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Der Israelit · 1861-09-11 · Heft 37 (11.9.1861) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 37 (11.9.1861)
Date
1861-09-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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447 der Gemeinde, sie dankte dem edlen Stifter und pries dm milde« Geist der Neuzeit. Wir Heden aus derselben die Notiz hervor, daß die Synagoge auf dem Schutte römischer Baudenkmäler erbaut worden ist. Rom hat einst Jerusalem zerstört, und hier im fernen Germanien sind Romas stolze Denkmäler langst verschüttet und auf ihnen erhebt sich die jüdische Synagoge! — Mil heißem Gebete für König und Vaterland, Israel und die Menschheit, schloß der Redner, selbst begeistert, Begeisterung weckend. Mit dem Maarid-Gebete endete die erhebende Feier. — Wir wünschen der Synagoge zahlreiche, fromme Besucher, dem Rabbiner schönes reiches Wirken, der Gemeinde Glück und Segen und dem hochheiligen Stifter mit seiner edlen Gattin ein hohes, glückliches Alte r. - - Der Plan zu dem prachtvollen Gebäude ward von dem genialen, berühmten Baumeister, Herrn Geheimrath Zwirner entworfen, von dem tüchtigen Architekten Herrn Meder ausgesührt. Die Bauleute und Arbeiter traf kein Unfall! — die Hand Gottes schMe § Auch der Freitag-Abend und Samstag Morgen- Gottesdienst fand die Synagoge in allen ihren Räumen überfüllt. Den Glanzpunkt dieses zweiten Theiles der Feier bildete unstreitig die gediegene Predigt des Ä. Vr. Schwarz 'während des Vormittagsgottesdienstes. Rühmend! muß hervorgehoben werden, *) Anmirkung. Wir könmn j,de«k auck, einige Dinge nicht versck »eigen, die ununangenehm berührt habe». 6s find dieser die offenere Frouenlogcn, die dem Geiste des Judrnshume zurridir, Vvrkcmomlsien in der Synagoge Thür und Thcr öffnen i werden, »eiche andacht feindlich nur zu leicht den Character eines Gotteshauses aufzuhebrn geeignet sind. Schlimmer noch »ar das Mitwirkrn von Mädchen im Chore; wir haben zu unserer grcßun Befriedigung vernommen, daß Herr R. Vr. Schwarz große Anstrengung en gemail t, daS zu verhindern. Leider hatten dieselben keinen E rfolg. Wie man uns versicherte, wird jedoch diese Mitwirkung sich nur auf die Einweihungefkierzietlritea beschränken. — Dir haben bereits bei anderer Gelegenheit bemerkt, daß es gewisse Religionsvrrletzungen im öffentlick-en Gottesdirnüt gibt, dir noch nicht dazu angethan sind, ren Rabbiner zur Resignation zu veranlassen; ob die erwähnte in diese Kategorie gehört, das zu erörtern bebakten wir uns n'-r /: nächsten Rvmmern vor. Ctn allgemeines Urbereinkommen über solche schwebend« Trages wird immer mehr zur Notdwendigkrtt. daß der Gottesdienst ganz nach altem Ritus abgehalten wurde. ES fehlte kein Barne Madlikin, kein Esehu Mekomon, kein Jekum Pur kan; mährend des Gottesdienstes wurde bekannt gemacht, daß der Frühgottesdienst in der folgenden Woche um 5 Uhr, am Rüsttage zum Neujahrsfeste um 4 Uhr beginne; doch I auch an Unpassendem fehlte es nicht; dahin müssen! ,wir den öffentlich mährend des Gottesdienste-aus-! gesprochenen Dank des Vorstandes „an die verehtten Damen und Herren vom Chor* rechnen; befriedigend war eS dagegen zu vernehmen, daß mit dieser .!Dankesentgegennahme die Thätigkeit derselben wenigstens für'S Erste beendet sei.! Unangenehm berührte auch die Art und Weise, j in der einer.der eingeladenen Rabbinen. Herr Ober-! rabbmer Joseph Kahn von Trier sich lächerlich! machte. Es kochte in dem gelehrten (?) und talentvollen (?) Redner schon lange, er hatte sich gern Mentlsch hören, lasten, allein dik!! Gelegenheit hatte sich nicht geboten. Da wurde er, der es im »Ben ^hanauja" gern dahin hsitte bringen mögen, daß eiü Kghen eine Sona heiratheu Ni;fe (warum und wieso-und unter wesch^n! Bedingungen wußte der .Helehrte § Herr Dberrcjbhiyer bekanrltlich nicht anzugee lben) sals Köhür-izuerst zur Thora gerufen. Er sprach die Berachah und begann, noch ehe der Vorsänger aus der Thora lesen konnte, den lieben Gott und die Zuhörer in ohrzerreißcnden Tönen mit einigen sinnlosen Phrasen zu belästigen. Der gelehrte Herr - OberrabLiner Wd Mitarbeiter des Ben. Chananja sich niM daraus^ s maphH^ und sodiNftt jBerachah Le^atalah gesagt zu haben, ja er ,ver- ^deutschte* auchl noch die Nach-Berachah, wie wenn! dre Zuhörer noch nie derartiges gehört hätten, und! extcmporirte noch eine Phantasie - Berachah mit SchemMNd Malchuth, so daß er, bevor der Borsanger aus der Thora zu lesen begann, bereits drei 1 gesprochen uud dreimal den göttlichen! Namen entweiht hatte. Das ist des Szegediner! Charlatans Bajazzo, der neulich verlangte, man solle i Tephillin bei Nacht legen!! Den Glanzpunkt des zweiten TheileS der Feier j bildete, sagten wir oben, die gediegene Predigt deS j Herrn Rabb. 1)r. Schwarz. Bei einem, den an-! wesenden Rabbinen zu Ehren veranstalteten Fest- ' esteu, dem wir aus Gesundheitsrücksichten nicht hatten

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