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Der Israelit · 1861-10-02 · Heft 39-40 (2.10.1861) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 39-40 (2.10.1861)
Date
1861-10-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
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merksam zu machen; dasselbe mag m der Art abge-' faßt sein, wie das bekannte L'ivr ^-r in ' hchrLischer Sprache. Nach den von mir gemachten Erfahrungen, halte ich das Erschaffen, eines solchen Buches für ein großes Bedürfniß, weil erstens jetzt > so sehr viele Beamte und auch nicht Beamtete sol-! Hes Hebräisch ohne Vocale weder lesen noch verstehen können und weil zweitens, seit der orthodoxe Jude von vielen Seiten in ein so grelles Licht gestellt worden ist, sich mehrere des Hebräischen unkundige Juden einen ganz falschen Begriff über Orthodoxie gemacht haben. Wenn dieselben aber die in deutscher Sprache lesen, so werden sie nicht nur allein hierüber aufgeklärt werden, sondern es wird ihnen auch jede neu gemachte Synagogenordnung verflüssig. -- - K—z. ' Preußen.! Warlnbktt, im Sept. In Ihrem geschätzten Blatte, Welches m jeder Stadt Westpreußens gelelen wich, vndient; Folgendes mitgetheilt ^zn werden. Bekanntlich; wuchs fast in jeder Synagoge « Preußens ein TrauergotteLdienst für Se. Majesta^« Friedrich Wilhelm abgehalten. — In Straßbnrg hielt der dortige NabbinatSverweser Herr B. bei dieser Gelegenheit einen in hebräischer Sprache, welcher von Kennern als ein-Meisterwerk bezeichnet wurde. — Der Madbiner her Neuenburger Gemeinde, Herr vr. Klein, erhielt ein KabinftsschrHeN/swel- HeS mit dm huldvollsten Worten schließt: „daß Se. Majestät das durch den dortigen Magistrat eingesandte Manuskript der Predigt behalten, und dem Hrn. vr. Klein allerhöchst Ihren Dank bezeugen wollen." — Ebenso wurde ein Dank-Gottesdienst für die glückliche Errettung unseres geliebten Königs in der Synagoge zu Graudenz vom dortigen Rabbiner, und zu Neuenburg am 19. Juli vom Hrn. Or. K. abgehaltcn. Zum Texte hatte Letzterer die Worte des heiligen Sängers (Psalm 66, 12—16.) gewählt: „Du ließest den Blitz (das Geschoß) an dem theuersten Haupte vorüberzucken. . . . Der Redner wies auf die Größe der Gefahr und die Augenschemlichkeit der göttlichen Hilfe hin , und zeigte sodann, wie die Religion Israels mit dem Leben des Landesvaters das Leben und den Frieden der Landeskinder verknüpft. Am Schluffe legte Herr Vr. s K. cs der Gemeinde an's Herz, daß alle Reformen,! die schönsten Chöre und besten Prediger nichts helfen würden, das Judenthum zu erhalten, wenn sie ihre Sabbate und Feiertage nicht hielten. Satomon. Vorchrirdt, Lehrer. Tckmnegel. Die hiesige Gemeinde erlitt in jüngster Zeit einen schmerzlichen Verlust, durch den Tod ihres vielgeliebten und hochgeschätzten Vorsängers Israel Masur. Derselbe verstarb in der Nacht vor dem Rüsttage des Versöhnnngsfestes in dem Alter von fünfzig Jahren. Man muß in der That um den Verewigten gelebt, muß dessen Bescheidenheit gegen Jedermann, dessen Unverdrossenheit und Pünktlichkeit im Amte gekannt Haben, um das Schwere und Schmerzliche des Schlages, der uns getroffen, begreifen zu können. ' ' Wohl ist es zum Verwundern, wie der Verstorbene bei dem mittelmäßigen Einkommen^ das er bed, so viele und mannichsaltige Beweise der Liebe Md Wohlthäsigkeit, darlegen konnte, so daß jetzt fein Her, bereits seit sechs iJahren an Händen und Füßen gelähmter Vater, der dm größten Theil seines Unterhalts vvn ihm bezog, um die virlorne Stütze jammert, ein verarmter, .dürftiger Bruder, dem er mit Rath und That zur Seite gestanden, trostlos in Thronen zerfließt, einige Knaben unbemittelter Eltern, die an dem! Verklärten einen edlen Wohlthäter gehabt, jetzt in Verzweiflung der Zukunst entgegen sehen. Allen war er Freund, war er Helfer. Die Beerdigung der irdischen Ueberreste deS edlen Verblichenen fand am Tage nach dem Versöhnungsfeste statt. Da konnte man so recht erkennen, was der Verstorbene der Welt gewesen. Ein unübersehbarer Zug folgte der Leiche, und bei Israeliten und Nichtisraeliten konnte man die Kundgebungen des äußersten Schmerzes wahrnehmen.' Da war kein Auge thränenleer, namentlich bei der ergreifenden Leichenrede unsres ehrw. Rabbiners. Schmiegel wird einen andern Vorsänger. erhalten, und sind bereits Anstalten zur Wiederbesetzung der vakant gewordenen Stelle getroffen. . Aber schwer, sehr schwer werden wir einen Mann finden,, der so

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