Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 38 (18.9.1861)
- Date
- 1861-09-18
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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de» Karneval, wo daS italienische Blut heißer siedet, ,rvo alle Lebensadern Lebendiger schlagen, die einzige Zeit, wo «Le Italiener einander gleich find! Änd 4ndeß Jeder, dir Tochter des vornehmen Principe, Wie dar Weib des armen Mannes aus Lrastevere, das jenseits der Wer wohnt, seine Maske nimmt und HinauSM in das Gewimmel, wo Frohsinn und Heiterkeit herrschen, wo aller Schmerz und alles Weh, das so ein Menschenkind mit.sich hennnträgt auf seiner Erdenfahrt wenigstens auf Tage oder doch Stunden vergessen ist, kehrte der unglückliche Jude «ach Hause zurück und weinte über seine Schmach,tz nahm die Klagelieder de- Jeremias zur Hand, in-! dessen draußen Freudengesange erschallten, dachte daran, daß mit feiner Erniedrigung die Freuden! Lerer beginnen, weiche mit ihm dieselbe Stadt be- Sie liefen vom Arco fDomizlano dis zur Markuskirche am Ende des Corso, in o^r Furie und unter dem Hetzgeschrei und dem JndelgelLchter der Zuschauer. Es betheiliqten sich zwar auch Römer, und zwar Greise , Jünhlinge und Kinder, an diesem Wettrennen, — es war aber ihr freier Wille und halte sonach den Charakter olympischer Spiele, wahrend die Juden, um des Volkssportes willen, zu laufen gezwungen wurden. Später mußten die Juden nackt und nur mit einer Bürde um die Lenden lausen, erst kamen die Esel, dann die Juden, dann die Büffel, zuletzt die Berdcrpferde (Kpron^sr, ttvnm nova 1667). Endlich fand daS wiederholte Flehen der also Geschändeten .geneigte Ohren — Clemens IX. befreite die Inden von dem entehrenden Laufe» im wohnten; dachte wohl auch au «me schone serue /Jahre t6i-8 gegen eine jährliche Abgabe von 300 Scudi. Leit der Erlösung, in einen Gottesboten, der ihn / Aber immerhin mußte diese Abgabe auf eine ans diesem Jammertbale Ln ein Land der Derheißnng schmachvolle Weise entrichtet werden. Am ersten führen werde; dachte, endlich seiner Väter, die an Sonnabend des Karnevals mußten die Vorsteher und den Strömen Bnbel'S saßen und weinten, und seiner j Aeltesten der Judenschaft vor den Konservatoren de- Brüder,- die rn weiter! Ferne die, Bibel censiren und > römischen Senats auf dem Kapitol erscheinen, vor die MWas-Jdee mit dem Rothstiste> wegftreichen!? ihren Sesseln^ niederknien, einen Blumenstrauß und Ärch welche glückliche Be^Suder^mg war dieses, baß'l- ^vanzig Scudi ^überreichen und bitten, di^se zur AuS- Lte JumV Mährend deslHara^als lru Hause sitzen und lrs zier des Ballons zu verwenden/! aus welchem der Lraurrn durften! Wie ganz anhers war cs in dic ' ^Scna^ auf der Piazza des Po^rolo die KarnevalSfer Beziehung in früheren Jahrhunderten! Es hatte!i spiele mit aNsah. Dann gingen sie zu dem Senator, sich für die karnevalische» Spiele der Römer auf der der hierzu committirt war, und baten ihn kniend, Piazza Ravona, am Hügel Testapcio und auf hem 1 fernerjist Rom. Äeiben zu dürfen. Dieser setzte seinen Corso nach und noch die Sitte festgestellt, die Juden zur VolWekrstigung! zn mißbrauchen/ Ein Trupp! ihrer Attesten j in Jacken und iWLmset gekleidet, mußte der Cavalcade der Senatoren ovranschrctten, wenn diese den Eoriszug eröffneten, ja sie mußten sogar selbst zur Schau! rennen. Das geschah zum «rftenmale, als der Venctianer Pietro Bardo als Paul II. die dreifache Krone trug. Noch heute ist eS m vielen Städten Italiens Sitte, bei verschiedenen Volksfesten um die sogenannten Pallien zu rennen, d. h um dcn Preis von Teppichen und Seidcnfioffcn, welche der Sieger erhält. Als Papst Paul II dieses Fest gab, liefen an jedem der acht Kamcvalstage um die Pallien Pferde, Esel, Büffel und Inden. Man gab den Juden reichlich zu essen, um ihnen das Lausen de schwerlicher, dem Volke aber ergötzlicher zu machen. eilage zu Dt r o. Fuß ciuf ihre Stirn und sagte, sie seien in Nom nicht l ausgenommen ünd nur aus Barmherzigkeit geduldet.! 'Heute noch leisten dte Juden an dem genannten Tage ans dem Kapitol einfache Huldigung und übergeben den Tribut für die Pallien der Pferde, welche sie zu beschaffen haben. Wie sehr Alles darauf berechnet war, die Inden doppelt und dreifach zu kränken, das geht aus vielen Beispielen hervor. So müßten sie immer dem neuerwählten Papste in festlicher Deputation entgegengehen und ihm kniend huldigen und die GesetzeSrolle — den Pentateuch — darreichen. Der Papst erwiderte: Wir bestätigen das Gesetz, aber daS jüdische Volk und seine Auslegung verdammen wir. Man hat zu der Stelle, wo diese Huldigung geschehen mußte, das Grabmal Hadnan's ausersehen, de- Kaisers, welcher Jerusalem zum zweiten Male von rr s des Israelit).