Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 38 (18.9.1861)
- Date
- 1861-09-18
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Grund aus zerstört und M',JMn in die Sklaverei verlaust halte, — den sie ebenso haßte«/ wie den Kaiser MuS. Spott und Hohn der zuschauende» NSmer arteten bald in solche Mßhandlungen aus, daß seit dem Jahre 1484 unter dem Papste Jnriocenz VIN. auf dringendes Bitten der Juden diese Die ganze Judenschaft' Rom'S ficht gegenwSrttg unter der oberste« Congregatto» derJnquisition^ und ihr Spezial-Magistrat für alle ciolle und criminelle Gegenstände ist das Kardinal - Vikariat. Die Polizei ist in de« Hände» der Präsidenten der Region von San-Angelo und CampttÄi. Die Jude» Huldigung im Innere» der SngelÄürg dargebr-qt! besorge» ihre Innere» «ng-leg-nhÄ-» d«nS bret werden durste^ bi» sie im Jahre' ISlÜ abgeschofft! Fattort d-l Gheid, welch» vo» halb,» halb Jahr wurde; doch mußten sie pon da an einen Theil der Straße, durch welche der päpstliche Triumphzug sich bewegte, mit kostbaren Stoffen und Teppichen ausschmücken. lim auch hierin die Schmach und Kränkung zu verdoppeln, wurde diese Auslage bald dahin ausgedehnt, daß sie den Triumphbogen des Titus, deS Zerstörers Jerusalems, in dieser Weise ausschmücken mußten. Es ist kaum glaublich, was di- Juden im Verlaufe dieser achtzehn Jahrhunderte erduldet haben. Wo man auch.diese Kraft im Dulden Herletten mag, sie ist eine Thalsacke*). Vielleicht möchte jede andere Nation unter ähnlichen Verhältnissen! in Rom ansgestorbcn sein, unfähig eine so gränzenlose Verachtung der Welt zu ertragen, — aber die Juden waren besten fähig. Äusgeschieden von dem bürgerlichen und staatlichen Verbände der Menschen, blieben sie mit ihnen unvcrmischt; noch ihre spatesten Enke! stehe» unter den Christen der Stadt so fremd da, wie ihre frühesten Väter, und ohne Zweifel sind sie jetzt, wo unter den Ausprüm des dermaligen Oberlmuptes der katholischen Christenheit Ciceruacchio selbst Hand mit anlegte, um die Mauern und eisernen Thors des Ghetto niederzulegen; den Römern vm Nichts näher gerückt, als sie es' zur Zeit des PompejuS waren.!? Der Papst Paul I V. errichtete das Ghetto,— vordem durften die Juden in Rom wohnen, wo sie . wollten, doch wohnten sie meistens in TraLtevere bei einander, — jetzt wurde ihnen ein streng abgesperrtes, mit Mauern und Thoren umgebenes Quartier angewiesen, das sie am 26. Juli 1556 beziehen mußten Der Name ist wyhl aus dem tälmudischen Ghkt gebildet, welches „Absonderung* heißt**). *» Anm. der Nkd. deS Israelit. Es ist der «Seist der Gott.L!rbrr, der uns trotz alles Druckes und alles Elendes erhalten hat nnd erhalten wir». - ' -- - Anm. der Nrd. de- Israelit. DaS talmydisLr Wort , G,t" tedeutct ursprünglich Kontrakt, Schreiben, - rief; dann "nrch nnd 'na«ntntttck ,Lch«idtbrkef.E " i gewählt werde»; — die Abgaben an de» Staat und an einige religiöse Anstalten betragen jährlich ungefähr 6069 Gulden. Wir schließe« diese Skizze mit de« Worte« vo» F. GregoroviuS (dessen, sowie der Herren LH. Mannheimer und E. Suggenheimer Nachrichten wir -inigemal benutzt haben) über die Jude» Ln Rom: Der Charakter dimer Stadt der Städte, wie er sich dem heutigen Beobachter darstellt, trägt das Gepräge der drei großen Kulturperiode» deS menschlichen Geschlechtes, deS JudenthumS, des Antike« und des ChristenthumS. Man kann sie kaum mchr scheide», so sehr find fie in einander gewachsen. Von de» Anschauungen -es Alterthnms der Griechen und der Römer nicht zu sprechen, so durchwandere man doch Rom und seine Herrlichsten: überall springt kn die Augen Geist und Gestalt deS Hebräecthums, selbst auf den Gipfeln der christliche« Kunst. Ist es die Skulptur, so ist das Höchste, was chrWlicheS Genie nach dem PhidiaS in Marmor schuf: der Moses des Michel Angela auf dem Grabmal deS Papstes Julius ll Ist eS die Malerei: Stanze« und Loggien des Rafael, die Kapelle deS Sixtus und so Ungezähltes sind voll von Darstellungen des Testamentes der Juden. Ist es die Musik: was als Höchstes und als Tiefstes der Must? und in der Charwoche gesungen wird, die Lamentationen und das Miserere/ — es sind die Klagellederdes JeremiaSunddi^PsalmenderJudenk Und von diesem Volke, welche» das Schicksal die Urkunden der Menschheit anvertraute, lebt hier im Ghetto-Winkel — einer der ältesten und historisch merkwürdigsten Reste, an welchem die Geschichte ihre große, tragische Ironie vollzogen hak, — undhält sich da, dem wilden Epheu gleich^ an geklammert unter den Ruinen einer großen Vergangenheit, auf Trümmern römischer Kaisergeschickte. selbst eine lebendiges Denkmal des Alterthuws und wertst, daß fie eine aufmerksame Betrachtung auf ßch ziehet H. H. ) 7. r> j , , v