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Der Israelit · 1861-09-18 · Heft 38 (18.9.1861) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 38 (18.9.1861)
Date
1861-09-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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462 Wählt. — In Krstoschin wird in der Verlags- , buchhandlung von B. Behrend eine neue Ausgabe » des Jernschalmi vorbereitet; die Ausstattung er- : scheint, dem Probebogen nach zu urtheilen, Vorzug- , lich; die Crakauer Ausgabe, deren kleiner Com- ' menkar beibebalten wird, soll zu Grunde gelegt , werden; außerdem soll ein Lericon zum Jernschalmi und ein Namenregister beigegeben "werden; für ge-! wissenhafte und correcte Ausführung bürgt der i Name des Herrn B. — Zrankfrirt a. M. Am 8. September ward der Pianist Eduard Rosenhain von hier beerdigt. Nachdem „die Didaskalia" in einem langen Nachrufe die Verdienste des Verstorbenen gewürdigt, fahrt Ke folgendermaßen fort: „Von dem Gesagten gab das beredteste Zeugniß die an einem schönen, frischen Herbstmorgen heute erfolgte Bestattmrg dcö Dahingeschiedcncn. Eine lange Reihe von Leidtragenden, darunter, was Frankfurt von Notabilitätcn an Kunst und Wissenschaft besitzt, folgte dem Trauerwagen. Den Zug schloffen viele Equipagen, meist den ersten hiesigen jüdischen und christlichen Familien, anqehörig. Vor dem offenen Grabe ward der nach jüdischer Sitte aus rohem Holze gezimmerte, schmucklose viereckige Sarg niedergestellt, der Deckel gelüftet und noch einmal umwehte der frische Morgenhauch das müde Haupt, noch einnial war es den Freunden vergönnt, in das im Todesschlaf ruhende Antlitz zu sehen! Dann traten Verwandte und Freunde zu dem Sarge und nagelten ihn mit eigener Hand zu. Der r jüdische Begrädnißritus hat für Den, der im Tode nicht nur das Schauerliche und Abschreckende, sondern «auch die Verklärung und den göttlichen Frieden erblickt, etwas unendlich Rührendes und Poetisches. Dieser Eindruck war in manchem Grauenvollen Auge der auch nicht zur Familie oder zum engsten Freundeskreise Gehörigen zu lesen. Herr Lutz, einer der ältesten Freunde Rotenhains, drückte darauf in schönen und herzlichen Worten den innigen Schmerz der Umstehenden in einem Nachruf an den Verewigten aus. Wahrend der Sarg alsdann in die Gruft gesenkt ward, traten die Freunde um das Grab und warfen drei Schaufeln Erde in dasselbe." — ES ist manchmal gut, unsere Glaubensgenossen Preuße«. Königsberg, 28. August. Wessen man fich von der fanatischen Reformpartei zu vorsehen hat, beweist folgender Fall. Wir halten in dem „ Königsberger Telegraphen" unter dem Titel: Provinzielle ZeittmgsverlMmsse auch mit Bezug auf den Lycker „Hamaggid" gesagt: Die lange hindurch arg vertretene Presse Ostpreußens gestaltet sich immer mehr zmn Bessern. Hierauf bezweifelte die Berliner Volkszeitung (redigirt von Hvldheim jun.), daß uns jemals eine Nummer des hebräischen Blattes zu Gesichte gekommen ist uni) fährt also fort: Soweit wir (Holdheim jun.) das Blatt kennen, entblödet sich dasselbe nicht, in seiner orthodoxen Richtung auch Mit unfläthigen Waffen zu kämpfen. Vergebens erwiederten wir, daß wir jene Zeitung allwöchentlich von A. bis Z. aufmerksam durchlesen und Ke eben deshalb mit vollein Bewußtsein zu den liberalen Blättern der Provinz zählte»; vergebens erinnerten wir daran, daß auch der Harn aggid in der Politik dem entschiedenen Fortschritt, dagegen auf theologischem Gebiete dem rationellen PositiviSmus huldigt, was durchaus keinen Widerspruch involvire; vergebens hofften wir, das unparteiische Organ für Jedermann werde auch von dieser unserer Berichtigung Notiz nehmen. Glauben Sie, das ist bis jetzt geschehen L Bewahre! Nur frisch z« verleumden, »emper uüijuick Kaeret — denken diese Refcrmfarratiker. Möglich auch, daß sich Herr H. jun. durch die Worte verletzt fühlt, die wir von dem Königsberger Philosophen gebraucht haben. Wir sagten, jener Mann wurde nicht nur für den größten Weisen feiner Zeit gehalten, sondern ist vielleicht noch jetzt von Niemanden übertroffen, so klug sich auch manche Leute dünken mögen. — Nebrigens wird jenein unserer Provinz w beliebte liberale christliche Organ: „Königsberger Telegraph" feit zwei Monat.n interimistisch vom Literaten Dr. M- Freystadt redigirt, dessen jüdische Nechtgkäubigkeik hier seit Jahren bekannt ist. Daß das Journal jetzt noch mehr als früher unsere Interessen wahrmmmt, braucht wohl kaum erwähnt zu werden. Auch Ihres geschätzten Blattes wird darin nach wie vor rühm» durch Vorführung fremder Anschammg das Eigene i lichst gedacht. Die christlichen Zeitschriften trage» würdigen zu lehren.'— j l I oft mehr zur Verherrlichung des JudenthumS (vr-.'p

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