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Der Israelit · 1861-10-09 · Heft 41 (9.10.1861) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 41 (9.10.1861)
Date
1861-10-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
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490 vorwärts und rückwärts werfen. Der echte, ernst«: wallende Jude ist ihr gemeinsamer Feind, warum gehen die Herren nicht friedlich nebeneinander, warum Haffen sie sich wie — zwei Concurrenten, warum beschimpfen sie sich wie zwei ^......? Ihre gegenseitige! Polemik ist widerlich, da M nicht aus entgegenstehenden Principieu, sondern lediglich aus niederen Interessen hervorgeht, ^und mir würden uns glücklich schätzen, wenn! wir mW gezwungen wären, davon Notiz jzu nehmest^ aber im Interesse der ewigen Wahrheit, für die wir kämpfen, ist es nothwendig, diese beiden Feinhe derselben, so unfern Lesern vorzuführen, wie sie sich einander darstellen, damit das letzte Bischen Nymbus, das vielleicht einen oder den andern von Beiden noch umgibt schwinde und den Verführern die letzten Reiz- und Lockmittel entzogen werden. Der „Ben Chananja" war in der „Zeit, des Judenthums" angegriffen worden und, geben wir der Wahrheit die Ehre, mit Recht. Das Verfahren des RedactemS desselben, der bei jener unselige» Konferenz zu Pesth zur Annäherung an die Projekte des Grafen Carolyi (Verbrüderung der Inden mit den Christen, so daß die Elfteren mit den Letzteren aus einer Schüssel essen) die Gründung eines jüdischen Culturvereins vorgeschlagen hatte, verdiente Tadel und auch wir haben es s. Z. gerügt. Darauf hin nannte Löw d. a. Z. d. I. ein heruntergekommenes Blatt und ihren Correspondenten einen unberufenen Scribeler, rühmte sich dagegen, daß er für die Fabrication von jüdischer Theologie auch christliche Gelehrte gewonnen habe. DaS konnte d. Z. d. I. nicht verschmerzen und nun folgten über Löw einige „Enthüllungen," von denen wir unsere Leser nur mit einem Passus regaliren wollen; in No. 36 d. Z. d. I. S. 478 steht zu lesen: „ES hat die österreichische Regierung unter dem Kultusminister Thun die Fibel und das erste Sprach- und Lesebuch rc. in ungarischer Sprache und zwar von Herrn Rabbiner Löw snc die jüdischen Volksschulen in Ungarn bearbeiten lassen, und diese Volksbücher sind in den jüdischen Schulen Ungarns zahlreich verbreitet. Mein die von Herrn Löw bearbeiteten Bücher, Fibel und Sprachbuch, sind bekanntlich bei den Lehrern noch weniger beliebt, als die deutschen, die ebenfalls einer strengen Sichtung und Ausscheidung christttcher Elemente bedürfen. In der ungarische« Fibel des Herrn Läw heißt es S. 33: 4, ssrläst knoZdiLlaHäk, är dskols KM L» ssaloirät LapnoL! d. h. Die Schweine halte« wir, damit wir davon! bekomme« Speck und Schinken! Schreiber Dieses war Augenzeuge, mit welchem Befremden und Staune» die kleine« sechsjährigen Schüler die Usberfetzung dieser Leseübung vom Lehrer anhorten! In der deutschen Fibel für israelitische Sch rlen, welche Herr Grünhut i» Prag bearbeitete, fehlt dieser Passus, und Herr Löw hat dies aus der Ungar. Fibel für die katholischen Schulen stehen lassen. Indessen gibt eS, wie mir ei« praktischer Lehrer sagte, dergleichen Schnitzer i» dem A-B-C-Büchlein gar viele! Möglich, daß dies auch zu der religiösen Organisation und der socialen Verschmelzung der Christen und Juden gehört (Herr Kärolyi machte ja das „aus einer Schüssel essen* zur Bedingung), und wir überlassen es Hrn. Low, in einem historischen Artikel weitläufig seine organisatorischen Ideen zu entwickeln. Nur das Einzige wollen wir uns aä notam nehmen: daß Herr Löw stets ein gefügiges Werkzeug des früher» Systems gewesen und daß die früher» Jahrgänge des „Ben Chananja* voll sind von den Belobungen der Herren vvr. Haas, August und anderer sogenannten bähmischen Beamte», die daselbst treulich abgedruckt stehen!! Die ungarische Presse möge sich ans den altern Jahrgängen des Ben Chananja von dem Getagten überzeugenll* Was sagt nun Herr Löw dazu? er tröstet sich damit, daß der Nymöus, der einst Herrn Philipps»« in Folge seines Doctortitels (sie!) umgab , bereits auf ein sehr unansehnliches Minimum zurückgeführt sei. Ei, ei, da ist aber der „große Mann,* wie sich Herr PH. so gern in seiner eigenen Zeitung nennen läßt, an seiner empfindlichsten Stelle, an der Eitelkeit angegriffen! Wird er dazu schweigen? Wir geben den Eingang der Antwort in No.!8 d. a. Z. d. I.; derselbe ist für beide Parteien zu charakteristisch: „Herr Oberrabbiner Löw in Szegedin hat im 8. 6K. No. 34 aus unfern abwehrende»! Artikel, wie zu erwarten, mit den trivialste» Schmähungen geantwortet; aber natürlich nicht eine! einzige Behauptung in unserem erwähnten Artikel.

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