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Der Israelit · 1861-09-18 · Heft 38 (18.9.1861) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 38 (18.9.1861)
Date
1861-09-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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da- Bewußtsein de- GstteSsLutzes uns stets bewahren und Seine Suka nie aus dem Auge verlieren! > .... PW2 '2 O2'N1"N-. PT» ' U R. Sera faßte den Unterschied zwischen dem z Laubdache und den SciteswLnden in'S Auge; nicht im Schatten der Seitenwande, Lm Schatten des LaubdacheS sollen wir wohnen am Laubhüttenfeste. Der Stoff, ans dem die Seitenwande gebaut werden, ist gleichgiltig, aber der Stoff, mit dem die Suka gedeckt wird, erfordert dreifache Bedingung: er muß aus der Erde gewachsen, darf nicht mehr an sie befestigt und darf nicht empfänglich für die Unrein heit kein. Auch des Menschen Ursprung ist die Erde, aus der lNolt rbn einst gebildet; machte er dieies Ursprunges stets eingedenk sein und sich nicht über Heden in thörichtepr Stolze. Wohl ist der Mensch groß und stark und gewaltig durch die Gebilde seiner Hand und durch die großen Werke, die er schafft und dir Bauten, die er auMbrt und die wunderbaren Einrichtungen, die er trifft, aber sein Ursprung ist eine Hand voll Erde, rmd sein Tafeln findet nur Hakt durch Gottes Schutz. Das möge er bedenken und in Denmth wandeln vor seinem Gotte. Wie wohl der Erde entsprossen, darf der Stoff, mit dem die Snka gedeckt wird, doch nicht mehr an idr befestigt sein. So darf auch der Mensch nicht am Irdischen hasten. In ihm wohnt Geist von GotteS Geist und dieser muß ihn emporziehen von der Erde und ihn loslvsr» von ihr; denn nicht die Rückkehr zur Erde ist das Ende und Ziel unserer Erdenwandenmg, sondern cs muß sich ausschwiugen der Geist zu Gott, der ihn gegeben Es darf ferner der Stoff, mit dem die Suka gedeckt wird,- nicht empfänglich für die Unreinheit sein. Bon Allem, was der Erde entwachsen, ist nur dasjenige empfänglich für die Unreinheit, was entweder zur Speise dient, oder als Gcräth benützt wird -v?2'p n>2 ond v'o '§2), das erstere stellt den Genuß, das zweite den Erwerb dar; die Suka schließt Beides äuS; im Schatten GotteS wohnen wir, und nicht soll unser letztes Streben Genuß und WMerd sein. Nicht etwa daß daS Iudenthum Genuß und Erwerb als unerlaubt verpönt, aber in der GotteShütte sollen sie nicht einnehmen alle unsere Gedanken; unser Leben vielmehr, adgewandt von den gewöhnlichen Alltagsbeschästignngen, sei der Tugend so Angewandt, daß es für das Unreine gar nicht empfänglich mehr ist. M. R. Abba t^) hebt hervor, daß die Laubhütte keine feste Wohnung, sondern nur ein Ausentbalt für sieben Tage ist. Unser ganzes Leben ist nur ein vorübergehender Ausentbalt ans der Erde. Gesandte Gottes sind wir nur ans Erden, hinausgesandt um Seinem Willen Hier Erfüllung zu geben. . Einst sandte ein König zwei Boten in ferne Lande, seine Geschäfte für ihn dort zu besorgen. Der eine suchte auf der Reise der Annehmlichkeiten io viel als möglich zu genießen, und als er das ferne Land erreichte, fand er es so schön, so voller Annehmlichkeit, daß er seines Absenders vergaß und nur seinem Vergnügen lebte. Der andere Bote dagegen hatte die Aufträge seines Herrn nicht einen Augenblick außer Acht gelassen; auch er genießt die Schönheiten des Landes, doch mäßig, nur so weit seine Wicht es ihm gestattet; da werden Beide zurückgerufen zum Throne des Königs. Zitternd folgt der gewissenlose Bote dem Ruf, sein wartet des Königs Zorn und Schande und Elend; freudig i schickt nck der gewissenhafte Bote zur Reise in die Hcimath an, er soll die traute Heimath Wiedersehen, und im Bewußtsein vollbrachter Pflicht eilt er entgegen der Freude und dem Glücke und der Gnade seines Königs. — Der König ist Gott der Allmächtige, seine Voten sind wir Menschen aus der Erde; mit welchen Gefühlen werden wir der Reise in die ewige Heimath entgegen gehen? Ja, die ewige Heimath! ein-stets unbefriedigtes Gefühl der Sehnsucht lebt im Herzen des Kindes, das da glaubt Befriedigung der Sehnzu finden, „wenn eS erst groß sei." Der Wabe reist zum Jüngling und die Sehnsucht bleibt; tausend Pläne für die Zukunft regcn sich in der Brust des Jünglings; strebend, erringend, Manches erlangend und in Vielem sich täuschend, wild er zum Manne und die Sehnsucht bleibt. Der Greis erst wird es inne, daß unser Sehnen nichts ist als ein Heimweh nach der ewigen Heimath.

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