Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 39-40 (2.10.1861)
- Date
- 1861-10-02
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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485 IMi WoMe IsHer, rink Lioziaphische Ski-zr, nach authrntischrn Qmlltn LrarLeiiet und mitzrthrilt von Mssrs Schreiber in Prcßburg. Vorwort der Rcdaction. Die Erzählung der Lcbensgeschichte großer Männer ist belehrend und erhebend; belehrend dadurch, daß wir lernen uns nach ihnen zu bilden; erhebend, indem wir uns in dem Gedanken kräftigen, daß alle in reiner Absicht geführten Kämpfe -um endlichen Siege und glücklichen Ziele führen. Die nun folgende biographische Skizze gewinnt noch an Wichtigkeit, da es sich hier um einen großen Mann der jüngsten Vergangenheit handelt, der noch fast in die Gegenwart hineinragte, so daß seine Schüler zu den bedeutendsten Mitlebenden gehören. Bislang ist, so viel uns bekannt, noch keine ausführliche Notiz über daS Leben R. Mosche So fers durch den Druck veröffentlicht; es ist uns gelungen, den würdigen Enkel des großen Mannes, der seinen vollen Namen führt, Herrn Moses Schreiber (Sofer — Schreiber) in Preßburg, zu veranlassen, die folgende Skizze für unser Blatt auszuarbeiten. ES ist möglich, daß daS Mitgetheilte unvollständig ist, da es ja der Herr Berf. selbst als Skizze bezeichnet, aber für die volle Wahrheit bürgt der Name desselben, der wohl in Bezug darauf im Besitze der authentischsten Nachrichten sein muß. Sollten Schüler und Freunde R. M. S.'s im Stande sein, Ergänzungen zu geben, so werden wir dieselben bereitwilligst als Nachtrag in diesen Blättern mittheilen. Möge eS uns nicht allein vergönnt sein, einem der größten Männer der jüngsten Vergangenheit ein würdiges Denkmal zu setzen, sondern auch durch die Erzählung seines Lebenslaufes anregend zu wirken, damit daS kommende Geschlecht wiederum sich kräftige, ähnliche Geistesheldeu zu bilden, wie sie die Vergangenheit besaß und vor denen die Männer der Gegenwart sich in Bescheidenheit beugen. — Das Mische Volk suchte seine Größe stets auf andern Gebieten als die übrigen Nationen der Erde. Helden im gewöhnlichen Sinne des Wortes Hat-Israel im Vergleiche mit andern Völkern verhältnißmäßig wenige heroorgebracht, denn die Zeit seiner politischen Selbstständigkeit war nur von geringer Dauer; aber Helden auf dem Gebiete der Wahrheit und der Sitte, Helden, die die eigentliche Aufgabe des McnschthumS unter Kämpfen und Entbehrungen erstrebten und lösten, die den Vorn der Weisheit, welcher aus der Gotteslehre lebendig quillt, in sich ausnahmen und wiederauZströmten zum Heile ihrer selbst, der Millebenden und der Nachwelt, — solche Helden hat Israel in einer Anzahl heroorgebracht, die jede Zählung ausschließt. Tausende und aber Tausende, ja Millionen dieser Helden sind für die Geschichte verloren gegangen; die Namen der Vorzüglichsten unter ihnen leuchten am Himmel des jüdischen Gedächtnisses. Mehr als Millionen Propheten lehrten und mahnten im Namen Gottes, erzählt uns der Talmud. im Tractar Megilla, aber nur die Namen von 36 Propheten und sieben Prophetinnen sind uns anfbewahrt. Unter so viel großen Männern und Frauen zu den größten zu gehören, wie beglückend muß solch ein Gedanke sein! - Der wahrhafte Jude kann sich kein größeres Glück vorstellen, als das, .Jude zu sein und Jude zu heißen und als solcher seinen heiligen Pflichten nachzukömmen; wie beucidenswerth ist erst das LooS eines solchen, den Gott so hoch gestellt hat, daß er von einem großen Theile der Gesammtheit Israels als Lehrer und geistiger Führer anerkannt wird. P->.) Es sind jetzt fast hundert Jahre seit der Geburt R. Mosche SoserS verflossen; das damals lebende Geschlecht darf mit Recht als ein npi als ein Zeitalter voller Erkenntniß bezeichnet werden. Das Talmudstudium hatte eine Ausdehnung gewonnen, eine Ausbreitung erhalten, von der wir uns leider keine Vorstellung mehr zu machen vermögen. In jedem Oertchen, wo ein Rabbiner weilte, befand sich eine Jeschiba (Hochschule), und alle Hochschulen waren überfüllt mit Lernenden; die meisten begabten Kinder wurden zum Thorastudium und im Thorastudium erzogen und daS war und blieb das Element ihres Lebens — eS war eineZZeit, die einen N. Jonathan Eibeschütz und einen R. Elia Gaon hsrvorgkbracht hatte. In Frankfurt a. M. herrschte damals ein besonders reges, geistiges Leben. Seit einem Jahr- (Dritter Dogen von Nro. SS S5 4S deS ISraelit.)