des Rabbiners Prager iu Mann-, heim der Begründung.' . 1 Oesterreichischer Kaiserffaar. Wien, 25. Sept. Der vom Abgeordnetenhaus zurVorberathung der confessionellen Angelegenheiten medergesetzte Ausschuß hat in seiner gestrigen Sitzung beschloffen, die politische Gleichberechtigung aller Staatsbürger ohne Unterschied ihres Religionsbekenntnisses auszusprechen, und insbesondere das Recht, in allen Theilen des Reiches Wohy-' sitz zu nehmen, bewegliches und unbewegliches Eigenthnm zu erwerben, zu den öffentlichen Aemteru prgelaffen zu werden, gesetzlich zu begründen. Der Ausschuß wird morgen noch die Schlußpuncte berathen und dann erst eine zweite Lesung deganzen von vr. Mühlfeld zu redigirenden Gesetzentwurfs vornehmen. Es wird daher vielleicht noch eine Woche vergehen, bis der Entwurf an's HauS gelangt. B. Gtzarmath, im October. Bor einiger Zeit wurde in Ihrem geschätzten Blatte ein erfreuliches Factum von der Gemeinde zu Duna Földwaar erzählt, daß sie einen armen eingewanderten Talmudgelehrten großartig unterstützt. Nun möchte ich gern auch von unsrer Gemeinde etwas AehnlicheS miiiheilen, leider aber ist hier das Gegentheil der Fall. Auch hier ist seit circa 8 Jahren ein armer Talmudgelehrter eingewandert, und trotzdem daß derselbe sich vielfach mit den vorkommenden Schaaloth beschäftigt, erhält er von der Gemeinde nicht die mindeste Unterstützung und muß sein Vrod außerhalb der Gemeinde suchen. Nun möchten wir fragen: aus welcher Ursache soll eine große Gemeinde wie die unsrige keinen, wie in Preßbnrg, Serdahely, Altofen u. A. zur Unterstützung der armen Talmudisten bestehenden Torath-Cheßed-Verein besitzen?! — Schling mer aber als das ist, daß es leider mit unsrem' Talmud!-Verein so schlecht aussieht. Seit 6 Jahren hat sich die Teilnahme an demselben so vermindert, daß er jetzt nur noH 5 Mitglieder zählt. Es fällt Niemandem ein, den Schiur, welcher von Hrn. Nabb.- Affeffor M. Kraus gehalten wird, wenigstens am Nutzet-^ > besuchen! Ihr frommen und einfluß- Männer der Gemeinde erwachet audem tiefen Schlafe, beeilt Euch zur Theilnahme am Thorastudiüm und fordert auch Euere Brüder zur Betheiligung auf! ' - -'! M. Deutsch, Nabb.-Candidat.