Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 39-40 (2.10.1861)
- Date
- 1861-10-02
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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viele vortreffliche Eigenschaften und edle Vorzüge wie der Verewigte in sich vereinen wird.; Lange wird sein Andenken in unserer Mitte leben, und immer und immer uns an. das theure Gut erinnern, das wir einst besessen! xn-r -or. Bei dieser Gelegenheit hat unser erster Vorsteher Herr Jakob Hamburger, wie immer, seinen wahrhaften Biedersinn tatsächlich an den Tag gelegt. Halbe Nächte wachte er am Krankenlager des Verstorbenen, und verließ ihn erst, als dessen Geist der irdischen Hülle entflohen. ES ist dies schöne Benehmen um so Mehr anzuerkennen, da man anderweitig so oft Klagen der Beamten über despotischen Druck und Mißachtung von Seiten des Vorstandes, vernimmt; und es gereicht mir zum Vergnügen sagen zu können, daß der Herr Hamburger, der sonst in keinem bindenden Verhältnisse zu dem Verblichenen gestanden, in der letzten Zeit, einem Vater gleich, demselben gegenüber sich gezeigt.! ' Möge dieses Beispiel uneigennütziger Menschenfreundlichkeit Nachahmung finden; mögen über auch alle Beamten niemals vergessen, daß Aufrichtigkeit und Unverdrossenheit im Berufe überall ihre Früchte ,kragen.''..'' I-; ,s. j. Im Ganzen genommen kan» man Hierorts nicht umhin den überaus regen Eifer des genannten Hrn. Hamburger für unserer Gemeinde Wohl zu bewundern. Mit unbegränzker Mrsorge wacht et über Cultus und Schulwesen, und bei dem in jüngster Zeit stattgehabten Umbau des Innern unserer Synagoge war er es eben, der an Alles dachte, für Alles sorgte. Ich glaube daher mit Gewißheit, aus den Herzen vieler Mitglieder der hiesigen Gemeinde zu sprechen,, wenn ich diesem edlen Mann in Anerkennung seiner großen Verdienste durch dieses öffentliche Organ den besten Dank sage. Möge es ihm, unter dessen Leitung die Gemeinde blüht, vergönnt sein, noch recht lange in seinem frommen Streben fortzufahren. . , Moritz Scherbe!, Religionslehrer. (Auch ich kann mir nicht versagen, dem zu früh Heimgegangenen Herrn Israel Masur zN öffentlich eine ThrLne nachzuweinen. Er war 5 Jahre lang der Lehret meiner Kindheit, und mein Herz hing an ihm in Liebe und Verehrung; auch während fernes Aufenthaltes in meiner Vaterstadt gewmra et sich durch bescheidenen und frommen LebenäwandUck alle Herzen, und ein großer THE seines geringen Einkommens diente schon damals wohfthätigmAwkBe»; möge sein Schlummer süß und sein Erwachen ein fteudigeH Oesterreic^rscher Kaif^rAaai. > »7: -.'kl ' , tu Wien, 12. September. Die ^Wiener Ztg.^ hat heute die Ernennung des außerordentlichen Professors Or. Wessely zum ordentlichen Professor des Strafrechtes an der Prager Universität publicirt. ES ist dies die erste Ernennung eines ordentlichen Professors jüdischer Confessio« in Oesterreich. . n.. Wien. Aus Veszprim wird dem ,Wdr." geschrieben: Am o. d. M., dem jüdischen Neujahrskage, war die hiesige Synagoge mit Andächtigen in allen Räumen überfüllt, der untere Raum mit Männern und Kindern, die oberen Gallerten mit Frauen. Als nun gegen halb 9 Uhr Morgens hie ganze versammelte Gemeinde eines der. heiligsten Gebete, das Keduschagebet, vollendet, hatte, riß sich ein Stück Stukkatur der über der einzigen Thüre befindlichen Frauengallerie los und siel unter einem heftigen Getöse'auf die darunter befindlichen Anwesenden. Ei» Schrei des Entsetzens wie aus Einem Munde füllte nun den ganzen Tempel. Die im untern Raume befindlichen Männer lebten im ersten Moment der Ueberzeugung,. daß sämmtliche Gallerten einstürzen und alle 560 anwesende Seelen unter den Trümmern der Synagoge ihr Grab finden müssen; die auf den Gallerten befindlichen Frauen waren der Meinung, man habe mit Kanonen unter die Männer geschossen, denn des von dem herabfallenden Schotter auswjrbelnden Staubes wegen konnte man nicht gleich zur klaren Anschauung des Geschehenen gelangen und so war der Schrecken und die Verwirrung unbeschreiblich groß. Man hörte nur das Jammergeschrei Verzweifelnder nach Rettung und die beim Juden in der Sterbestunde üblichen Schema-Israel-Rufe. Die Männer wagten nicht, gegen die Thüre vorzudringen, weil gerade über derselbe» der . Einsturz geschehe» war. Die Frauen trauten sich picht herunter von den Galleries und mehrere der angesehensten unter